Stand: 19.07.2026, 17:28 Uhr
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Im ersten Durchgang klar unterlegen war der SVP um den glücklosen Angreifer Vinzenz Wolf (M.). Am Ende entführte der Aufsteiger dennoch einen Punkt aus Murnau. © Oliver RabuserEine Halbzeit hat Aufsteiger SV Planegg gebraucht, um in der Landesliga anzukommen. Dann bescherten ihm Umstellungen einen Punkt bei Titelaspirant TSV Murnau.
Planegg – Mit einem Unentschieden bei einem der mutmaßlichen Titelkandidaten in die Saison zu starten, ist wahrlich kein schlechter Einstand. Dennoch war für den SV Planegg-Krailling am Samstag beim TSV 1865 Murnau aller Anfang schwer. Zur Pause drohte der Auftakt nach der Rückkehr in die Landesliga Südost gehörig in die Hose zu gehen.
Doch verhinderte zunächst ein bärenstarker Marijan Krasnic im Tor Schlimmeres als den 0:1-Rückstand, ehe personelle wie positionelle Umstellungen zu mehr Griffigkeit und Teilnahme am Spielgeschehen führten. Zum Schluss wäre trotz Unterzahl gar noch der glückliche Siegtreffer möglich gewesen, der des Guten aber unstrittig zu viel gewesen wäre. So kehrten die Würmtaler Fußballer mit einem 1:1 aus dem blauen Land zurück an die Hofmarkstraße.
„Wir sind superglücklich mit dem Punkt in Murnau“, stieg Pero Vidak in seine ausnahmslos positive Auswertung ein. Der SVP-Coach räumte ein, nach der Beobachtung des Gegners in der Vorwoche sowie dem Umstand der eigenen ungewöhnlich kurzen Vorbereitung nach dem Aufstieg über die Relegation (wir berichteten) „etwas Bammel“ gehabt zu haben, „wie wir das meistern sollen“. Im ersten Spielabschnitt bestätigten sich Vidaks Befürchtungen. Für Planegg gab es fast ausschließlich den Rückwärtsgang, gepaart mit jeder Menge Arbeit gegen den Ball. Begriffe wie Offensivspiel oder Torgefahr blieben komplett ausgespart.
Durch Einsatz, Kampfgeist und Zusammenhalt haben wir uns den Punkt verdient.
Der Spielfilm des ersten Akts war eintönig. 1:0 für Murnau durch Georg Kutter nach zögerlicher Klärungsaktion der Gäste (20.), flankiert von Glanztaten von SVP-Torhüter Krasnic gegen Bastian Adelwart und Felix Lautenbacher, die jeweils platziert aus der Distanz abgezogen hatten. Mit einem Kopfball traf Elias Richter zudem das Außennetz. Vidak sah seine Mannschaft mit „etwas Glück“ im Reisegepäck ausgestattet.
Unter Fortführung dieses Drehbuchs wäre der Aufsteiger fraglos leer ausgegangen. Planeggs Trainer aber stellte zur Pause um. Zum einen das System von 4-1-4-1 auf 4-2-3-1. Mit der Hoffnung auf steigende Ballsicherheit im Zentrum. Das fruchtete und verbesserte sogleich die Bemühungen der Schwarz-Blauen. Zudem half der Tausch in der Offensive: Andre Gasteiger ersetzte den glück- und wirkungslosen Vinzenz Wolf. „Andre hat mehr Bälle festmachen können und ein paar Freistöße herausgeholt“, resümierte Vidak.
Unterstützung kam dann auch noch durch ein Erfolgserlebnis: Nur fünf Minuten nach Wiederbeginn stellte Planegg auf 1:1. Ausgangspunkt war ein kurz ausgeführter Eckball, den Torjäger Aleksandar Demonjic butterweich in Richtung zweiter Pfosten schickte, wo er von Mirza Zahirovics Haupt in die Maschen tropfte.
Der famose Lauf des bosnischen Innenverteidigers hielt somit an. In der erfolgreichen Aufstiegsrelegation Ende Mai hatte der 32-Jährige bereits dreimal per Kopf getroffen – darunter das 2:1-Siegtor in der Verlängerung des entscheidenden Rückspiels gegen den FC Aschheim –, nachdem ihm zuvor in der regulären Saison nicht ein einziger Treffer gelungen war. Murnaus Keeper Fabio Grund war der Weg zu Zahirovic durch die Präsenz von Leonardo Lajqi versperrt worden.
Durch den Ausgleich des spielenden Co-Trainers war das Planegger Halbzeitvorhaben, die zweite Hälfte zu gewinnen, von wachsender Aussicht begleitet. Die Drachen indes hatten am Gegentor zu nagen. Dem Aufbauspiel des Favoriten, das zuvor von Selbstverständnis geprägt war, fehlte es an Schmiermittel. „Murnau war nicht mehr so viel besser“, befand Vidak.
In der Schlussphase ging es noch mal hoch her. Demonjic kam aus gut 20 Metern an den Ball, versuchte, den deutlich vor der Torlinie postierten Grund mit einem Außenrist-Dropkick zu düpieren, und verfehlte den Kasten nur haarscharf. Zudem störte ein zumindest umstrittener Abseitspfiff Amani Mbarakas Weg zum Planegger Lucky Punch.
Da war der SVP bereits in Unterzahl. Matej Bonic – erst fünf Minuten zuvor für Lajqi ins Spiel gekommen – geriet beim Tackling auf den Ball und rauschte direkt vor der TSV-Bank ungebremst in seinen Gegenspieler, was einen Tumult auslöste. Der 26-Jährige plädierte auf ein Versehen, sah aber dennoch die Rote Karte (86.). Sein erster Platzverweis im Herrenbereich. „Unglücklich, er würde das nie mit Absicht machen“, betonte Coach Vidak und ergänzte: „Kann man aber so vertreten – schade für ihn.“
Mehr Gewicht hatte freilich der Teilerfolg zum Einstieg in die Sechstklassigkeit. Vidaks Fazit: „Durch Einsatz, Kampfgeist und Zusammenhalt haben wir uns den Punkt verdient.“ Am kommenden Sonntag steht für den SVP das Heimdebüt an. Gegner ist dann Mitaufsteiger FC Moosinning.
TSV 1865 Murnau –
SV Planegg-Krailling⇥1:1 (1:0)
TSV Murnau: Grund – Adelwart (80. Höbekkaya), Zehetmeier (87. Nebl), Greinwald (C), Schrimpf (58. Dacic), Kutter, Richter, Jarosch (84. Bierling), Braun, Lautenbacher, Moser (65. Erhard)
SV Planegg-Krailling: Krasnic (C) – Lajqi (86. Bonic), Miskovic (67. Coulibaly), Zahirovic, Kojic, Doqaj, Vrenezi (90. Krizan), Mbaraka, Karadza (84. Schneider), Demonjic, Wolf (46. Gasteiger)
Tore: 1:0 Kutter (20.), 1:1 Zahirovic (50.)
Rote Karte: Bonic/SVP (86. grobes Foulspiel)
Zuschauer: 350