Schon lange im Visier der Fachleute
Dass der 19-Jährige ein Faktor bei der EM sein könnte, war schon vor Turnierbeginn allen Fachleuten klar. Der 2,01 Meter große und über 110 Kilogramm schwere Keeper ist schon lange im Visier der deutschen Handballelite. Der gebürtige Schleswig Holsteiner hat in den letzten Jahren sämtliche Nachwuchs-Auswahlteams des deutschen Handballbundes durchlaufen, ist im Nationaltrikot schon ein regelrecht alter Hase.
Und Knaack machte auch auf Vereinsebene einen höchst interessanten Move: Nach seinen ersten Jahren im Trikot des kleinen Klubs TSV Bargteheide wechselte er als 14-Jähriger zum HSV Hamburg, wo ihm ausbildungsmäßig sozusagen der letzten Schliff gegeben wurde.
Zwei Jahre Essen - erst einmal
Im Sommer 2025 dann der Aufstieg ins Bundesligateam der Hamburger mit einer ganz speziellen Karriere-Idee: Um kontinuierliche Spielpraxis zu sammeln, wurde der junge Hüne ins Ruhrgebiet verliehen: Zweitligist TuSEM Essen erhielt den Zuschlag und hat seither einen Nationaltorwart im Kasten stehen.
HSVH-Sportdirektor Johannes Bitter erklärte auf der vereinseigenen Homepage dazu: "Uns war es wichtig, ihn perspektivisch an uns zu binden und ihm gleichzeitig die besten Möglichkeiten für seine Entwicklung zu bieten. Die Leihe nach Essen ermöglicht ihm, regelmäßig auf Zweitliga-Niveau zu spielen und den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen."
"Hat Riesen-Karriere vor sich"
"Wir sind total glücklich mit Finn und glauben, dass er noch eine Riesen-Karriere vor sich hat", sagt Herbert Stauber, Sportlicher Leiter der Essener. TuSEM hat eine schwierige Saison in der 2. Liga hinter sich, zwischenzeitlich drohte dem ehemaligen Bundesligisten sogar der Sturz in Liga drei.
"Dass wir es letztlich geschafft haben und die Klasse halten konnten, hatte auch mit der tollen Entwicklung von Finn zu tun, der bei uns in der Rückrunde ein ganz wichtiger Faktor war", beschreibt Stauber. Die größten Qualitäten beim Youngster sieht er in seiner enormen Präsenz: "Mit seiner Größe und seiner Erscheinung ist er für die gegnerischen Stürmer schon ein echtes Brett. Im Eins-gegen-Eins hat er sich schon jetzt zu einem echten Klassemann entwickelt", findet der TuSEM-Verantwortliche.
Essen will Knaack unbedingt halte
Für Knaack, der 2025 in Hamburg sein Abitur "baute", steht die Handball-Karriere jetzt erst einmal im Vordergrund, er wird zunächst ein weiteres Jahr sicher in Essen verbringen. "Wir hoffen schon, dass wir mit ihm im Kasten eine bessere Runde spielten als im letzten Jahr", schätzt Stauber die Lage ein. Lieber heute als morgen würde er einen längeren Verbleib des Keepers in Essen dingfest machen. Doch die Leihe ist mit Hanmburg zunächst auf zwei Jahre befristet, danach muss neu verhandelt werden.
"Wir werden schon alle Argumente in die Waagschale schmeißen, um Finn von einem längeren Verbleib in Essen zu überzeugen", kündigt Stauber an. Doch zunächst geht es ja um etwas anderes: Knaack will in Rumänien mit der deutschen U20 Europameister werden. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.
Unsere Quellen:
- Autorengespräch mit Herbert Stauber
- Homepage HSV Hamburg
- Homepage TuSEM Essen
- Homepage Deutscher Handballbund
Sendung: WDR.de, Handball-Keeper Finn Knaack bei U20-EM im Fokus, 16.07.2026, 12:08 Uhr
Quelle: oja