everyschematic.com

Grundschule Elbach: Gemeinderat entscheidet über zehn Millionen Euro

Stand: 24.07.2026, 07:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bildung im Karee: die Grundschule Elbach nach der geplanten Erweiterung und Generalsanierung.

Bildung im Karree: die Grundschule Elbach nach der geplanten Erweiterung und Generalsanierung. © Werkbureau Hohenreiter

Der Gemeinderat Fischbachau stimmt über die Erweiterung und Generalsanierung der Grundschule Elbach ab. Mit einem Projektsteuerer könnte die Gemeinde einiges sparen.

Elbach – Bevor die Schulbänke in den neuen Klassenzimmern stehen, muss die Gemeinde Fischbachau zunächst zur Bank gehen. Baukosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro sind für die Erweiterung und Generalsanierung der Grundschule Elbach in den Haushaltsjahren 2026 bis 2031 vorgesehen. Obwohl Zuschüsse von gut 6,3 Millionen Euro in Aussicht gestellt sind, muss die Gemeinde zunächst in Vorleistung gehen. Doch es hat sich eine finanziell attraktivere Alternative aufgetan, über die der Gemeinderat am Montagabend, 27. Juli, – neben der generellen Weiterverfolgung des Projekts – abstimmen wird: die Beauftragung eines Projektsteuerers durch einen Geschäftsbesorgungsvertrag.

Der Finanzausschuss hat sich in nicht öffentlicher Sitzung bereits einstimmig für dieses Vorgehen ausgesprochen, teilt Gemeindegeschäftsleiter Felix Stahl auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dies sei aber lediglich eine Empfehlung für den Gemeinderat, der als Gesamtgremium die finale Entscheidung treffen müsse. Im Beschlussvorschlag enthalten ist neben der Freigabe der Architekten- und Ingenieursleistungen zur Vorbereitung des Bauantrags auch die (in diesem Fall notwendige) europaweite Ausschreibung der Projektsteuerungsleistungen. Die Kosten dieses Vergabeverfahrens sollen dabei gut 17.200 Euro betragen. Der Auftragswert selbst werde sich auf gut 350.000 Euro belaufen und der Bieterkreis aufgrund der Vorgaben der Gemeinde „sehr klein“ sein.

Projektsteuerer könnte beim Sparen helfen

Wie sich ein Projektsteuerer wie etwa die BayernGrund finanziell entlastend auswirken könnte, ist im Sachvortrag zur Sitzung mit einer detaillierten Beispielrechnung aufgeführt. So würde die Gemeinde hier etwa von einem Kontokorrentkredit profitieren, der im Vergleich zum Annuitätendarlehen deutlich flexibler ist. So würde hier immer nur das für den jeweiligen Baufortschritt notwendige Darlehen aufgenommen und Fördermittel könnten direkt bei Auszahlung als Sondertilgung eingebracht werden. Die Folge: eine Zinsbelastung von nur 985.000 statt 1,9 Millionen Euro. Hinzu käme eine enorme Entlastung der Gemeindeverwaltung, die gemessen am Aufwand der Steuerung dieses hochkomplexen Projekts eine auf fünf Jahre befristete Stelle mit Kosten von 426.000 Euro schaffen müsste.

Baulich gesehen steht in der jetzigen Planungsphase bereits so gut wie alles fest. Wie berichtet, hat die Regierung von Oberbayern Ende 2024 die schulaufsichtliche Genehmigung für das Raumprogramm im Rahmen einer dreizügigen Grundschule erteilt und eine nachträgliche Änderung für eine neue Lernlandschaft Ende Mai 2025 ebenfalls anerkannt. Die Erweiterungsfläche soll 858 Quadratmeter betragen, 100 neue Plätze für ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote werden geschaffen. „Jede Abweichung von diesem Raumprogramm würde bedeuten, dass wir das ganze Genehmigungsverfahren nochmals durchlaufen müssen“, schickt Stahl auf Nachfrage voraus. Die zugrundegelegten Schülerzahlen würden aber nach Auswertung der Geburten tatsächlich so bestehen.

Erweiterungsbau, Altbau und Anbau im Karree

Betrachtet man das gesamte Grundstück, soll der Erweiterungsbau zusammen mit dem Altbau und dem bereits verwirklichten Anbau ein Karree bilden. Die Verbindung zum Bestandsgebäude soll mit einer als Lernlandschaft genutzten Gang im mit drei Klassenzimmern, zwei Gruppenräumen und Garderoben ausgestatteten Obergeschoss erfolgen. Im Erdgeschoss sollen sich die Aula, ein als Speisesaal genutzter Mehrzweckraum, Küche, Stuhllager, Putzraum, Umkleide, Lagerräume und WC befinden. Im Keller schließlich sind vier Gruppenräume, ein Putzraum, ein Abstellraum, ein Technikraum, ein Elektro-Anschlussraum sowie ebenfalls Garderobe und Toiletten vorgesehen. Beheizt werden soll die Schule über einen Anschluss an das bestehende Nahwärmenetz, das bereits auch den benachbarten Pfarrstadl versorgt.

Die ebenfalls geplanten Umbauten im Bestandsgebäude wird Architekt Ludwig Hohenreiter in der Gemeinderatssitzung selbst vorstellen. Diese beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.