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Oberbayerin bringt Baby auf Netto-Parkplatz zur Welt – sie wusste nicht, dass sie schwanger ist

Stand: 21.07.2026, 06:30 Uhr

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Eine Spediteurin aus Bad Bayersoien bekommt auf einem Netto-Parkplatz in Hohenpeißenberg ein Baby – ohne von der Schwangerschaft gewusst zu haben.

Hohenpeißenberg – Mitten in der Nacht, beim Ausliefern von Zeitungen, überkommen eine 40-jährige Spediteurin aus Bad Bayersoien heftige Schmerzen. Was sie für Magenprobleme hält, entpuppt sich als Geburt: Auf dem Netto-Parkplatz in Hohenpeißenberg bringt Michaela Weingand ein Mädchen zur Welt – völlig ahnungslos, dass sie überhaupt schwanger war.

In der Nacht, in der Antonia zur Welt kam, wurde der Netto-Parkplatz zum Kreißsaal. Bürgermeister Thomas Dorsch freut sich über die waschechte Hohenpeißenbergerin.

In der Nacht, in der Antonia zu Welt kam, wurde der Netto-Parkplatz zum Kreißsaal. Ihre Geburt war eine Überraschung für Mutter Michaela Weingand. Thomas Dorsch freut sich über die waschechte Hohenpeißenbergerin. © DP-Pictures

Monatelange Bauchschmerzen – Arzt vermutete Stress statt Schwangerschaft

In jener warmen Sommernacht hatte Weingand gegen 23 Uhr ihr Zuhause in Bad Bayersoien verlassen, um im Druckzentrum Penzberg rund 4300 Zeitungsexemplare abzuholen und an Zusteller zu verteilen. Bereits seit Monaten litt die dreifache Mutter unter starken Bauchschmerzen. Ein Arzt hatte die Beschwerden auf die hohe Arbeitsbelastung geschoben. „Der Arzt dachte, es ist der Stress“, erzählt Weingand. Danach sei sie nicht mehr zur Untersuchung gegangen. Neben der Spedition versorgt sie mit ihrem Lebensgefährten 800 Hühner und muss wegen Personalmangels häufig selbst nachts die Touren fahren.

Ein paar Tage nach der Geburt ihrer Tochter Antonia kehrt Michaela Weingand an den Ort zurück, an dem die Kleine zur Welt kam.

Ein paar Tage nach der Geburt ihrer Tochter Antonia kehrt Michaela Weingand an den Ort zurück, an dem die Kleine zur Welt kam. © DP-Pictures

Gegen 1.15 Uhr erreichte sie den Netto-Parkplatz in Hohenpeißenberg, wo zwei Zusteller bereits warteten. Nach wenigen abgeladenen Stapeln wurden die Krämpfe unerträglich. „Es ging nicht mehr. Ich konnte nicht mehr aufrecht stehen“, sagt Weingand. Auf die Motorhaube gekauert, erkannte sie das Gefühl: „Da dachte ich zum ersten Mal, es fühlt sich so ähnlich an, wie bei der Geburt meines Sohnes.“ Dann ging alles rasend schnell. „Ich habe mir die Hose bis zu den Knien heruntergezogen und dann war sie schon da“, schildert die 40-Jährige. Sie wickelte den schreienden Säugling in ihre Jacke, ein Zusteller rief den Rettungsdienst. Panik habe sie nicht verspürt: „Dazu bin ich nicht der Typ. Es hilft ja nix“, sagt sie.

Hohenpeißenberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und liegt am Fuß des gleichnamigen Berges.

Kleine Antonia ist wohlauf – Bürgermeister überreicht Netto-Gutschein

Zwei Rettungswagen und ein Notarzt trafen ein, auch der Lebensgefährte eilte herbei – musste aber gleich weiterfahren, um die restlichen Zeitungen auszuliefern. „Ich hab’ ihn gleich weitergeschickt. Jemand musste die Zeitungen nach Peiting bringen“, erzählt die Mutter. Im Krankenhaus Garmisch wurde das Neugeborene untersucht: 3290 Gramm schwer, 53 Zentimeter groß – alles in Ordnung. Am Nachmittag war die Familie wieder vereint. Den Namen suchten die drei Geschwister beim Frühstück aus: Antonia heißt das Mädchen, in Hohenpeißenberg bereits als „Netto-Baby“ bekannt. „Ich bin so froh, dass alles passt und alles dran ist“, sagt Weingand.

Bürgermeister Thomas Dorsch überreichte der Familie im Namen der Gemeinde einen Netto-Gutschein und empfahl für eine mögliche Taufe die Gnadenkapelle. Die Idee gefällt der Mutter: „Das wäre mal was anderes. Zu einem besonderen Kind passt ein besonderer Taufort.“