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Wechsel kam nie infrage: Anführer Akhim Seber erfüllt sich Traum in Rhynern – „ein vollendetes Gefühl“

Stand: 20.07.2026, 18:00 Uhr

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TuS Ennepetal Westfalia Rhynern Akhim Seber

Seit acht Jahren gibt Akhim Seber (rechts) im Trikot des SV Westfalia Rhynern zuverlässig alles für seinen Club. Nun erfüllt sich sein Traum von der Regionalliga. © Patrick Droste

Akhim Seber wechselte 2018 aus der Westfalenliga nach Rhynern, um den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Freunde nahmen ihn irgendwann nicht mehr ernst, wenn er jede Saison vom Aufstieg sprach.

Hamm – Akhim Seber ist neben Michael Wiese die große Konstante im aktuellen Team des SV Westfalia Rhynern. 2018 war er aus der Westfalenliga vom SC Neheim in den Hammer Süden gewechselt, weil er zuerst in der Fußball-Oberliga Fuß fassen und dann auch den nächsten Schritt in die Regionalliga machen wollte. Doch erst nach acht langen Jahren im Trikot der Westfalia ist ihm nun dieser in jeder Spielzeit neu ins Visier genommene Sprung in die Viertklassigkeit gelungen. „Ich mache da keinen Hehl draus. Ich habe Freunde, die mich dann irgendwann auch nicht mehr ernst genommen haben, wenn ich denen immer vorgegaukelt habe: Dieses Jahr schaffen wir es. Doch dann hat es wieder nicht geklappt. Es hat halt nie gereicht, auch wenn wir oft oben dabei waren“, sagt der mittlerweile 32-Jährige, der sich mit großem Grauen an die Saison 2020/21 zurückerinnert, als die Rhyneraner erst auf der Zielgeraden durch eine Niederlage bei Eintracht Rheine den Aufstieg in die Regionalliga verpasst hatten: „Da hatten wir die Gegner vorher echt alle in Grund und Boden gespielt. Da hatte wirklich keiner das Gefühl, dass wir das vergeigen. Deswegen war es umso deprimierender, dass es in dieser magischen Saison nicht geklappt hat.“

Anführer Akhim Seber erfüllt sich Traum bei Westfalia Rhynern

Doch Seber gab nicht auf, verschwendete auch keinen Gedanken daran, den Verein zu verlassen und sich woanders den Traum von der Regionalliga zu erfüllen. „Ich habe mir gedacht, jetzt heißt es einfach weitermachen und vor allem nicht den Kopf in den Sand stecken“, betont er. Und umso glücklicher war er, als er mit seiner Westfalia im Frühsommer dieses Jahres den ersehnten Aufstieg geschafft hatte und er nun in der kommenden Saison eine Liga höher seine Fußballschuhe schnüren kann: „Das ist wirklich ein schönes und vollendetes Gefühl. Das wird mir niemand mehr nehmen können.“

Victoria Clarholz - Westfalia Rhynern, Akhim Seber

Anführer auf dem Platz: Akhim Seber wird während der Rhyneraner Spiele auch schon mal lauter. © Patrick Droste

Im Laufe dieser acht Jahre, in denen er das Trikot des SV Westfalia trägt, haben sich auch seine Position und seine Aufgabe innerhalb der Mannschaft stark verändert: auf dem Platz, wo er schon mal lauter wird, wenn es nicht so gut läuft. Aber auch in der Kabine. „Innerhalb der letzten zwei, drei Jahre musste ich aufgrund meiner Erfahrung und aufgrund der Jahre, die ich in Rhynern bin, die Rolle eines Führungsspielers übernehmen“, sagt er und verrät, dass er gerne vorangeht und gerade den jüngeren Akteuren wichtige Tipps gibt. „Sie brauchen auch mal lobende Worte, für sie ist das enorm wichtig. Ich fühle mich damit absolut wohl und versuche immer, positiven Input reinzubringen und jedem ein gutes Gefühl zu geben.“

Das Mannschaftsgefüge muss in Rhynern stimmen

Denn Seber ist es wichtig, dass nicht jeder sein eigenes Ding macht, sondern dass die Mannschaft als Einheit agiert, in der jeder für jeden da ist und in der jeder mit jedem gut auskommt. „Mir ist es wichtig, dass das Mannschaftsgefüge passt, dass wir eine Familie sind. Das hat Rhynern immer stark gemacht“, sagt er und ist davon überzeugt, dass sich dieses gute Miteinander auch auf dem Platz bezahlt macht: „Wir sind immer ein Kollektiv gewesen. Und das soll auch so bleiben und vielleicht sogar noch weiterentwickelt werden, damit wir zusammen noch robuster werden und richtig eklig sind für die Gegner.“

Denn auch wenn Seber seinen großen Traum, einmal in der Regionalliga zu spielen, bald erreicht hat, hat er nach dem Aufstieg natürlich neue Ziele vor Augen: zum einen möglichst viele Spiele in dieser für ihn neuen Liga zu bestreiten und zum anderen dort den Klassenerhalt zu schaffen.

Der Konkurrenzkampf ist groß

Dass er in der kommenden Saison nicht wie in der Vergangenheit auf der linken Offensivseite gesetzt ist, ist ihm angesichts der guten Neuzugänge klar. Doch kampflos wird er seinen Stammplatz auf keinen Fall aufgeben. „Damit muss man ganz professionell umgehen, weil ich natürlich weiß, wie der Hase im Sport läuft: Es ist ein Leistungsgeschäft, da spielt der Beste oder der Bessere“, erklärt er. „Man muss auf dem Platz liefern. Und wenn man liefert, dann spielt man auch.“ Seber ist jedenfalls hungrig und ehrgeizig genug, sich dem Konkurrenzkampf in der Offensive zu stellen. Sollte seine Leistung nicht reichen, dass er in jeder Partie von Beginn an aufläuft, wird er die Trainer-Entscheidung sportlich nehmen und diese als Motivation sehen, noch mehr Gas zu geben: „Konkurrenzkampf ist immer förderlich für alle. Aber auch wenn man mal zwei- oder dreimal draußen ist, soll man für die Mannschaft alles geben. Man muss einfach weitermachen und geduldig bleiben.“

Über allem steht für Seber, der als Lehrer an einer Hauptschule die Fächer Sozialwissenschaft und Sport unterrichtet, aber der Klassenerhalt, damit sein Traum nicht schon nach einem Jahr wieder vorbei ist. „Es ist schwierig, eine Prognose abzugeben, weil ich noch nie in der Regionalliga gespielt habe“, erklärt er. „Wir werden schon eine besondere Saison brauchen. Aber ich kann eins versprechen: Wir werden alles raushauen, was in unserer Macht steht.“