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Spontan heiraten: Bei Popup-Hochzeit in Rösrath lassen sich Paare heute segnen oder trauen

Eigentlich waren Alicja und Oliver gerade auf dem Weg in den Urlaub. Doch es kam ganz anders: Erst gestern hatte Oliver online von der Popup-Hochzeit in Rösrath erfahren. Die Idee, sich im Vorbeigehen trauen zu lassen, gefiel ihm sofort und er war fest entschlossen, seine Liebe auch kirchlich besiegeln zu lassen.

Am Mittag überraschte er Alicja mit dieser Idee. Aufgeregt waren sie beide. Aber Alicja gab ihm freudig das Ja-Wort. Bislang waren die beiden nur standesamtlich verheiratet. "Für mich ist das ein Zeichen, dass das Leben leicht ist und freudig ist", sagte Alicja.

Alle Paare sind willkommen

Das Segensbüro "Hätzjeföhl“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region richtet heute in Rösrath eine Popup-Hochzeit aus. Alter, Herkunft oder Sexualität - alles egal: Diesen Samstag können Paare spontan oder mit Anmeldung vorbeikommen.

Beim Kleidungsstil unterscheiden sich die Paare stark. Wer will, kann sich ganz einfach in Alltagskleidung das Ja-Wort geben, andere machen es ganz klassisch mit Hochzeitskleid und Anzug.

Wer schon vorab standesamtlich verheiratet war, kann sich kirchlich trauen lassen, genau so, wie es Alicja und Oliver getan haben. Unverheiratete Paare erhalten einen Segen.

Gegenentwurf zur klassischen Hochzeit

Die Popup-Hochzeit versteht sich als Alternative zur klassischen Hochzeit, die häufig über lange Zeit geplant wird. Wer wenigstens ein bisschen Planungssicherheit haben will, kann vorher einen Zeitslot buchen, es geht aber auch ohne.

Zweite Hochzeit: Chance für katholisches Ehepaar

Außerdem sind hier Menschen willkommen, die vorher schon einmal verheiratet waren. Deshalb sind zum Beispiel Helga und Zappes vorbeigekommen. Die beiden sind geschieden und haben am Freitag (10.7.2026) erneut standesamtlich geheiratet. Eigentlich sind sie katholisch, aber in der katholischen Kirche ist eine zweite Ehe in der Regel nicht möglich. Die Popup-Hochzeit in Rösrath kommt da genau gelegen.

"Es war uns sehr wichtig auch noch den Segen zu bekommen, obwohl es in der katholischen Kirche eigentlich nicht möglich ist. Das bedeutet uns sehr viel", freut sich Helga. Und sogar ihre große Verbundenheit zu Köln konnten sie in die Zeremonie miteinfließen lassen: Während der Trauung lief der Song "Ich bin ne Kölsche Jung".

Erst kennenlernen dann segnen

Vor Ort sind rund zwei Dutzend evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer, um den Segen auszusprechen und kleine Rituale durchzuführen. Paare und Segnende lernen sich zunächst in einem Gespräch kennen. Erst dann findet die Segnung statt. Einer der Pfarrer, die an diesem Tag in Rösrath einen Segen aussprechen, ist Sebastian Baer-Henney, der zugleich "Hätzjeföhl" leitet. Er glaubt, dass die Popup-Hochzeit Paaren viel Druck nimmt.

"Durch den spontanen Charakter sind viele Paare nicht in einer Phase der Angst vor der eigenen Courage gefangen. Sie machen sich spontan auf. Bekommen den Segen. Stoßen an. Und gehen als Paar mit einem neuen Horizont nach Hause." Sebastian Baer-Henney, Leiter von "Hätzjeföhl"

Ja-Wort unter Platane, am Fluss oder in der Kirche

Für die Zeremonie stehen mehrere Orte zur Auswahl: am Fluss, unter einer alten Platane, im Pfarrgarten oder klassisch in Kirche und Sakristei.