Intel investiert wieder. Der angeschlagene Prozessorhersteller baut seine Xeon-6-Fertigung in Irland aus.
Intel-Standort in Irland Bild:
Intel Intel plant Investitionen in Höhe von 5,7 Milliarden US-Dollar, um die Fertigungskapazitäten am Standort Leixlip in Irland auszubauen. Das hat der Prozessorhersteller am 13. Juli 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). In dem rund 19 Kilometer westlich von Dublin gelegenen Werk wird die Produktion der Intel-Xeon-6-Serverprozessoren sowie künftiger Generationen hochgefahren.
Im Schatten des GPU-Booms von Nvidia erleben klassische Server-CPUs derzeit ein unerwartetes Comeback durch die Entwicklung von der reinen Modell-Inferenz hin zu autonomen KI-Agenten. Für das datenintensive Modell-Training bleiben Beschleuniger-Karten (GPUs) die primäre Recheninstanz. Sobald KI-Systeme jedoch komplexe, logische Folgeaufgaben wie das selbstständige Programmieren übernehmen, steigt der Bedarf an sequenzieller Rechenleistung zur Workflow-Koordination. Davon profitieren auch AMD und das Arm-Ökosystem.
Die Prozessoren sind für Cloud- und Netzwerkanwendungen mit hoher Dichte sowie für künstliche Intelligenz und Unternehmens-Workloads konzipiert. Große Cloud-Anbieter nutzen Xeon 6, um eine hohe Dichte an virtuellen Maschinen und Containern auf wenig Raum bereitzustellen. Zudem ist Xeon 6 für klassische Cloud-Durchsatz-Workloads wie hochfrequente Java-Anwendungen oder Server-Side-Scripting wichtig.
Xeon 6 und Intel-3-Technologie
Der Ausbau umfasst die Modernisierung bestehender Fertigung sowie die Installation neuer Produktionsanlagen. Hinzu kommt die Erweiterung des automatisierten Transportsystems.
"Diese Investition in Höhe von fünf Milliarden Euro ist ein klares Bekenntnis dazu, die Kapazitäten an unserem Standort Leixlip zu maximieren und das Liefervolumen für Kunden von Intel Foundry zu steigern", erklärte Naga Chandrasekaran, Chief Technology und Operations Officer sowie General Manager von Intel Foundry. Es werde in den Ausstoß wichtiger Produkte wie Xeon 6 und der auf der Intel-3-Technologie basierenden Intel-Xeon-Prozessoren der nächsten Generation investiert.
Die Intel-Aktie notierte im vorbörslichen Handel drei Prozent im Minus. Die Intel-Aktie notierte im vorbörslichen Handel 3 Prozent im Minus.
Intel hat im September 2023 den Start der Massenproduktion für die Fab 34 in Leixlip angekündigt. Zum Start wurden dort Chips im Intel-4-Node hergestellt, unter anderem Core-Tiles für Meteor-Lake-Prozessoren. Es handelte sich um die erste EUV-Massenproduktion in Europa.
Intel gab Anfang des Jahres bekannt, mehr als 14 Milliarden US-Dollar zu zahlen, um die volle Kontrolle über die Fab-34 in Irland zurückzugewinnen. Das passierte zwei Jahre nachdem man die Anlage an die Investmentgruppe Apollo verkaufen musste.
Intel hatte das Werk für 11,2 Milliarden US-Dollar verkauft und wird nun neue Kredite über mehr als 6 Milliarden US-Dollar aufnehmen, um den Anteil von Apollo zurückzukaufen.
Im vergangenen Jahr wurde das geplante 30-Milliarden-Euro-Werk in Magdeburg gestrichen. Auch ein Projekt in Polen konnte Intel nicht umsetzen.
Intel kam in eine tiefe Krise, weil das Management den KI-Boom vollständig verpasste und keine konkurrenzfähigen Beschleuniger-GPU wie Nvidia bieten konnte. Gleichzeitig verschlang der gescheiterte Plan für eigene Foundries Milliarden, während das klassische Kerngeschäft mit PC- und Server-CPUs einbrach.
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