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Lungenkrebszentrum in Oberbayern Süd erhält Zertifikat

Stand: 20.07.2026, 17:59 Uhr

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Freuen sich über die hohe Auszeichnung: (v.l.) Professor Dr. Stephan Budweiser, Dr. Ulrich Schulze und Professor Dr. Kai Nowak.

Freuen sich über die hohe Auszeichnung: (v.l.) Professor Dr. Stephan Budweiser, Dr. Ulrich Schulze und Professor Dr. Kai Nowak. © privat

Das Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd am Standort Rosenheim ist jetzt eines von 13 zertifizierten Zentren in Bayern. Agatharied, Ebersberg und Rosenheim kooperieren dabei – Bestrahlungen finden wohnortnah statt.

Landkreis – Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache. Während die Erkrankungsrate bei Frauen in Deutschland noch steigt, sinken die Zahlen bei Männern nur langsam. Zugleich zeigen Studien: Wer in zertifizierten Krebszentren behandelt wird, lebt im Schnitt länger, erleidet weniger Komplikationen und profitiert von besserer Operationsqualität.

Krankenhäuser bündeln ihre Kräfte

Jetzt hat das Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd am Standort Rosenheim die Auszeichnung „Lungenkrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft“ erhalten und ist damit eines von 13 in Bayern. Das Krankenhaus Agatharied, das Klinikum Ebersberg München Ost und das RoMed Klinikum Rosenheim bündeln damit ihre Kräfte – für eine wohnortnahe Versorgung auf Spitzenniveau.

Das Zentrum spannt ein Versorgungsnetz über den südostbayerischen Raum. Der Standort Rosenheim übernimmt die interdisziplinäre Steuerung. Diagnostik und onkologische Therapie finden, mit Ausnahme einer etwaigen operativen Entfernung des Tumors, die zentral in Rosenheim erfolgt, wohnortnah in den beteiligten Häusern statt. Verdächtige Lungenbefunde werden in eigens eingerichteten pneumologischen Sprechstunden rasch abgeklärt.

Zentrale begutachtung in Rosenheim

Jeder Fall mit Krebsverdacht oder gesicherter Diagnose wird anschließend in der zentralen Tumorkonferenz im RoMed Klinikum Rosenheim vorgestellt. Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen legen dort gemeinsam den individuellen Behandlungsplan fest – leitliniengerecht und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Die Thoraxchirurgie in Rosenheim übernimmt, wenn nötig, die Operation. „Unsere erfahrenen Chirurgen operieren überwiegend minimalinvasiv und je nach Indikation auch mithilfe des OP-Roboters daVinci. Dabei werden sehr gute Ergebnisse erzielt“, heißt es aus dem Team um Professor Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Medikamentöse Therapien und Bestrahlungen finden wieder heimatnah in Ebersberg, Agatharied oder Rosenheim statt.

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Zertifizierte Lungenkrebszentren unterliegen strengen Vorgaben. Sie müssen hohe Mindestfallzahlen erreichen, interdisziplinäre Tumorkonferenzen nachweisen, strukturierte Kooperationen mit niedergelassenen Praxen pflegen und jedes Jahr in einem Audit zeigen, dass sie die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllen.

„Die Einbindung in das zertifizierte Lungenkrebszentrum stellt sicher, dass auffällige Befunde rasch weiter abgeklärt und Patienten nach den aktuellen S3-Leitlinien behandelt werden“, betont Professor Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 – Schwerpunkt Pneumologie – am RoMed Klinikum Rosenheim. Ziel ist es, Lungenkrebs frühzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu erkennen und damit zu heilen.

Klare Strukturen für Hausärzte

Die Hausärztinnen und Hausärzte der Region bleiben erste Ansprechpersonen für ihre Patientinnen und Patienten. Sie kennen die Menschen, ihre Lebensumstände und Vorerkrankungen. Für sie bietet das Lungenkrebszentrum klare Strukturen: feste Ansprechpartner, direkte Durchwahlnummern, standardisierte Überweisungspfade und die Möglichkeit, Fälle in der Tumorkonferenz vorzustellen.

„Es gibt einen klar definierten Behandlungsprozess über Landkreisgrenzen hinweg. In kooperativer Zusammenarbeit werden so beispielsweise auch Doppeluntersuchungen vermieden. Unsere Patientinnen und Patienten sollen nicht erst in die Großstadt fahren müssen, um eine Therapie auf Spitzenniveau zu erhalten“, unterstreicht Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken.