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Taxifahrer überfallen: Winzige Blutstropfen überführen Serientäter

Stand: 21.07.2026, 17:42 Uhr

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Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Christoph Rautenstengel.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Christoph Rautenstengel. © DIERK ROHDENBURG

Ein 36-Jähriger hat in Bremen vier Taxifahrer mit einem scharfkantigen Schlüssel bedroht und insgesamt 600 Euro erbeutet. Die Polizei fand ihn durch winzige Blutstropfen auf einer Laubschicht – ein Blutspürhund hatte die Spur aufgenommen.

Bremen – Kriminalistische Sisyphusarbeit und die Hilfe von speziell geschulten Blutspürhunden haben dafür gesorgt, dass die Polizei am 3. Januar einen 36-jährigen Mann festnehmen konnte. Er hatte zuvor in Gröpelingen vier Taxifahrer überfallen und Geld erbeutet. Am 30. Dezember hatte sich der Mann auf der Flucht verletzt und versteckt. Die Polizei fand auf einer Laubschicht hinter einem abgestellten Anhänger winzige Blutstropfen, die untersucht wurden. Der 36-Jährige konnte durch den DNA-Spurentreffer als Tatverdächtiger identifiziert werden. Ein Haftrichter erließ gegen den bereits einschlägig in Erscheinung getretenen Mann Haftbefehl.

Taten immer nach gleichem Muster

Seit dem 4. Januar sitzt der mutmaßliche Täter, der damals auch über Fingerabdrücke an Beifahrertüren sowie Spuren an einem Zaun, den er überstiegen hatte, und Blutspuren an der Kleidung eines Opfers entlarvt wurde, in Untersuchungshaft. Seit dem 2. Juli muss er sich vor Gericht verantworten und von den Taxifahrern hören, was er ihnen angetan hat.

Die Taten des Mannes ähnelten sich. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 27. und 29. Dezember 2025 während der Taxifahrt, die jeweils am Straßenbahndepot in Gröpelingen startete, den Fahrern ein Messer an den Hals gehalten zu haben. „Her mit dem Geld, oder ich steche dich ab“, soll er gesagt haben, und einmal mit 100 sowie beim zweiten Mal mit 180 Euro geflüchtet sein. Am 30. Dezember soll er ebenfalls auf der gleichen Strecke einem Fahrer einen scharfkantigen Gegenstand an den Hals gehalten haben. Dieses Mal erbeutete er 200 Euro. Am 2. Januar handelte er ähnlich und erbeutete 120 Euro.

Als Grund für seine Taten nannte der 36-Jährige Geldnot und Suchtdruck. Er sei über Jahre nicht dauerhaft von Kokain losgekommen. Ein Gutachter habe ihm 2022 in einer Klinik eine drogeninduzierte Psychose bescheinigt. Nachdem er sein erstes Monatsgehalt von seiner neuen Arbeit über eine Leihfirma bei Mercedes erhalten habe, so der Angeklagte, habe er sich „etwas gönnen“ wollen. Er sei in einer Bar gelandet, habe Alkohol getrunken und sei „gierig“ auf Kokain geworden. Aber es fehlte das Geld. So habe er spontan den ersten Überfall durchgeführt und an den weiteren Tattagen ähnlich gehandelt.

Am 30. Dezember traf es einen 57-jährigen Taxifahrer. „Der Kunde wollte direkt hinter mir sitzen“, erinnerte er sich im Gerichtssaal. Weil er aber von den vorangegangenen Überfällen gehört hatte, bat er ihn, auf dem Beifahrersitz zu sitzen. „Wir haben uns auf Türkisch unterhalten. Da habe ich mich ein wenig geschämt, dass ich ihn verdächtigt habe“, so der Taxifahrer. Am Ziel in Oslebshausen angekommen, habe er dann einen kalten Gegenstand an der Halsschlagader gespürt. „Gib mir das Geld, sonst steche ich dich ab“, habe der Täter gesagt. Er sei dann mit dem Portemonnaie aus dem Auto raus. Es habe ein Gerangel gegeben, dann habe er dem Täter knapp 200 Euro aus seiner Hosentasche gegeben, worauf der Mann geflüchtet sei. Jugendliche hätten dann die Polizei gerufen.

Geldbörsen noch in der Wohnung

Am Dienstag beschäftigte sich das Gericht zudem mit der Spurenlage. Der Mann war observiert worden. Als die Ermittler in seine Wohnung eindrangen, lag er auf dem Sofa, hatte eine Verletzung an der rechten Hand sowie einen Schnitt im Gesicht. Die Wohnung soll sehr unaufgeräumt gewesen sein. Auf dem Boden befanden sich Kokainbehältnisse sowie die Geldbörsen der bestohlenen Taxifahrer. Ein Messer, darauf wies der Verteidiger hin, sei nicht gefunden worden. Sein Mandant hatte zum Prozessauftakt erklärt, einen scharfkantigen Schlüssel als Tatwerkzeug genutzt zu haben.

Am nächsten Verhandlungstag soll ein Gutachter gehört werden, der den Angeklagten untersucht hat. Mit einem Urteil ist am 31. Juli zu rechnen.