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Dok offenbart neue tragische Details zu Dahlmeiers (†31) Tod

Ein Jahr nach dem Unglück

Doku offenbart neue tragische Details zu Dahlmeiers (†31) Tod

Vor einem Jahr ist Laura Dahlmeier in den Bergen Pakistans tödlich verunglückt. Eine Dokumentation rekonstruiert die letzten Tage des ehemaligen Biathlon-Stars und die verhängnisvolle Klettertour. Dabei kommen neue Details ans Licht.

Publiziert: vor 14 Minuten

Darum gehts

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Ramona BieriRedaktorin Sport

Ihr Schicksal bewegt die Sportwelt. Vor einem Jahr, am 28. Juli 2025, ist Laura Dahlmeier bei einem Unglück in den Bergen Pakistans ums Leben gekommen. Die einstige deutsche Biathlon-Königin wurde nur 31 Jahre alt.

Mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss war Dahlmeier beim Aufstieg zum Laila Peak. Weil die Bedingungen plötzlich drastisch schlechter wurden, entschieden sie sich, die Mission abzubrechen.

Beim Abstieg seilten sie sich an einer besonders steilen Stelle ab, als es zum Steinschlag kam. Dahlmeier wurde am Kopf getroffen, blieb leblos im Seil hängen. Ihre Partnerin konnte ihr nicht helfen, da immer mehr Geröll herunterkam. Krauss setzte einen Notruf ab – doch jede Hilfe kam zu spät.

Ständig Lawinen im Basislager

Ein Jahr nach dem Unglück werden neue erschütternde Details zu Dahlmeiers letzten Tagen im Karakorum-Gebirge bekannt. In der ServusTV-Dokumentation «Laura Dahlmeier ... ein Schritt zu viel» erzählt die spanische Bergsteigerin Maria Martin, wie sie Dahlmeier und ihre Seilpartnerin kennenlernte.

Sie war schon mehrere Wochen im Basislager und wunderte sich, als Dahlmeier und Krauss dort ankamen. «Das Wetter war so wechselhaft, wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag und sonst nur Regen», erinnert sich Martin. «Im Basislager kamen ständig Lawinen runter, Steine und Eis.» Für sie und ihren Kletterpartner war klar, dass ein Aufstieg zu gefährlich ist. Das versuchte sie auch Dahlmeier beim gemeinsamen Teetrinken zu vermitteln.

«In gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären: Es ist gefährlich, unmöglich.» Um ihre Aussagen zu unterstreichen, zeigte Martin Fotos von Lawinen. Das war vier Tage vor dem Unglück. Doch Dahlmeier und Krauss liessen sich davon nicht abschrecken. Während alle anderen Kletterer das Basislager verliessen, wagten sie den Aufstieg. «Die schlimmsten Lawinen kamen tatsächlich erst runter, als Laura das Basislager schon verlassen hatte», so Martin.

«Alle Möglichkeiten durchgespielt»

Nicht nur sie kommt in der Dokumentation zu Wort, sondern auch Alan Rousseau. Er war an der Rettungsmission beteiligt. Sichtlich emotional schildert Rousseau, wie sie den Leichnam beim Überflug mit dem Helikopter entdeckten. «Zuerst sahen wir nur das Zelt und dann sahen wir Lauras leblosen Körper.» Der Schnee rundherum war schwarz von all dem Fels, Schlamm und Dreck, der auch in den Stunden und Tagen nach dem Unglück die Wand runterkam.

Obwohl sie den Leichnam fanden, wurde auf eine Bergung verzichtet. «Wir haben alle Möglichkeiten durchgespielt, wie wir dorthin kommen könnten», erzählt Rousseau. «Aber jede davon hätte viel Zeit gekostet.» Denn nach wie vor herrschte massiver Steinschlag und die Bergung hätte mehrere Stunden gedauert. Dass der Berg so lange ruhig bleiben würde, war nicht zu erwarten. «Uns war klar: Wer dort reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel.»

In Rücksprache mit Dahlmeiers Eltern wurde deswegen entschieden, ihre Leiche am Berg zu lassen. Das war auch Dahlmeiers ausdrücklicher Wunsch. Sie wollte nicht, dass in einem solchen Fall andere Menschen ihr Leben riskierten.

Biathlon-Rücktritt mit 25

Nun wird ihr Name für immer mit dem Laila Peak verbunden sein. Das sagt auch Maria Martin bei ihrer Rückkehr ins Karakorum-Gebirge. «Wir haben uns nur kurz getroffen. Sie war so ein fröhliches Mädchen und glücklich in den Bergen. Genau so werde ich sie in Erinnerung behalten.»

Dahlmeier entdeckte ihre Leidenschaft fürs Bergsteigen nach dem Ende ihrer Biathlon-Karriere. Mit erst 25 Jahren trat sie als zweifache Olympiasiegerin und siebenfache Weltmeisterin zurück. Dem Sport blieb sie als ZDF-Expertin erhalten, daneben war sie seit 2023 staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin.

Kein Jahr vor ihrem Tod hatte sie den Himalaya-Gipfel Ama Dablam in Nepal bestiegen und einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Dahlmeier galt als erfahrene und risikobewusste Bergsteigerin. Und bezahlte ihre Leidenschaft dennoch mit dem Leben.