8 Minuten, die Ihr Körper nach der Radtour verdient – die perfekte Stretching-Routine
Stand: 22.07.2026, 18:01 Uhr
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Egal, ob E-Biker, Rennradfahrer oder Mountainbiker: Eine kurze Stretching-Routine nach der Radtour ist für alle wichtig. © IPPEN.MEDIA/IMAGO/Zoonar8 Minuten Stretching nach der Radtour sind die wertvollste Investition für den nächsten Ride. Die kompakte Routine dehnt alle wichtigen Muskelgruppen und beschleunigt die Regeneration. Für Rennrad, E-Bike und Mountainbike.
Das Fahrrad ist abgestellt, die Beine sind müde, der Kopf schon bei der nächsten Aufgabe. Stretching? „Mache ich ein anderes Mal.“ Dieses Versprechen an sich selbst kennen die meisten Radfahrerinnen und Radfahrer nur zu gut – und fast alle brechen es regelmäßig. Dabei ist die Dehnroutine nach der Radtour kein Luxus für Profisportler. Sie ist eine der einfachsten und wirksamsten Maßnahmen, um langfristig schmerzfrei, beweglich und leistungsfähig zu bleiben. Und sie dauert gerade einmal 8 Minuten.
Was hält uns davon ab? Meistens ist es keine Faulheit, sondern fehlende Gewohnheit. Stretching fühlt sich nicht so „produktiv“ an wie das Fahren selbst. Es gibt keinen Tacho, der die erbrachte Leistung misst. Aber genau darin liegt der Irrtum: Was nach der Tour passiert, entscheidet mit darüber, wie gut die nächste Tour wird.
Stretching für Radfahrer: Die besten Dehnübungen
Dieses PDF bietet Radfahrerinnen und Radfahrern eine kompakte Stretching-Routine mit gezielten Dehnübungen für die am meisten beanspruchten Muskelgruppen. Mit Übungsbeschreibungen und Fotos lässt sich die Routine direkt nach der nächsten Ausfahrt umsetzen. Hier können Sie das kostenlose PDF herunterladen.

Das PDF „Stretching für Radfahrer“ mit Foto-Anleitung können Sie in der Mediathek herunterladen. © IPPEN.MEDIA/IMAGO/Westend61Was passiert im Körper, wenn man nicht dehnt?
Beim Radfahren nehmen die Muskeln eine sehr spezifische, einseitige Position ein: Der Oberkörper ist nach vorn gebeugt, die Hüfte dauerhaft im Knick, Oberschenkel und Waden arbeiten rhythmisch und unter hoher Spannung. Diese Position ist über ein, zwei Stunden oder länger eine echte Belastung, auch wenn sie sich vertraut und komfortabel anfühlt.
Wenn Muskeln unter Belastung arbeiten, entstehen winzige Mikrorisse im Muskelgewebe. Das ist normal und Teil der Anpassung im Trainingsprozess. Problematisch wird es, wenn diese Muskeln anschließend verkürzt bleiben – weil sie nie aktiv in ihre volle Länge zurückgeführt werden.
Die Folgen zeigen sich oft erst mit Verzögerung:
- Muskelkater fällt stärker aus und hält länger an
- Verspannungen in Waden, Oberschenkeln und unterem Rücken werden chronisch
- Haltungsschäden entstehen, weil dauerhaft verkürzte Hüftbeuger den Beckenkipppunkt verschieben
- Knieschmerzen können die Folge unausgeglichener Muskelspannungen rund um das Kniegelenk sein
- Die Beweglichkeit nimmt langfristig ab – was wiederum die Fahreffizienz und das Verletzungsrisiko erhöht
Besonders der untere Rücken leidet: Die gebeugte Sitzposition auf dem Rad verkürzt die Hüftbeuger und belastet die Lendenwirbelsäule. Wer das über Monate ignoriert, bemerkt es irgendwann beim Aufstehen am Morgen oder mitten auf der nächsten Tour.
Dehnen nach dem Radfahren – diesen Effekt kann es haben
Sanftes Dehnen nach dem Training hilft, den erhöhten Muskeltonus zu senken, die Gewebesteifigkeit zu reduzieren und dem Nervensystem das Signal zur Entspannung zu geben – das ist wissenschaftlich gut belegt. Für die optimale Durchblutung und den Abtransport von Stoffwechselprodukten ist laut Studien hingegen aktive Erholung (z. B. ein leichtes Auslaufen) der effektivste Weg.
Kurz gesagt: Wer dehnt, bleibt flexibel und hilft dem Körper, in die Regeneration zu finden. Wer es lässt, schleppt die potenziellen Verkürzungen durch die letzte Radtour in die nächste. Das kann langfristig zum Problem für den Bewegungsapparat werden (Schmerzen). Wer ein kurzes Stretching mit aktiver Erholung kombiniert, holt das Beste für die Regeneration heraus und kann fit in die nächste Tour starten.
