everyschematic.com

Zwölf Kinder drehen eigenen Film – Hexe verwandelt sie in Werwölfe

Stand: 17.07.2026, 18:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Dreharbeiten: Zusammen mit Medienpädagoge Benjamin Porps setzten die Teilnehmer des Ferienprojektes im dichten Wald oberhalb des Roßbacher Sportlerheims ihre Ideen um und drehten einen spannenden Film.
Foto: Per Schröter

Dreharbeiten: Zusammen mit Medienpädagoge Benjamin Porps setzten die Teilnehmer des Ferienprojektes im dichten Wald oberhalb des Roßbacher Sportlerheims ihre Ideen um und drehten einen spannenden Film. © Per Schröter

Zwölf Kinder und Jugendliche haben in Roßbach einen Spielfilm produziert. Die Premiere findet am Samstag (18.7.) um 19.30 Uhr an der Wassertretstelle statt.

Roßbach – Merkwürdige Dinge spielten sich diese Woche im Wald oberhalb des Roßbacher Sportlerheimes ab. Neben einer Hexe und zahlreichen Fabelgestalten waren dort auch Kinder zu sehen und zu hören, die trotz der etwas gruseligen Szenerie offensichtlich ihren Spaß hatten.

Des Rätsels Lösung ist ein Ferienprojekt des Vereins „Thearte“ aus Kassel in Kooperation mit dem Ziegenhäger Bildungsnetzwerk „Lernort Dorf“ und der Kulturoase Witzenhausen. Dabei produzierten zwölf Kinder und Jugendliche zwischen acht und 13 Jahren mehr oder weniger eigenständig einen Film – von der Idee und dem Drehbuch bis zum finalen Filmschnitt und der Vertonung.

„Das Projekt fand in zwei Blöcken statt“, sagt Karin Schulze vom Bildungsnetzwerk Lernort Dorf. Bereits im Juni hatten sich die aus dem Werra-Meißner-Kreis, aber auch aus anderen Teilen Nordhessens und aus Niedersachsen stammenden Teilnehmer an einem Wochenende getroffen und kennengelernt sowie Ideen für das Drehbuch entwickelt.

„Es geht um eine Hexe, die im Wald lebt und die Kinder in verschiedene Wesen wie Werwölfe, Waldfeen, Tiger oder Wassermonster verwandelt, damit sie ihr andere Kinder bringen“, erklärt der zehnjährige Milan aus Ziegenhagen. Irgendwann wird die Hexe von einem Baum begraben. Nachdem ihr zwei Kinder zur Hilfe eilen, die sich im Wald verirrt haben, helfen auch alle bereits verwandelten Kinder mit. Die gerettete Hexe ist davon schließlich so gerührt, dass sie alle Wesen wieder in Kinder zurückverwandelt.

Karin Schulze vom Projektteam in dem Raum im Roßbacher Sportlerheim, in dem nach den Dreharbeiten der Film geschnitten und vertont wurde.   Foto: Per Schröter

Hier entsteht der Schnitt: Karin Schulze vom Projektteam in dem Raum im Roßbacher Sportlerheim, in dem nach den Dreharbeiten der Film geschnitten und vertont wurde. © Per Schröter

„In dieser Woche fanden nun die Dreharbeiten und die Postproduktion statt“, sagt Karin Schulze. Dabei hätten die jungen Teilnehmer den kompletten Prozess einer Spielfilmproduktion erlebt. „Nachdem sie selbst die Ideen für die Handlung entwickelt und das Drehbuch geschrieben hatte, übernahmen sowohl die Rollen ihrer Protagonisten als auch die Aufgaben an und hinter der Kamera“, so Schulze. Am Ende standen dann auch noch Filmschnitt und die Produktion der Filmmusik auf dem Programm. Unterstützt wurden sie dabei von Filmemacher Benjamin Porps vom Kasseler Verein „thearte – Theaterkunst und Kommunikation“, von dem sie unter anderem Schauspielmethoden, Filmästhetik und den Umgang mit der Kamera lernten.

„Neben den künstlerischen Aspekten wie Dramaturgie, Schauspiel und Bühnenbild und den dazugehörigen Fähigkeiten beim Basteln, Nähen oder Musizieren lernen die Kinder bei diesem Projekt auch viele Sozialkompetenzen wie Kooperation, Rücksichtnahme und das Umgehen mit unterschiedlichen Menschen und Bedürfnissen“, erklärt Porps. Für die Kinder sei es ein „ganz großer Prozess“, den sie in diesen zehn Tagen durchleben. „Sie lernen dabei, längerfristige Ziele zu verfolgen und dafür zusammenzuarbeiten.“ Für ihn selbst sei es immer wieder eine große Freude, die Gruppe und jeden Einzelnen in diesem Prozess zu erleben.

Weil das Spielfilmcamp durch das Programm „Movies in Motion“ des Bundesverbandes Jugend und Film gefördert wurde, war die Teilnahme für die Kinder und Jugendlichen kostenlos – inklusive Verpflegung und Übernachtung. Untergebracht waren die Teilnehmer im Roßbacher Dorfgemeinschaftshaus. Dank gehe an die Menschen in Roßbach, die alle Beteiligten „wunderbar aufgenommen und auch unterstützt haben“, sind sich Karin Schulze, Anke Conrad, Claudia Dara Fisseler und Benjamin Porps vom Projektteam einig. So hat beispielsweise eine Akteurin der Roßbacher Initiative „Lecker Essen“ für die Gruppe gekocht.
Service: Abschluss und Höhepunkt des Spielfilmcamps bilden am Samstag (17.8.) die Premiere des Films, zu der Interessierte eingeladen sind. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr an der Roßbacher Wassertretstelle, eigene Sitzgelegenheiten sind mitzubringen. (Per Schröter)