Ein neuer Bericht zeigt den Anstieg von KI-Antworten bei Google von 15 auf 43 Prozent. Das verändert die Onlinesuche grundlegend.
28. Juli 2026 um 09:03 Uhr / Nils Matthiesen
Google erweitert KI-Antworten in seiner Suche. Bild:
Screenshot Golem KI-generierte Antworten entwickeln sich zunehmend zum Standard in der Onlinesuche(öffnet im neuen Fenster). Innerhalb eines Jahres ist der Anteil von Googles AI Overviews in den Suchergebnissen von 15 Prozent auf 43 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse der Marktanalysten von Similarweb(öffnet im neuen Fenster) hervor.
Die Datenauswertung illustriert eine Veränderung in der Nutzung der Web-Suche. Google liefert nicht mehr nur eine simple Liste von Links, sondern dient selbst als Zieladresse. Die Suchmaschine bezieht ihre Antworten und Informationen direkt von den indexierten Webseiten. Die Besuche im dialogbasierten AI Mode von Google stiegen demnach zwischen Juni 2025 und Mai 2026 von 126 Millionen auf 279 Millionen an.
Unterschied zwischen AI Mode und AI Overviews
AI Overviews und AI Mode sind zwei unterschiedliche Funktionen. AI Overviews erscheinen direkt oberhalb der klassischen Trefferliste bei einer normalen Google-Suche – die gewohnten blauen Links bleiben darunter sichtbar. AI Mode ist dagegen ein eigener, dialogbasierter Suchmodus, den Google im Mai 2025 einführte und der auf dem KI-Modell Gemini basiert. Nutzer können darin mehrstufige, gesprächsähnliche Anfragen stellen und Rückfragen erhalten, ähnlich wie bei einem Chatbot. Beide Funktionen wachsen inzwischen zusammen: Aus einer AI Overview lässt sich mittlerweile direkt in eine AI-Mode-Konversation wechseln.
Längere Suchanfragen und Einbußen beim Traffic
Durch das direkte Bereitstellen von KI-Antworten scheint sich die Verweildauer der Nutzer auf der Google-Plattform zu verlängern. Die Daten von Similarweb legen nahe, dass die durchschnittliche Länge der Google-Suchen angestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass Personen kurze keywordbasierte Suchanfragen durch längere, konversationelle Sätze für KI-Systeme ersetzen.
Publisher verzeichnen dadurch Verluste beim Weiterleitungstraffic, da KI-Zitate seltener zu Klicks führen. Das Infrastrukturunternehmen Cloudflare stellt Werkzeuge bereit, mit denen Webseitenbetreiber KI-Crawler blockieren können. Diese Werkzeuge gewähren Anbietern von KI-Modellen erst nach einer Zahlung über einen Marktplatz Zugriff auf die Inhalte.
KI-Zitate und Verweise bei ChatGPT
Die Anzahl der KI-Antworten, die eine Quellenangabe enthalten, hat sich im vergangenen Jahr immerhin mehr als verfünffacht. Dennoch enthielten bis Mai 2026 auf Desktop-Systemen in den USA lediglich 6,8 Prozent der ChatGPT-Anfragen Zitate. Suchen in Branchen wie Reisen, Einzelhandel und Sport erzeugen häufiger zitierte Antworten.
Bei ChatGPT verbesserten sich die US-Desktop-Referrals nach einem Suchupdate am 7. Mai 2026. Der Anteil der Besuche, die auf externen Webseiten landeten, stieg von 25 Prozent im März 2026 auf knapp 60 Prozent bis zum 30. Mai 2026. Dies deutet darauf hin, dass Nutzer hervorgehobene Links innerhalb KI-getriebener Suchergebnisse verwenden, sofern diese verfügbar sind.