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ZDF: Danger Dan und Igor Levit werfen ZDF Eingriff in die Kunstfreiheit vor

Das ZDF hat die Musiker Danger Dan und Igor Levit kurzfristig von einem Auftritt ausgeladen. Sie werfen dem Sender einen Eingriff in die Kunst- und Meinungsfreiheit vor.

Aktualisiert am 16. Juli 2026, 20:55 Uhr

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Der Pianist Igor Levit hatte mit dem Sänger Danger Dan bereits 2022 bei einem Benefizkonzert für die Ukraine im Berliner Ensemble gespielt. © Carsten Koall/​dpa

Die beiden Musiker Danger Dan und Igor Levit haben dem ZDF einen »Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit« vorgeworfen. In einem Post auf Instagram schreiben sie, die ZDF-Intendanz habe kurz vor ihrem Auftritt in der Aufzeichnung der aktuellen Folge der Kabarettsendung Die Anstalt ein Veto gegen ihren Auftritt eingelegt. Dort wollten die beiden nach eigenen Angaben ein antifaschistisches Lied spielen. Eine offizielle schriftliche Begründung für die Ausladung hätten sie nicht bekommen. Die beiden Künstler nennen den Vorgang »skandalös«.

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Die Musiker hatten eigenen Angaben zufolge ein Lied für die Jubiläumssendung der Kabarettsendung vorbereitet, welches den Titel Keine Angst trage. Dieses Lied hätten sie dem ZDF bereits vor Wochen vorgelegt, »der hauseigene Justiziar hatte unseren Informationen nach schon grünes Licht gegeben«, schreiben sie weiter.

In einem Statement zur 100. Ausgabe der Kabarettsendung schreibt das ZDF, Danger Dan sei in die Sendung sowohl zu einer »Performance seines neuen Liedes ›Keine Angst‹, das sich mit dem Thema ›Widerstand gegen Rechtsextremismus‹ befasst«, eingeladen worden, als auch für eine »sich daran anschließende diskursive Befassung damit«. Er sei dann jedoch wieder ausgeladen worden: »Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu Gewalt verstanden werden.«

»Wir empfinden die Entscheidung als mutlos«

Eine »intensive redaktionelle Bewertung, in die auch die Geschäftsleitung des ZDF involviert war«, habe während der Vorbereitung der Sendung ergeben, dass der Auftritt so nicht stattfinden könne. Es sei jedoch beschlossen worden, »sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten«.

Das Team von Die Anstalt schrieb am Abend bei Instagram, es distanziere sich von der Entscheidung des ZDF. »Wir empfinden die Entscheidung als mutlos – gerade jetzt, wo rechtsextreme Gewalt wieder stark zunimmt«, heißt es in dem Post. Weiter teilten die Macher mit, sie hätten es »als öffentlich-rechtliche Pflicht« gesehen, das Lied zu präsentieren und danach zu diskutieren.

Danger Dan und Levit sehen Gefahr für Demokratie

»Dieser Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit ist skandalös«, schreiben Danger Dan und Igor Levit in ihrem Post. »Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt.« Das sei angesichts der aktuellen politischen Situation und der Landtagswahlen im Herbst »kein gutes Omen«.

Auch die Macher der Kabarettsendung Die Anstalt hätten gegen das Veto protestiert, heißt es in dem Instagram-Post. Zuvor hätten diese die Sendung für das Lied extra umgeschrieben. Sie würden »in der Ausgabe am kommenden Dienstag darauf eingehen«. Von der Sendung gibt es dazu bisher kein offizielles Statement; auf Instagram wurden lediglich Bilder von der Aufnahme der Sendung gepostet. Die an der Sendung beteiligte Julia Gámez Martin schrieb jedoch unter den Post: »Wir hatten uns sehr auf euch gefreut. Das ganze Team ist bestürzt und fassungslos!«

Bereits frühere Konflikte mit dem ZDF

Die Musiker schreiben in ihrem Post auch von früheren Konflikten mit dem ZDF. Bereits mehrmals habe es Probleme mit Auftritten gegeben. Als sie in der Sendung ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann das Lied Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt gespielt hatten, habe es bereits Ärger mit dem heutigen Intendanten gegeben. Bei einem späteren Auftritt bei der OPUS-KLASSIK-Preisverleihung wurde eine AfD-kritische Aussage herausgeschnitten, welche das ZDF in der Mediathek aber wieder einfügen musste – und sich entschuldigen.

»Wir lassen uns das nicht verbieten, wir werden das Lied am Dienstag in Berlin zusammen spielen und schmieden dazu schon einen Plan«, schließen die Musiker in ihrem Post. Das Lied, das sie im ZDF spielen wollten, erscheine noch in der Nacht.