Stand: 22.07.2026, 13:01 Uhr
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Ein Hangrutsch führte zur Entgleisung eines Regionalzugs in Riedlingen. Der offizielle Bericht bringt nun Klarheit über die tragischen Ereignisse.
Bonn/Riedlingen – Knapp ein Jahr nach dem tragischen Zugunglück von Riedlingen in Baden-Württemberg ist die Ursache geklärt. Laut eines Berichts der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn wurde der Unfall durch einen Hangrutsch ausgelöst. Diese Vermutung hatten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits kurz nach dem Unglück geäußert. Drei Menschen verloren ihr Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Bei dem Unglück in Oberschwaben starben drei Menschen. (Archivbild) © Bernd Weißbrod/dpaAm 27. Juli 2025 war der Regionalzug nahe einem Ortsteil von Riedlingen im Landkreis Biberach entgleist. Eine 70-jährige Reisende, ein 32-jähriger Lokführer und ein 36-jähriger Bahn-Auszubildender kamen ums Leben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitten 36 Passagiere Verletzungen, einige davon lebensgefährlich. Unter den Verletzten befanden sich auch zwei Kinder im Alter von 7 und 13 Jahren.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu Zugunglück in Riedlingen dauern an
Der Zug war auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen. Nach dem Unglück leitete die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein Todesermittlungsverfahren ein, was bei nicht natürlichen Todesfällen üblich ist.
Ein Sprecher der Behörde erklärte, dass man noch auf das geologische Gutachten warte. Kurz vor dem Unglück hatte ein schweres Unwetter mit Starkregen die Region heimgesucht. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft gingen früh davon aus, dass ein dadurch ausgelöster Erdrutsch die Entgleisung direkt an der Strecke verursachte. Mehrere Waggons verkeilten sich ineinander. Der erste Wagen wurde eine Böschung hinaufgeschoben und prallte gegen einen Baum, wobei die Front abriss.
Aufwändige Erneuerungen auf der Unglücksstrecke
Die Bahnstrecke war monatelang gesperrt. Die Bahn musste die Gleise im Bereich der Unfallstelle auf einer Länge von etwa 300 Metern erneuern. Fast 700 Meter Schiene und rund 500 Betonschwellen wurden ausgetauscht. Auch Signalkabel mussten ersetzt werden. Eine Oberleitung gibt es dort nicht, da die Strecke nicht elektrifiziert ist. (Quellen: DPA-Meldung, eisenbahn-unfalluntersuchung.de) (jws)