Häfen, Fische, Tourismus
Der niedrige Rheinpegel wird an gleich mehren Stellen zum Problem
Die extremen Wetterverhältnisse und die daraus entstandene Trockenheit sorgen dafür, dass der Wasserstand des Rheins immer tiefer sinkt. Das hat nun schwerwiegende Folgen – für Schifffahrt, Ökosysteme und die Wirtschaft generell.
Publiziert: 18:04 Uhr
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Aktualisiert: vor 8 Minuten
Darum gehts
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- Niedrigwasser im Rhein zwingt Twerenbold Reisen zu Programmänderungen und Annullierungen
- Frachtschiffe können nur 40 bis 50 Prozent ihrer Ladung transportieren, Kosten steigen
- Wassertemperaturen bei Basel über 25 Grad, Kaltwasserfische massiv gefährdet
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk
Aufgrund der Niedrigwasserstände des Rheins stehen Anbieter von Kreuzfahrten aktuell vor grossen Herausforderungen. «Wir unternehmen unser Möglichstes, um den Gästen die Reisen im vorgesehenen Rahmen sicher anbieten zu können», teilt Karim Twerenbold, Verwaltungsratspräsident von Twerenbold Reisen, auf Anfrage von Blick mit.
Insbesondere die Flussabschnitte zwischen Basel und Mannheim (D) sowie Teile im Mittelrheintal sorgen für Kopfzerbrechen. Sie machen derzeit häufig Programmanpassungen bei den Kreuzfahrten notwendig. Als Zwischentransportlösung setzt das Unternehmen auf die eigenen Reisebusse, die die Schiffe an Land begleiten. Heftig für Reisende und Veranstalter: Bereits zwei Reisen mussten aufgrund des Niedrigwasserstandes ganz annulliert werden.
Die Frachtschiffe fahren nur mit der Hälfte der Ladung
Auch an den grossen Häfen in Basel werden die Folgen des Niedrigwasserstands sichtbar. Die Frachtschiffe verkehren auf dem Rhein momentan nur mit einem Drittel ihrer üblichen Ladung. Grund dafür ist vor allem der extrem tiefe Wasserpegel im deutschen Mittelrhein.
Die Fixkosten für die Transportfahrten bleiben gleich, aber die Unternehmen benötigen mehr Schiffe, um die übliche Menge an Containern zu liefern. Demzufolge steigen die Preise für die Kunden der Transportunternehmen laut dem Bericht um das Zwei- bis Dreifache an.
Kaltwasserfische geraten in Bedrängnis
Laut der «Basler Zeitung» wurden an der Basler Messstation Rheinhalle die tiefsten Juli-Abflusswerte seit Messbeginn registriert. In Kombination mit den hohen Lufttemperaturen führte das dazu, dass die Wassertemperatur an der Messstation Palmrain am Mittwoch im Schnitt 25,5 Grad erreichte.
Wie das Wasserforschungsinstitut Eawag auf Anfrage von Blick mitteilt, leiden wärmeempfindliche Fischarten wie Forellen und Äschen bei Temperaturen über 25 Grad stark. Halten sich die Temperaturen über etwa eine Woche, können die Tiere daran sterben.
Umso wichtiger werden daher kühle Seitengewässer und Stellen, an denen Grundwasser in den Rhein strömt – diese dienen den Fischen als Rückzugsraum. Bei der aktuellen Trockenheit sind aber auch diese teils vom Austrocknen bedroht. In einigen Kantonen gelten auch deshalb strenge Richtlinien in Bezug auf vorgeschriebene Restwassermengen.
Aufgrund des Klimawandels ist auch in Zukunft mit höheren Wassertemperaturen zu rechnen. Wie es von der Eawag heisst, werden sich dementsprechend vor allem wärmetolerante Arten wie der Wels oder die Schwarzmeergrundel verbreiten und die Kaltwasserfische zunehmend zurückgedrängt werden.