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Schmuck schlägt Handtaschen: Tiffany und Bulgari wachsen bei LVMH am stärksten

Schmuck schlägt Handtaschen: Tiffany und Bulgari wachsen bei LVMH am stärksten

Zwei Schmuckmarken treiben das Wachstum des französischen Luxusriesen an. Von neuer Dynamik spricht der Konzern auch bei anderen Sparten. Nur nicht bei seinen Uhrenmarken TAG Heuer, Hublot und Zenith.

28.07.2026, 08.49 Uhr

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Eine Bulgari-Boutique in Florenz. Die LVMH-Tochtergesellschaft hat sich stark entwickelt.

Eine Bulgari-Boutique in Florenz. Die LVMH-Tochtergesellschaft hat sich stark entwickelt.

Krisztian Bocsi / Bloomberg / Getty

Schmuck ist zu einem der dynamischsten Bereiche der Luxusgüterindustrie geworden. Bei Richemont sorgen Cartier und Van Cleef & Arpels seit längerem für zweistelliges Wachstum und hohe Margen. Nun zeigt sich beim Konkurrenten LVMH ein ähnliches Bild: Statt Dior und Louis Vuitton sorgen dort zunehmend Tiffany und Bulgari für Wachstum.

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Tiffany und Bulgari legen zu

Die Sparte Uhren und Schmuck steigerte ihren Umsatz in den ersten sechs Monaten in Lokalwährungen um neun Prozent, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. In Euro gerechnet betrug das Plus drei Prozent. Der viel grössere Bereich Mode und Lederwaren mit den Aushängeschildern Louis Vuitton und Dior schrumpfte hingegen um ein Prozent beziehungsweise in Euro um fünf Prozent.

Der französische Luxusriese LVMH legt nicht offen, wie sich das Wachstum innerhalb der Sparte auf Schmuck und auf Uhren verteilt. Die Aussagen des Managements an der Analystenkonferenz lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass die Dynamik vor allem aus dem Schmuckgeschäft kommt. So hiess es wiederholt, Tiffany und Bulgari hätten sich stark entwickelt, besonders in den USA, Südkorea und Japan.

Zu den reinen Uhrenmarken fiel hingegen nur ein einziger Satz. Der Direktor für Finanzkommunikation sagte, auch die Uhrenmarken hätten im ersten Halbjahr «aufregende Innovationen» präsentiert. LVMH besitzt mit TAG Heuer, Hublot und Zenith drei bekannte Hersteller.

Auf Nachfrage eines Analysten räumte die Finanzchefin ein, dass die reinen Uhrenmarken im zweiten Quartal noch leicht rückläufig gewesen seien. Erst unter Einbezug der Uhren von Bulgari und von Louis Vuitton habe das Uhrengeschäft insgesamt ein leichtes Plus erzielt.

Bei Tiffany zahlt sich nach Angaben des Konzerns die Strategie aus, die Marke höher zu positionieren. Seit der Übernahme im Jahr 2019 fährt LVMH das Angebot an vergleichsweise günstigem Silberschmuck zurück und setzt stärker auf Goldschmuck und Haute Joaillerie. Zugleich wird das Ladennetz umfassend erneuert.

Mode bleibt die Geldmaschine

Trotz dem Schmuckboom bleibt LVMH vor allem ein Modekonzern. Die Sparte Mode und Lederwaren steuerte im ersten Halbjahr 18,1 Milliarden Euro oder 47 Prozent zum Konzernumsatz bei. Beim operativen Gewinn war die Bedeutung noch grösser: Mit 6,2 Milliarden Euro lieferte die Sparte 71 Prozent des gesamten Gewinns aus dem laufenden Geschäft.

Die operative Marge lag damit bei gut 34 Prozent. Keine andere Sparte ist auch nur annähernd so profitabel.

Auch beim Umsatz gibt es positive Zeichen. So war das Wachstum in Lokalwährungen zwar über das Halbjahr gesehen rückläufig, aber im zweiten Quartal mit einem Plus von einem Prozent wieder leicht positiv.

LVMH verweist dabei auf eine Belebung in den USA sowie auf neue Ladengeschäfte von Louis Vuitton in Peking und Seoul. Bei Dior seien die ersten Entwürfe des neuen Kreativdirektors Jonathan Anderson gut angekommen.

Chinesen trinken wieder Cognac

Auch im Bereich Weine und Spirituosen zeichnet sich eine Erholung ab – also beim «M» für Moët & Chandon und beim «H» für Hennessy im Namen LVMH. Der Umsatz der kleinsten Sparte stieg nach einem Rückgang im Vorjahr in Lokalwährungen um fünf Prozent, der operative Gewinn um elf Prozent. LVMH nennt eine bessere Nachfrage nach hochwertigem Champagner und nach Hennessy-Cognac in China sowie Einsparungen als Gründe.

Insgesamt wuchs der Konzern im ersten Halbjahr währungsbereinigt um zwei Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf drei Prozent. Ohne die Folgen des Konflikts im Nahen Osten wären es laut LVMH vier Prozent gewesen.

In Euro gerechnet sank der Umsatz wegen negativer Wechselkurseffekte um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft ging um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Euro zurück. Der Konzerngewinn blieb mit 5,7 Milliarden Euro stabil.

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