Rund 200 Kilometer vom Saarland entfernt Riesiger neuer See entsteht im Westen Deutschlands (Fotos)
Update · Spannendes Tourismus-Projekt der Superlative: Im Rahmen einer Rekultivierung soll ein rund 22 Quadratkilometer großer See im Westen Deutschlands entstehen. Zum Vergleich: Der neue Mega-See soll über 18 Mal größer werden als der Bostalsee.
23.07.2026
, 07:00 Uhr
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So soll der neue riesige See im Westen Deutschlands aussehen
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Foto: Fachbüro RHA
Im Rahmen einer Rekultivierung soll ein riesiger neuer See im Westen Deutschlands entstehen. Nach dem Ende des Bergbaus in Garzweiler in Nordrhein-Westfalen wird aktuell ein rund 22 Quadratkilometer großer See geplant, der eine Tiefe von rund 165 Metern haben soll. Von Nonnweiler im Saarland liegt das neue Tourismus-Projekt der Superlative rund 210 Kilometer entfernt.
Riesiger neuer See entsteht im Westen Deutschlands
Der Zweckverband Landfolge Garzweiler hatte im März 2025 den Masterplan für die Seeentwicklung verabschiedet. „Unser Ziel war es, einen gemeinsamen See für die gesamte Region zu gestalten – über Grenzen von Städten, Gemeinden und Kreisen hinweg. Das ist gelungen“, so Harald Zillikens, der bis zum Jahr 2025 Bürgermeister von Jüchen war. Rund 450 000 Menschen leben im unmittelbaren Umfeld des Sees in Mönchengladbach, Erkelenz, Grevenbroich, Jüchen, Titz und Bedburg.
Nach etwa 30 Jahren soll der See seinen Zielwasserspiegel erreichen haben. Er werde dann eine Fläche von rund 22 Quadratkilometern und eine Tiefe von rund 165 Metern haben. „Damit zählt er zu den größten Seen in Deutschland, wird nach dem künftigen Tagebausee Hambach das zweitgrößte künstliche Gewässer Deutschlands sein und eine hochwertige, naturnahe und vielfältig nutzbare Seenlandschaft in der Region prägen“, hieß es.
Erste Röhre für die Rheinwasser-Transportleitung verlegt
Die erste Röhre für die Rheinwasser-Transportleitung wurde laut dem WDR im März 2026 am Rand des Tagebaus Hambach bei Elsdorf verlegt. „Für den ersten Bauabschnitt hat RWE einen etwa sieben Kilometer langen Radschnellweg ausgewählt“, teilte der Sender mit. Der beliebte Rad- und Freizeitweg Speedway Terra Nova ist seit Anfang März voll gesperrt.
Jede Röhre hat den Angaben zufolge eine Länge von 12 Metern und einen Durchmesser von 2,2 Meter. In den kommenden Monaten werde auch das Pumpbauwerk in Dormagen und ein Verteiler bei Grevenbroich-Allrath gebaut. In Allrath soll die Leitung nach Frimmersdorf zum Tagebau Garzweiler abgezweigt werden.
Riesiger neuer See soll bereits 2041 etwa zur Hälfte gefüllt sein
Die Grundlagen für den Plan seien seit der Erarbeitung des ersten „Drehbuchs“ für die Entwicklung des Verbandsgebiets im Jahr 2016 schrittweise in vielen Planungsprozessen geschaffen worden. „Unsere Aufgabe war es, einen möglichst ausgewogenen Konsens zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen der Menschen, der Natur und Umwelt sowie den Potenzialen für eine wirtschaftliche Inwertsetzung des Sees zu finden“, erläuterte Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands Landfolge Garzweiler, bei der Vorstellung des Masterplans.
Dabei müssten die Konzepte gleichzeitig einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten bis in die 2060er-Jahre berücksichtigen. So soll der See bereits 2041 etwa zur Hälfte gefüllt sein, und erste Nutzungen auf dem Wasser seien möglich. Auch temporäre Nutzungen in der Zwischenlandschaft seien vorstellbar.
Angebote für Tourismus und Freizeit: Was am neuen Mega-See geplant ist
Geplant ist, dass in Mönchengladbach-Wanlo, bei Erkelenz-Holzweiler und beim Titzer Ortsteil Jackerath Sportboothäfen entstehen. „Schätzungsweise rund 1000 Boote – vorwiegend Segelboote – werden auf dem See beheimatet sein“, so der Zweckverband im März 2025. Als technischer Hafen mit Werft und Werkstätten soll Jackerath entwickelt werden, wo auch die Schaffung des einzigen Gewerbegebietes am See vorgesehen ist.
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Foto: Achim Mende/IBT GmbH/Achim Mende
Die Tourismus- und Freizeitangebote zielen laut dem Masterplan vor allem auf Naherholung für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie Tagestouristen ab. So seien verschiedene lokale Strände als Zugang zum See vorgesehen, etwa bei Erkelenz-Keyenberg oder Jackerath.
Besonderer Höhepunkt soll schwimmende Insel werden
Bei Wanlo, südlich von Jüchen-Hochneukirch sowie nördlich von Bedburg seien regional bedeutsame Strandbereiche für Freizeit und Unterhaltung vorgesehen – bei Hochneukirch beispielsweise eine große Eventfläche am See oder bei der jetzigen Bandtrasse des Tagebaus zwischen Jüchen und Bedburg eine Strandlandschaft. Ein geschlossener Rundweg werde für Radfahrer und Fußverkehr den See erschließen.
Als besonderer Höhepunkt soll im nördlichen Teil des Sees eine schwimmende Insel entstehen. Vorstellbar seien zudem schwimmende Häuser im Bereich der Sportboothäfen, beispielsweise bei Holzweiler. Die Internationale Gartenausstellung 2037 sei ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Sees. Sie diene der Erschließung und landschaftsbezogenen Gestaltung der Standorte und der Schaffung von ersten attraktiven Angeboten.
BUND sieht geplantes Befüllen der Tagebaue Hambach und Garzweiler kritisch
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht das geplante Befüllen der Tagebaue Hambach und Garzweiler kritisch. „Hier in diesem Wasser sind etwa 30.000 chemische Verbindungen, darunter gefährliche Spurenstoffe. Die haben unseres Erachtens nach weder in den Tagebaurestseen, noch im Grundwasser, noch in den von Grundwasser abhängigen Feuchtgebieten was zu suchen“, erklärte Dirk Jansen vom nordrhein-westfälischen Umweltverband im März dem WDR. Der BUND fordere eine klare Anforderung an die Qualität des Wassers, aber die sei bislang noch nicht definiert.