Die 8-Minuten-Routine: 10 Übungen machen den Unterschied
Diese Routine wurde speziell für Radfahrerinnen und Radfahrer entwickelt. Sie deckt alle Muskelgruppen und Körperpartien ab, die beim Radfahren besonders beansprucht werden: Waden, Oberschenkel, Hamstrings, Hüfte, Brust und Rücken.
Hier können Sie sich die Stretching-Routine für Radfahrer kostenlos als PDF herunterladen
Halten Sie jede der zehn Übungen für 30 Sekunden (teilweise in Ausführung auf linker und rechter Seite). Achten Sie auf eine ruhige, gleichmäßige Atmung. Dehnen Sie in den Bereich, wo Sie die Spannung spüren, aber niemals in den Schmerz. Übungen, die sich besonders wohltuend anfühlen, dürfen gerne länger gehalten werden.
Eine Runde ist Pflicht (8 Minuten), eine weitere Runde empfehlenswert.
Tipps für den Alltag: So wird Stretching zur Gewohnheit
Das Wissen um die richtige Routine ist nur der erste Schritt. Der entscheidende ist: sie wirklich zu tun. Regelmäßig. Und nicht erst, wenn die Verspannung bereits brennt.
- First things first. Dehnen Sie, bevor Sie duschen. Nicht danach, nicht morgen. Die Muskeln sind noch warm, der Körper ist bereit und Sie schaffen eine klare Verknüpfung: Fahrrad abstellen – Stretching – Dusche. Mit der Zeit läuft diese Abfolge automatisch ab, ähnlich wie das Anschnallen im Auto.
- Sichtbarkeit ist alles. Eine aufgerollte Yogamatte, die im Weg steht, erinnert Sie besser als jede Fitness-App. Drucken Sie die Routine aus und hängen Sie sie in die Garage oder an den Abstellplatz. Haken Sie die Übungen ab. Das kleine Erfolgsgefühl wirkt Wunder für die Gewohnheitsbildung.
Wenn es einmal nur für eine Runde reicht: prima. Acht Minuten dehnen sind unendlich besser als gar nicht dehnen. Seien Sie nicht streng mit sich, wenn ein Tag mal ausfällt, aber bauen Sie die Routine so fest in Ihr Après-Bike-Ritual ein, dass das Auslassen die Ausnahme bleibt.
Übrigens: Hier finden Sie die besten Dehnübungen für Läuferinnen und Läufer
Dehnen nach dem Radfahren – gilt das auch für E-Bike-Fahrer?
Kurze Antwort: Ja – unbedingt. Ein weitverbreiteter Irrtum lautet: Auf dem E-Bike tritt man ja nicht so stark, also ist die körperliche Belastung geringer. Das stimmt beim Kraftaufwand der Beinmuskulatur bis zu einem gewissen Grad – aber es ändert nichts an der Körperhaltung.
Auch auf dem E-Bike sitzen Sie in derselben nach vorn geneigten Haltung. Die Hüfte ist gebeugt, der Rücken gerundet, die Waden aktiv. All das, was beim klassischen Rad zu Verkürzungen und Verspannungen führt, gilt auf dem E-Bike genauso. Und oft wird es noch unterschätzt, weil sich die Tour anstrengungsärmer anfühlt.
Gerade E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer neigen dazu, längere Strecken zurückzulegen, als sie es ohne Motorunterstützung tun würden. Das bedeutet: mehr Zeit in der Sitzposition, mehr Zeit für die Hüftbeuger, um zu verkürzen, mehr Zeit für den Rücken, um zu ermüden. Die 8-Minuten-Routine nach der Tour ist damit für E-Bike-Fahrer mindestens genauso wichtig wie für Rennradler.
Mein Tipp: Wer auf dem E-Bike besonders lange Touren von mehr als vier Stunden unternimmt, sollte zusätzlich eine kurze Pause-Einheit einplanen: 2-3 Minuten Stretching von Hüfte, Rücken und Waden mitten auf der Tour tun gut und beugen Ermüdungsschmerzen vor.
12-Wochen-Trainingsplan für Rad-Einsteiger – PDF
Laden Sie sich hier das Trainingsplan-PDF „Auf Touren kommen – 12-Wochen-Trainingsplan für Rad-Einsteiger“ herunter. Dafür ist eine einmalige Registrierung bei unserem Medien-Login USER.ID nötig - unkompliziert und kostenlos.

Laden Sie sich in der PDF-Bibliothek kostenlos das Trainingsplan-PDF „Auf Touren kommen! 12-Wochen-Trainingsplan für Rad-Einsteiger“ herunter. © IPPEN.MEDIAFazit: 8 Minuten, die sich lohnen
Stretching nach der Radtour sollte so selbstverständlich sein wie das Nachfüllen des Reifendrucks oder ausreichend zu trinken. Wer sich diese 8 Minuten regelmäßig gönnt, wird es spüren: weniger Muskelkater, mehr Beweglichkeit, mehr Spaß auf dem Rad.
Laden Sie jetzt die kostenlose Foto-Anleitung als PDF herunter und drucken Sie sich Ihre persönliche Übungsliste aus. Ihr Körper wird es Ihnen bei der nächsten Ausfahrt danken.