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Hovawart-Hündin beißt Mann blutig – jetzt droht der Wesenstest

Stand: 24.07.2026, 07:00 Uhr

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Kelkheim, Schild Leinenpflicht

Die Leinenpflicht gilt nun für den betroffenen Hund. © wein

Nach dem Angriff auf Patrick Falk und seine Hündin hat die Stadt eine Leinenpflicht angeordnet. Dem Opfer sind inzwischen zehn weitere Attacken des Hovawarts auf andere Hunde bekannt.

Eppenhain – Dieser Fall vom 24. April hatte in der Stadt die Gemüter erhitzt wie zuletzt kaum ein anderes Ereignis oder eine politische Diskussion. Auch im Ausschuss war der Beißangriff einer Hovawart-Hündin in Eppenhain auf eine Rauhaardackel-Dame und vor allem deren Herrchen Patrick Falk zum Thema geworden. Von einer intensiven Prüfung hatte die Stadt damals berichtet, sie werde das intensiv und lückenlos verfolgen, hatte Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) noch betont.

Kelkheim, Schild Leinenpflicht

Kelkheim, Schild Leinenpflicht © wein

Stadt und Beteiligte äußern sich nicht

Inzwischen liegt auch ein Ergebnis der Befragungen der jeweiligen Hundehalter und von möglichen Beobachtern vor. Doch die Stadt sei „nicht befugt“, das zu verkünden, so Kündiger auf Nachfrage. Denn es handele sich um ein Verfahren zwischen Privatpersonen, da gelte dann der Datenschutz und der Schutz der Persönlichkeitsrechte, betont der Bürgermeister. Die Stadt habe den Vorfall entsprechend der Regeln und Vorgaben geprüft und abgearbeitet sowie den Parteien ihr Ergebnis dann auch mitgeteilt.

Der Geschädigte des Vorfalls indes hat kein Problem und keine Restriktion, vom Ergebnis zu berichten. Das Ordnungsamt der Stadt habe die Verfügung herausgegeben mit einer Leinenpflicht für die Hündin, berichtet der Eppenhainer. Zudem muss die Halter-Familie ihr Tier einem Wesenstest unterziehen, so Falk, der FDP-Fraktionschef im Stadtparlament ist. „Ich begrüße das sehr, wenn es umgesetzt wird“, sagt der Eppenhainer. Er selbst werde wohl verklebtes Narbengewerbe und damit eine eingeschränkte Mobilität seiner zerbissenen Hand zurückbehalten. Auch seine Hündin Lotte habe noch Probleme beim Laufen und verkrieche sich immer, wenn sie größere schwarze Hunde sehe, berichtet er.

Die beteiligten Halter der Hovawart-Hündin wollen sich zu dem Vorfall und der Prüfung der Stadt auf Anfrage nicht äußern. Falk indes sieht auch Tücken im Urteil. So dürfen sich die Besitzer des Hundes den Gutachter anhand einer zumindest vorgegebenen Liste selbst aussuchen. Er wolle sich nun dafür einsetzen, dass die Hundeverordnung des Landes in diesem Punkt geändert wird, damit das Regierungspräsidium den Prüfer vorgeben könne.

Landtags-Kontakt zu Regeländerung

Entsprechenden Kontakt zur FDP-Landtagsfraktion habe er schon aufgenommen, so Falk. Denn mit Blick auf weitere Vorfälle mit Hündin und Haltern im Ort sagt er: „Ich zweifele daran, dass sie das ordnungsgemäß umsetzt.“ Ihm seien inzwischen zehn Fälle bekannt, in denen Hunde von diesem Hovawart attackiert wurden, während es nun der erste Angriff auf einen Menschen war.

Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Die Halterin des betroffenen Tieres hatte berichtet, Falk habe in eine Beißerei zwischen zwei Hunden eingegriffen. Für viele Kenner gilt das als „No-Go“. Der Betroffene wiederum betont, er habe ohnehin dort als „natürlicher Puffer“ gestanden, da sich seine Hündin hinter ihm versteckt habe. Der Hovawart habe in diesem Moment nicht zwischen Mensch und Tier unterschieden. Was ihn noch immer besonders ärgert: „Diese Tatenlosigkeit. Die Halterin hat nichts getan, um den Hund abzurufen.“ Weshalb er den Fall öffentlich gemacht und weitere Geschädigte gesucht hat. Falk geht auch privat in Sachen Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen die Eppenhainer vor, die er seitdem in diesem Gassi-Gebiet nicht mehr gesichtet habe. Bis zum Abschluss fürchtet er indes aber auch: „Das wird ein langer Weg.“