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Außenminister Wadephul trifft Amtskollegen Lamolla in Südafrika

Bundesaußenminister Johann Wadephul und Ronald Lamola, Außenminister Südafrikas

Außenminister Wadephul über Südafrika "Diese Stimme sollte gehört werden"

Stand: 23.07.2026 • 21:21 Uhr

Zum Abschluss seiner viertägigen Reise kritisiert Außenminister Wadephul den Ausschluss Südafrikas vom G20-Gipfel im Dezember in den USA und verspricht: Deutschland wolle sich für das Land einsetzen.

Georg Schwarte

Der deutsche Außenminister sitzt neben seinem südafrikanischen Amtskollegen und gibt erst einmal eine geographische Einordnung. "Lieber Roland, von der Kieler Bucht, wo ich wohne und herkomme, bis zum Kap der Guten Hoffnung sind es gut 10.000 Kilometer Luftlinie."

Aber zwischen den beiden Männern ist der Weg zu Gemeinsamkeiten offenbar kürzer. Roland Lamolla jedenfalls ist so voller Lob, dass der Name Wadephul ihm fast wie "wonderful" über die Lippen kommt.

Der südafrikanische Außenminister kann aber auch anders. Etwa als es um die Ausladung seines Landes zum G-20-Gipfel im Dezember in Florida ging. US-Präsident Donald Trump hatte beschlossen, er wolle Südafrika dort nicht sehen.

"Wir sind doch nicht irgendein Land"

Lamolla wird da schneidend. "Wir sind doch nicht irgendein Land, das man ein- oder auslädt. Wir sind G20-Gründungsmitglied", sagt er. Trump machte es trotzdem.

Minister Wadephul sitzt in Pretoria neben seinem südafrikanischen Kollegen und weiß, jetzt muss auch Deutschland erneut Position beziehen. Nach dem Motto: gegen Trump, aber diplomatisch. Südafrika, sagt Wadephul schließlich, sei und bleibe Partner. "Seine Stimme hat weltweit Gewicht und Einfluss. Diese Stimme sollte gehört werden. Deshalb ist und bleibt Südafrika für uns ein unverzichtbares Mitglied im Kreise der G20."

Trump aber redet vom Genozid an weißen Farmern, hatte selbst den G20-Gipfel im Dezember in Johannesburg boykottiert. Südafrikas Minister ist sauer. "Ist das dann wirklich ein G20-Gipfel, wenn ein Gründungsmitglied fehlt? Wollt ihr das so nennen?", fragt er.

Die Frage war rhetorisch. Wadephul sagt später, Deutschland werde den Gipfel nicht boykottieren, aber für Südafrika sprechen.

Grundsatzrede vor Studenten

Das tat er übrigens schon am Morgen in einer Grundsatzrede vor Studenten in Johannesburg. Die Botschaft: Südafrika ist die Stimme Afrikas, des globalen Südens. Und Afrika insgesamt brauche einen permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat. Es gebe keine repräsentative UN ohne einen afrikanischen Sitz im Sicherheitsrat.

Klingt nach viel Einigkeit auf Wadephuls letzter Station in Südafrika. Aber es gibt auch Dissonanzen, etwa über den Gazakrieg. Südafrika hat Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof verklagt, spricht von Genozid. Deutschland sieht das anders, verweist auf das Recht zur Verteidigung.

Südafrika und der Iran-Krieg

Aber Wadephul sagt auch, das internationale Recht gelte für alle. "Deswegen spreche ich auch mit meinem israelischen Kollegen kritisch über Siedleraktivitäten im Westjordanland. Aber ich sage genauso klar, dass Iran die Freiheit der Navigation in der Straße von Hormus verletzt durch das Verminen und durch das Beschießen von Schiffen, wie es jetzt geschehen ist."

Stichwort Iran-Krieg. Afrika bekommt die Auswirkungen massiv zu spüren. Da sind die drei F - Fuel Fertilizer, Food. Also Treibstoff, Dünger und Lebensmittel. Auch darüber hat Wadephul mit dem Südafrikaner gesprochen.

Im Anschluss an des Treffen geht es für Wadephul dann zurück nach Berlin. Etwas Urlaub, aber vorher noch eine Sondersitzung der Fraktion. Aber anstrengender als drei afrikanische Staaten in vier Tagen dürfte die Sitzung für den Außenminister auch nicht werden.