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Trumpf: Nicola Leibinger-Kammüller sieht leichte Trendwende

Der Maschinenbauer Trumpf kämpft sich aus der Krise. Nach Jahren mit sinkendem Auftragseingang und rückläufigem Umsatz läuft das Geschäft in dem schwäbischen Familienunternehmen wieder etwas stabiler. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse im Ende Juni zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2025/26 um 0,2 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Auftragseingang liegt mit 4,5 Milliarden Euro um 4,7 Prozent höher als vor einem Jahr.

„Der gestiegene Auftragseingang stimmt uns optimistisch für das laufende Geschäftsjahr, in dem wir weiteres Wachstum erwarten“, sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. „Bei aller nötigen Vorsicht gehen wir auf Basis der vergangenen Monate von einer leichten konjunkturellen Trendwende in unserem Geschäft aus.“ In seiner Prognose vergangenen Herbst hatte das Unternehmen noch mit einem stagnierenden bis nur leicht steigenden Auftragseingang sowie einem sinkenden Umsatz für die Gruppe geplant. Die Gewinnzahlen und die vollständige Bilanz will Trumpf im Oktober vorstellen.

In Deutschland sinkt der Umsatz um sechs Prozent

Die besten Geschäfte hat Trumpf im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals wieder in den Vereinigten Staaten gemacht. Dort stiegen die Umsätze um rund 16 Prozent auf etwa 760 Millionen Euro. Schwierig ist die Situation für Trumpf weiter auf dem Heimatmarkt. In Deutschland sank der Umsatz um sechs Prozent auf rund 660 Millionen Euro. Trotz eines abermaligen Umsatzrückgangs um sieben Prozent war China mit rund 450 Millionen Euro der umsatzstärkste asiatische Einzelmarkt. „Dass die USA erstmals wieder der stärkste Einzelmarkt waren und darin Deutschland ablösen konnten, dokumentiert die Wachstumsdynamik in vielen Märkten weltweit“, sagte Leibinger-Kammüller weiter.

Vor einem Jahr hatte Trumpf noch einen Umsatzrückgang um 16,3 Prozent vermeldet. Der operative Gewinn (Ebit) hatte sich im Geschäftsjahr 2025/24 trotz eines Sparprogramms um 88 Prozent auf 59 Millionen Euro verringert; im Jahr zuvor waren es noch 501 Millionen Euro gewesen. Im Frühjahr 2025 hatte das Unternehmen den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen, davon 430 am Stammsitz in Ditzingen bei Stuttgart, angekündigt und dafür Rückstellungen gebildet. Die Zahl der Mitarbeiter auf der Welt sank vor diesem Hintergrund in den vergangenen zwölf Monaten von 18.303 auf nun 16.960; davon arbeiten 8200 Mitarbeiter in Deutschland und 5350 in Ditzingen.

Trumpf produziert Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung, Elektronik und stellt die Laser für die EUV-Lithographie her, die Trumpf gemeinsam mit dem Optik-Spezialisten Zeiss und dem niederländischen Maschinenhersteller ASML entwickelt hat. Mit der EUV-Lithographie (für „Extrem Ultraviolettes Licht“) werden filigrane Strukturen in sogenannte Wafer gebrannt, aus denen die Hochleistungscomputerchips entstehen, die in Computern und Rechenzentren auf der ganzen Welt im Einsatz sind. Vor wenigen Monaten hat Trumpf angekündigt, auch ins Verteidigungsgeschäft einzusteigen. Innerhalb von drei Jahren will das Familienunternehmen gemeinsam mit dem Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz Laserwaffen zur Drohnenabwehr entwickeln.