Das Xbox-Netzwerk war rund 20 Stunden lang massiv gestört. Nutzer kamen nicht in ihre Konten und konnten ihre Spiele nicht aufrufen, wie Microsoft auf der Status-Seite einräumte. Begonnen hatten die Probleme am frühen Montagmorgen deutscher Zeit. Microsoft meldete zunächst Störungen bei Konto und Profil, im Store sowie bei den Apps.
Am Montagnachmittag kam die Kategorie Spiele dazu, kurz darauf ein Hinweis auf Probleme mit Disc-Spielen und abwärtskompatiblen Titeln, wie das Xbox-Magazin Pure Xbox dokumentiert. Auch wer eine Disc im Laufwerk stecken hatte, kam also nicht ins Spiel. Die Disc-Spiele funktionierten am Montagabend wieder, schreibt Engadget. Die übrigen Störungen dauerten länger: Erst in der Nacht zum Dienstag meldete Microsoft, dass sich alle Spiele wieder aufrufen lassen und auch Anmeldungen und Käufe wieder funktionieren. Als Ursache nannte Xbox-CTO Scott Van Vliet einen Ausfall des Lizenzsystems, der auf abhängige Dienste durchschlug.
Warum der Ausfall auch Spiele auf Disc erwischte, ist ebenfalls nicht bekannt. Viele Xbox-Nutzer ärgert das besonders: Wer eine physische Fassung kauft, will unabhängig von Servern, Konten und Abschaltungen sein. Der Vorfall zeigt, dass es diese Unabhängigkeit in der Praxis schon jetzt nur noch eingeschränkt gibt. Moderne Konsolenspiele hängen an einem Nutzerkonto, laden Patches nach und prüfen Berechtigungen online. Auch Datenträger sind davon nicht grundsätzlich ausgenommen.
Sony beendet die Disc-Produktion
Überhaupt hat die Spiele-Disc keine große Zukunft mehr: Sony stellt im Januar 2028 die Produktion von Blu-ray-Discs für Playstation-Spiele ein. Weil das Unternehmen der einzige Zulieferer ist, betrifft das alle Playstation-Spiele ab 2028. Boxen soll es im Handel weiterhin geben, dann allerdings nur noch mit Download-Codes. Sony begründet das Aus der Disc-Produktion damit, dass die Kundschaft digitale Angebote deutlich bevorzuge. Vor allem aber dürfte sich der Playstation-Hersteller über erhöhte Gewinnmargen und mehr Kontrolle auf dem digitalen Marktplatz freuen.
Microsoft testet derweil intern eine Funktion zur Digitalisierung von Xbox-Disks namens Disc2Digital, über die das US-Techmagazin The Verge berichtete. Nutzer legen dafür eine kompatible Disc ein und installieren das Spiel, das sich anschließend ohne Datenträger spielen lässt. Die digitale Berechtigung bleibt an die Disc geknüpft und wandert mit ihr, wenn sie verkauft oder getauscht wird. Ob die nächste Xbox-Generation „Project Helix“ überhaupt noch ein Laufwerk bekommt, ist nicht bekannt. Eine Entwicklerversion soll nicht vor 2027 erscheinen, die Konsole selbst dürfte frühestens Ende 2027 in den Handel kommen.
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(dahe)