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Tour: Merlier rast auch beim Sprint in Bergerac an allen vorbei

Tim Merlier gewinnt die achte Etappe der Tour de France

Stand: 11.07.2026 • 18:26 Uhr

Tim Merlier hat auch die 8. Etappe der Tour de France gewonnen. Beim Massensprint in Bergerac war der Belgier wieder der schnellste Sprinter. Pascal Ackermann wurde als bester Deutscher Siebter.

Von Ralf Schloßmacher

Wie einen Tag zuvor in Bordeaux hatte Merlier den größten Speed auf den letzten Metern. Der 33-Jährige vom Team Soudal Quick-Step ging erst spät in den Wind, flog dabei regelrecht an den anderen Sprintern vorbei und siegte souverän. Merlier erreichte auf den letzten 500 Metern einen Top-Speed von 72,2 km/h. Biniam Girmay als Zweiter und Olav Kooij als Dritter waren chancenlos. Max Kanter war auf den letzten Metern kurz eingebaut und musste sich mit Platz neun begnügen.

Ackermann haderte im Sportschau-Interview ein wenig mit seiner Position bei der letzten Kurve vor der Zielgeraden, "da habe ich es ein bisschen vermasselt". Dennoch ging der Pfälzer mit einen positiven Fazit aus der Etappe: "Die Beine sind extrem gut."

Slock wird 1,3 Kilometer vor dem Ziel gestellt

Für Spannung auf den letzten Kilometern hatte der letzte von ehemals drei Ausreißern gesorgt. Liam Slock vom Team Lotto-Intermarchè wurde erst 1,3 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Die Sprinter-Teams wollten nicht zu früh ihre Anfahrer opfern und hätten sich dabei beinahe verpokert.

Die 8. Etappe führte über 182 Kilometer von Périgueux nach Bergerac. Die letzten 35 Kilometer der Etappe waren tellerflach. Zwei Bergwertungen der 4. Kategorie waren die einzigen kleinen Hindernisse auf dem Weg ins Ziel. Wie am Vortag war eigentlich von vornherein klar, dass sich die Sprinter-Teams diese Chance kaum nehmen lassen werden.

Interesse Reißaus zu nehmen, gab es aber dennoch. Kurz nach dem Start bei 35 Grad hatte sich ein Ausreißer-Trio vom Feld abgesetzt. Mit Jakub Otruba war ein alter Bekannter dabei. Der Profi von Caja Rural-Seguros RGA war bereits am Vortag zusammen mit Baptiste Veistroffer 157 Kilometern an der Spitze gefahren - am Ende vergeblich. Diesmal war der 28-jährige Tscheche mit Slock und Thibault Guernalec von Total Energies unterwegs.

Wasserträger im Gelben Trikot

Was dann folgte, dürfte Otruba bekannt vorgekommen sein. Das Feld ließ dem Spitzentrio wie am Freitag nur um die zwei Minuten Vorsprung. Die Sprinter-Teams wollten von Anfang an die Kontrolle behalten. Im Peloton ging es trotz der frühen Nachführarbeit sehr entspannt zu. Das sah man auch an Tadej Pogacar. Der Slowene holte am Teamfahrzeug nicht nur Flaschen für sich, sondern steckte sich auch noch drei Bidons für die Teamkollegen in die Trikottaschen. Das Gelbe Trikot als Wasserträger, ein seltenes Bild.

Bei der ersten Bergwertung 77 Kilometer vor dem Ziel war Slock eindeutig der Stärkste und holte sich den einen Punkt. 200 Meter davor ging es durch das mittelalterliche Stadttor der Bastide Domme in der Dordogne. Das La Porte des Tours wurde aber für das Feld zu einem Nadelöhr. Viele Fahrer mussten hier kurz aus den Pedalen, aber allzu viel Zeit verloren die Profis dabei nicht. Das Dorf auf einem 250 Meter hohen Felsvorsprung gilt als eines der schönsten in Frankreich. Überhaupt passierte der Tour-Tross an diesem Tag zahlreiche Schlösser und Burgen.

Das Peloton mit dem Gelben Trikot vor dem mittelalterlichen Stadttor La Porte des Tours in Domme.

Slock zieht nach Bergwertung durch

Souverän holte sich Slock auch die letzte Bergwertung und zog danach durch. Als Solist ging der 25-jährige Belgier auf die letzten 40 Kilometer. Und Slock hielt das Peloton erstmal auf Distanz, 20 Kilometer vor dem Ziel hatte er immer noch 1:23 Minuten Vorsprung. Das Feld hatte die anderen beiden Ausreißer da bereits längst gestellt.

Acht Kilometer vor dem Ziel war es immer noch eine knappe Minute, jetzt wurde es richtig spannend. Nun traten auch die Sprinter-Teams kräftig in die Pedalen, das Feld zog sich in die Länge. Und dem Belgier an der Spitze gingen langsam die Kräfte aus - kurz vor dem Teufelslappen flog das Peloton dann auch vorbei. Für Slock blieb am Ende viel Applaus bei der Siegerehrung und als Lohn die goldene Startnummer für den kämpferischten Fahrer.

Verkürzte Etappe im Zentralmassiv am Sonntag

Nach zwei Flachetappen wird das Terrain am Sonntag hügelig. Die 9. Etappe von Malemort nach Ussel im Zentralmassiv wurde dabei wegen einer Hitzewarnung von 185 auf 155 Kilometer verkürzt.