everyschematic.com

Warnung vor Schmuckbetrug: Frau zahlt 500 Euro in Basel

Publiziert11. Juli 2026, 21:32

Basel–Saint-Louis«Fühlte mich bedroht» – Baslerin zahlt 500 Euro für Fake-Schmuck

Ein Mann gab sich am Grenzübergang Basel–Saint-Louis als Geschäftsmann aus Dubai aus. Eine Baslerin zahlte 500 Euro für Fake-Schmuck. Die Polizei warnt vor dieser Masche.

Pina Olivia Wiemer

Darum gehts

«Er hat uns den Schmuck fast aufgezwungen», sagt eine Baslerin zu 20 Minuten. Was am Sonntag als kurzer Halt am Grenzübergang Basel–Saint-Louis begann, endete für sie mit einem Verlust von 500 Euro. Erst kürzlich hatte das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) vor betrügerischen Schmuckverkäufern gewarnt.

Die Frau, die anonym bleiben möchte, war mit einem Kollegen auf der französischen Seite des Grenzübergangs unterwegs, als sie von einem elegant gekleideten und mit Schmuck behangenen Mann angesprochen wurden.

Schmuckhändler: «Bin ein reicher Mann aus Dubai»

Der Unbekannte erzählte, er sei ein wohlhabender Geschäftsmann aus Dubai. Seine Familie warte in Berlin auf ihn, doch ihm fehle plötzlich Geld für die Weiterreise. Während er seine Geschichte schilderte, drückte er den beiden mehrere Ringe und Schmuckstücke in die Hände. Diese sollten als Pfand dienen, bis er das Geld zurückzahlen könne.

Die Baslerin wurde misstrauisch. «Der Schmuck sah überhaupt nicht echt aus», sagt sie. Trotzdem liess der Mann nicht locker. «Er hat uns den Schmuck fast aufgezwungen», so die Frau. Er habe ununterbrochen auf die beiden eingeredet und sei immer aufdringlicher geworden. «Wir fühlten uns emotional unter Druck gesetzt», erzählt sie.

Der Schmuckhändler habe ihr den Schmuck beinahe aufgezwungen, erzählt die Frau.

Der Schmuckhändler habe ihr den Schmuck beinahe aufgezwungen, erzählt die Frau.20min/News-Scout

Da sie kein Bargeld bei sich hatten, fuhren sie gemeinsam mit dem Mann zu einem Bankomaten. Dort hofften sie, wegen der Überwachungskameras zumindest etwas sicherer zu sein.

Während ihr Kollege 500 Euro abhob, sprach der Mann eindringlich auf die Frau ein: «Er sagte immer wieder, dass er das Geld zurückzahlen wird.» Der Händler habe ihr weiteren Schmuck in die Hände gelegt und behauptet, dieser habe einen Wert von 50'000 Euro. Nach der Geldübergabe stiegen sie ins Auto und fuhren davon.

Die Frau filmte einen Teil der Interaktion, dabei ist das Auto der Schmuckhändler zu sehen.

Die Frau filmte einen Teil der Interaktion, dabei ist das Auto der Schmuckhändler zu sehen.20Minuten/New-Scout

Behörden warnen vor Fake-Schmuckhändler

Der Vorfall passt zu einer Betrugsmasche, vor der das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) seit Längerem warnt. Ende Juni kontrollierte das BAZG am Grenzübergang Basel-Lysbüchel ein Fahrzeug mit rumänischen Kennzeichen. Die beiden Personen waren zuvor in Muttenz aufgefallen, weil sie Passanten vermeintlichen Goldschmuck direkt aus ihrem Auto verkaufen wollten.

Bei der Kontrolle fanden die Einsatzkräfte zahlreiche goldfarbene Schmuckstücke, wie das BAZG in einer Medienmitteilung schreibt. Zwar erklärten die beiden, es handle sich lediglich um Modeschmuck. Dieser war jedoch mit der Punzierung «18k» versehen und damit als hochwertiger Goldschmuck gekennzeichnet. Da dies gegen das Edelmetallkontrollgesetz verstösst, wurde der Schmuck eingezogen.

Polizei empfiehlt beim Schmuckkauf

Ob zwischen diesem Fall und dem Erlebnis der Baslerin ein Zusammenhang besteht, können das BAZG sowie die Kantonspolizeien Basel-Stadt und Basel-Landschaft auf Anfrage von 20 Minuten nicht bestätigen. Die Behörden registrierten in den vergangenen Monaten jedoch mehrere ähnliche Vorfälle in der Region.

Aktivier jetzt den Basel-Push!

Mit dem Basel-Push von 20 Minuten bekommst du die News und Geschichten, die die Nordwestschweiz bewegen, blitzschnell auf dein Handy geliefert.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!

Pina Olivia Wiemer

Pina Olivia Wiemer (pow) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist seit Mai 2026 Praktikantin bei der Lokalredaktion Basel.

Deine Meinung zählt

Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert