Elektro-SUV als Hoffnungsträger: Neuer VW ID.Cross kostet unter 28.000 Euro – ein erster Eindruck
Stand: 16.07.2026, 13:07 Uhr
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Etwas höher sitzen – und ein bisschen mehr Platz: Der VW ID.Cross ist die SUV-Alternative zum ID.Polo. In der Basis kostet der „XXL-Polo“ nur 3000 Euro mehr. Ein erster Eindruck.
Hamburg – Über dem Volkswagen-Konzern hängen aktuell dunkle Wolken. Es stehen harte Einsparungen ins Haus: Zehntausende Arbeitsplätze sollen wegfallen, sogar einige Werke stehen auf der Kippe. Umso wichtiger ist, dass nun jedes neue Modell schnell in die Erfolgsspur kommt. Vor allem, wenn die Konkurrenz in einem Segment längst vorausgefahren ist – etwa Kia mit dem EV2, Opel mit dem Mokka-e und Renault mit dem R 4. Doch jetzt hat auch VW mit dem ID.Cross ein elektrisches Kompakt-SUV enthüllt. Die Basisversion „Trend“ soll mit rund 27.995 Euro – knapp unter der psychologisch wichtigen 28.000-Euro-Marke starten.

Ein kleines und relativ günstiges Elektro-SUV: Der neue VW ID.Cross startet bei rund 28.000 Euro. Ich durfte vorab schon mal einen Blick auf das neue Modell werfen. © Martin Meiners/VWDer ID.Cross dürfte für viele Kunden die attraktivere Alternative zu seinem technischen Zwilling ID.Polo sein, mit dem er sich die MEB+-Plattform, den Antrieb und die Batterietechnik teilt. Die Sitzposition ist spürbar höher, was für einen besseren Rundumblick sorgt – ein typisches SUV-Gefühl trotz kompakter Außenmaße von 4,15 Metern Länge. Damit ist der ID.Cross rund zehn Zentimeter länger und fünf Zentimeter höher als der ID.Polo, der Radstand bleibt mit 2,60 Metern nahezu identisch.
VW hat zugehört: mehr haptische Bedienelemente, wertigere Materialien
Der Haken beim Preis: Zum Marktstart im Herbst 2026 bietet VW zunächst nur die teureren Versionen „Life“ und „Style“ an mit 211 PS und 52-kWh-Akku – die Preise starten hier bei 36.525 Euro. Die günstigeren Varianten mit kleinerem 37-kWh-Akku sollen erst später folgen.
Positiv fällt bei der ersten Sitzprobe vor allem der Materialeindruck auf: Statt Hartplastik verbaut VW weiche Stoffe im Cockpit, dazu kommen wieder mehr physische Schalter statt reiner Touch-Bedienung – eine Reaktion auf die häufige Kritik an früheren ID.-Modellen. In jeder Ausstattungsvariante an Bord sind die beiden hochauflösenden Displays: Hinter dem Lenkrad ein 10,25-Zoll-Screen, auf dem sich auch Navi-Karten komfortabel anzeigen lassen. Der Touchscreen auf Höhe der Mittelkonsole misst 12,9 Zoll.
Neuer ID.Cross: VW setzt auf Nostalgie-Charme
Es gibt ein paar nette Bildschirm-Gimmicks, die auf Nostalgie-Charme setzen: Das Fahrer-Display kann auf Wunsch einen Retro-Tacho im Golf-I-Stil anzeigen, im Touchscreen dreht sich beim Streamen von Musik eine animierte Kassette, und die Batterieanzeige erinnert an die Zeigerinstrumente von HiFi-Anlagen aus vergangenen Tagen.

Auch im Innenraum des VW ID.Cross zeigt sich schnell, dass man im Technik-Bruder des ID.Polo sitzt. Viele Kunden dürften sich über die „echten“ Klimabedientasten und den Lautstärke-Regler freuen. © Martin Meiners/VWIn der zweiten Reihe freuen sich Mitfahrer über ausreichend viel Beinfreiheit. Der Kofferraum fasst bis zu 475 Liter, zumindest wenn der Subwoofer aus dem Top-Soundsystem von Harman Kardon nicht an Bord ist – für ein Auto mit diesen Abmessungen relativ viel. Unter dem Ladeboden finden zwei Getränkekisten Platz. Hinzu kommt ein 25-Liter-Frunk unter der Fronthaube.
Neuer VW ID.Cross: Zwei Batterie-Größen, Leistung bis zu 211 PS
Technisch setzt der ID.Cross auf Frontantrieb mit zwei Batteriegrößen: Die kleinere 37-kWh-Batterie (LFP-Zellen) soll für bis zu 316 Kilometer Reichweite nach WLTP reichen und mit bis zu 90 kW laden, die größere 52-kWh-Variante kommt auf bis zu 436 Kilometer und lädt mit bis zu 105 kW. Die Ladeleistung ist sicher kein Rekordwert – VW verspricht dennoch an der DC-Säule Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent für die kleinere Batterie von 23 Minuten, bei der größeren soll es gerade mal eine Minute mehr sein.
Die Leistungsspanne reicht von 85 kW (ca. 116 PS) in der Basis bis zu 155 kW (211 PS) im Topmodell. Neu ist zudem eine Vehicle-to-Load-Funktion, mit der sich externe Geräte wie E-Bikes mit bis zu 3,6 kW versorgen lassen. Mit dem 52-kWh-Akku darf der ID.Cross zudem Anhänger bis 1.200 Kilogramm ziehen. Auch sogenanntes One-Pedal-Driving ist möglich – also das Fahren fast ausschließlich mit dem Fahrpedal. Der ID. Cross verzögert in diesem Modus bis zum Stand.
Optisch orientiert sich der ID.Cross an der von VW so genannten „Pure Positive“-Designsprache: Schmale, hoch angeordnete Scheinwerfer, ein durchgehendes Leuchtband und unlackierte Radhausverkleidungen für einen robusteren SUV-Look. Die enge Verwandtschaft zum ID.Polo kann der ID.Cross an Front und Heck nicht verbergen – allerdings wirkt er deutlich bulliger.
Ausstattungslinien im VW ID.Cross: Das bieten „Life“ und „Style“
Die Ausstattungslinie „Life“ kommt mit 18-Zoll-Rädern, 2-Zonen-Klimaautomatik, adaptiver Distanzregelung und Rückfahrkamera. „Style“ legt mit LED-Matrix-Scheinwerfern, 3D-LED-Rückleuchten, beleuchtetem VW-Logo, Sitzheizung und Keyless Access nach. Dazu kommen Sonderausstattungen, mit denen VW Kunden im Visier hat, die auch in dieser Klasse ein bisschen Luxus wollen: ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 425 Watt und zehn Lautsprechern, ein bis in den Fond reichendes Panoramadach sowie elektrisch verstellbare Sitze mit pneumatischer Massagefunktion und drei Programmen.
Assistenzsysteme: ID.Cross kann ferngesteuert einparken
Auch bei der Assistenz orientiert sich VW nach oben: Der optionale „Connected Travel Assist“ erkennt rote Ampeln und bremst automatisch bis zum Stillstand ab. Dazu kommen smarte Parkhelfer wie die 360-Grad-Ansicht „Area View“ und der Park Assist Pro – dieser kann Ein- und Ausparkmanöver auf Wunsch vollautomatisch übernehmen und ermöglicht zudem, das Auto per Smartphone ferngesteuert einzuparken.
Ob der ID.Cross zum Erfolgsmodell wird, muss sich beim Marktstart im Herbst zeigen. Der konzerninterne Rivale Škoda Epiq kostet in der Basis rund 2000 Euro weniger. (Quellen: eigene Recherche, VW) (sop)