Stand: 25.07.2026, 06:23 Uhr
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Wohin, wenn’s heiß ist? Die Kirchen Maria Himmelskron und St. Cäcilia bieten Menschen die Möglichkeit, sich abzukühlen. © Bechthold, ClaudiaHeusenstamm erarbeitet einen kommunalen Hitzeaktionsplan. Die Stadt liegt in einem besonders wärmebelasteten Gebiet.
Heusenstamm – Zum Wochenende nimmt der Sommer wieder Fahrt auf und die Temperaturen sollen an der 30-Grad-Marke kratzen. Da Hitzetage mittlerweile zur Regel werden und keine Ausnahme mehr sind, hat der Kreis Offenbach den Hitzeaktionsplan herausgegeben. Die Stadt Heusenstamm wird nun einen Entwurf für die Kommune erarbeiten. Das hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Umsetzung dauert noch etwas: Im September soll der ausgearbeitete Plan der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.
Mit dem Plan bündelt die Stadt ihre bereits laufenden Aktivitäten zum Hitzeschutz in einem strategischen Gesamtrahmen und richtet sie konsequent auf die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen aus: ältere Menschen und Kinder in den Kindertageseinrichtungen. „Die Hitzewelle im Juni hat uns allen noch einmal deutlich gemacht, worum es geht: um die Gesundheit und im Ernstfall um das Leben von Menschen in unserer Stadt“, sagt Bürgermeister Steffen Ball (CDU).
Heusenstamm hat eine über- durchschnittlich alte Bevölkerung, und gerade alleinlebende ältere Menschen sind bei extremer Hitze besonders gefährdet.
Nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat sich die durchschnittliche Zahl der heißen Tage mit Temperaturen ab 30 Grad in Hessen von vier Tagen im Zeitraum 1951 bis 1980 auf zehn Tage im Zeitraum 1995 bis 2024 mehr als verdoppelt.
Heusenstamm liegt im südlichen Ballungsraum Rhein-Main, einer der am stärksten wärmebelasteten Regionen Deutschlands. Die Klimaprojektionen zeigen: Die Zunahme heißer Tage und Tropennächte wird sich fortsetzen. Hitzeschutz ist damit keine Reaktion auf ein einzelnes Ereignis, sondern eine kommunale Daueraufgabe. „Heusenstamm hat eine überdurchschnittlich alte Bevölkerung, und gerade alleinlebende ältere Menschen sind bei extremer Hitze besonders gefährdet. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für die Kleinsten in unseren Kitas, die sich selbst noch gar nicht vor Hitze schützen können. Für beide Gruppen wollen wir mit dem Hitzeaktionsplan verbindliche und wirksame Strukturen schaffen“, sagt Ball.
Dabei liegt eine Priorität auf baulich-technischem Hitzeschutz in den städtischen Kitas, wovon bislang keine mit einer Klimaanlage ausgestattet ist. Für Klimatisierung, Außenbeschattung und Sonnenschutz sollen Mittel aus dem Sondervermögen bereitgestellt werden, ergänzend werden Förderprogramme geprüft, heißt es weiter.
Bereits zum neuen Kitajahr wird zudem ein verbindliches Hitzeschutzkonzept für die städtischen Kitas in Kraft treten. Es legt Temperaturschwellen, Dokumentationspflichten und abgestufte organisatorische Reaktionen fest und wird als eigenständiger Fachbaustein in den Hitzeaktionsplan integriert. Die Beschlussfassung im Magistrat ist für den 4. August vorgesehen, die Vorstellung im Gesamtelternbeirat für den 18. August.
Der Hitzeaktionsplan knüpft an bereits umgesetzte Projekte an, heißt es aus dem Rathaus. Dazu zählen der Informationsflyer „Hitze in der Stadt“, Schattenbäume auf städtischen Spielplätzen aus einer Pflanzaktion mit der „Bürger*innen-Stiftung“, die neuen Baumstandorte nach dem „Stockholmer Modell“ in der Ludwigstraße und der Frankfurter Straße, die Pflanzung klimaresilienter Esskastanien im Stadtwald sowie die Prüfung neuer Bankstandorte und öffentlicher Trinkwasserbrunnen. Der Kreis Offenbach hat auf einer Karte alle „kühlen Orte“ gesammelt; neben vielen schattigen Sitzbänken zählen in Heusenstamm die Kirchen Maria Himmelskron (Marienstraße) und St. Cäcilia (Kirchstraße) dazu.
Künftig sollen darüber hinaus unter anderem die Anbindung an das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes, der mögliche Aufbau eines Hitzeregisters für besonders gefährdete Haushalte, Hitzepatenschaften und die Ausweisung öffentlicher Abkühlungsorte hinzukommen.