Claude-Nutzer können Links zu ihren Chats mit anderen Personen teilen. Die Unterhaltungen wurden bis vor kurzem aber auch bei Google gelistet.
28. Juli 2026 um 08:55 Uhr / Marc Stöckel
Claude-Chats zahlreicher Nutzer sind bei Google aufgetaucht. Bild:
Michael M. Santiago/Getty Images Die ein oder andere Unterhaltung mit Anthropics KI-Chatbot Claude war offenbar nicht so geschützt, wie Nutzer dies erwarten würden. Wer einen Chat mit einer anderen Person geteilt hat, muss damit rechnen, dass der Gesprächsverlauf über Suchmaschinen an die Öffentlichkeit gelangt ist und von fremden Personen eingesehen werden konnte. Wie 404 Media berichtet(öffnet im neuen Fenster), sind dadurch allerhand persönliche Daten ins Netz gelangt.
Ähnlich wie bei anderen Chatbots können Anwender ihre Unterhaltungen bei Claude mit anderen Nutzern teilen. Dafür wird ein Link zum jeweiligen Chat erzeugt. Nur wer Zugriff auf diesen Link hat, kann normalerweise die geteilte Unterhaltung einsehen.
Wie Nutzer herausfanden(öffnet im neuen Fenster), waren die geteilten Chats aber bis vor wenigen Tagen auch über Suchmaschinen auffindbar. Das gelang beispielsweise durch die Eingabe der Zeichenfolge "site:claude.ai/share" in die Google-Suche. Inzwischen liefert die Anfrage keine Ergebnisse mehr. Anthropic scheint das Problem also behoben zu haben.
Auch Artefakte werden bei Google gelistet
Abseits der Nutzerchats mit dem KI-Chatbot ermöglicht Claude auch das Teilen sogenannter Artefakte(öffnet im neuen Fenster), welche unter anderem durch Visualisierungen und diverse Tools den Umgang mit größeren Datenmengen erleichtern sollen. Die Links zu den Artefakten sind weiterhin über Google auffindbar(öffnet im neuen Fenster), in dem Fall über die Sucheingabe "site:claude.ai/public".
Wie der Sicherheitsforscher Will Dormann auf Mastodon zeigt(öffnet im neuen Fenster), weist Claude beim Teilen von Artefakten zwar darauf hin, dass diese anschließend potenziell von "jedem im Internet" eingesehen werden können und bei Suchmaschinen auftauchen. Am Ende der gleichen Meldung heißt es jedoch auch, die Chats des Nutzers blieben "privat".
Auch Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) berichtete über die bei Google auffindbaren Chats. Demnach sind durch die geteilten Chat-Links unter anderem Patientendaten, Unternehmensinterna, Mitarbeiterdaten sowie Namen und Rufnummern von Schulkindern an die Öffentlichkeit gelangt. Vor rund einem Jahr gab es bei ChatGPT einen ähnlichen Vorfall(öffnet im neuen Fenster), bei dem über 100.000 Chats über Google auffindbar waren.