WM 2026: Spanien zittert vor Finale gegen Argentinien um Topstar
Live-Blog Matthäus über Tuchel und Nagelsmann: „Überschlaue Trainer“ +++ „Moment des Stolzes“: WM-Finale Marketing-Triumph für Adidas +++ Argentinien lacht über Elfer-Spickzettel +++ Der WM-Blog.
16.07.2026 - 22:59 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Spaniens Coach Luis de la Fuente: Bleibt entspannt. Foto: IMAGN IMAGES via Reuters
Trotz Kritik: Ouahbi bleibt Nationalcoach von Marokko
Marokkos Fußball-Verband hält trotz des verpassten WM-Halbfinals an Trainer Mohamed Ouahbi fest. Der Beschluss sei in einer Sitzung des Exekutivkomitees gefasst worden, teilte Verbandsfunktionär Abdessalam Belegchour in einem Statement auf der Plattform X mit. Marokkos Nationalteam war im Viertelfinale an Frankreich (0:2) gescheitert. Danach hatte es auch kritische Pressestimmen gegenüber Ouahbi gegeben.
Belegchour betonte nun, dass in der Sitzung „das Vertrauen in Trainer Mohamed Ouahbi bekräftigt wurde, damit er seine Arbeit in der kommenden Zeit fortsetzen kann“. Der 49 Jahre alte Cheftrainer hatte erst Anfang März das Amt von Walid Regragui übernommen. Im vergangenen Jahr war ihm mit der U20 der Gewinn des WM-Titels gelungen.
Bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hatte er die „Löwen vom Atlas“ in der Gruppenphase auf Platz zwei hinter Brasilien geführt. Siege in den K.-o.-Duellen gab es im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande und im Achtelfinale gegen Kanada. 2022 hatte Marokko als erste Mannschaft aus Afrika ein WM-Halbfinale erreicht.
Oberschenkelblessur: Spanien zittert um Jungstar Lamine Yamal
Drei Tage vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Titelverteidiger Argentinien sorgt diese Nachricht für großes Zittern in Spanien: Jungstar Lamine Yamal hat beim Mannschaftstraining gefehlt. Wie die Sportzeitung „Marca“ berichtete, absolvierte der 19-Jährige ebenso wie Teamkollege Pedro Porro nur eine individuelle Einheit. Grund dafür ist eine Blessur am linken Oberschenkel.
Diese hatte sich der Offensivspieler des FC Barcelona im Halbfinale gegen Frankreich (2:0) zugezogen. Yamal war mit Frankreichs Verteidiger Lucas Digne kollidiert, als dieser den heraneilenden Spanier bei einem Klärungsversuch nicht gesehen und ihn am Oberschenkel getroffen hatte. Dies führte zum Strafstoß, den Mikel Oyarzabal zum 1:0 verwandelte.

Szene mit Folgen: Der Franzose Lucas Digne (re.) foult Lamine Yamal. Der fällige Elfmeter brachte das 1:0 für Spanien – und wirkt jetzt bei Yamal nach.
Porro pausierte wegen muskulärer Probleme. Wie „Marca“ berichtete, sieht Trainer Luis de la Fuente kein Problem in dem individuellen Training beider Spieler. Es sei kein Grund zur Sorge, sondern nur eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es.
Matthäus über Tuchel und Nagelsmann: „Überschlaue Trainer“
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht nach dem Halbfinal-Aus von England bei der Fußball-WM gegen Argentinien (1:2) Parallelen zwischen Thomas Tuchel und Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Beide als Taktiker bekannte Coaches haben nach Ansicht des 65-Jährigen personelle Fehler begangen. „Ich habe großen Respekt vor Thomas Tuchel, aber er hat sich verzockt!“,
sagte Matthäus der „Bild“.Nagelsmann habe mit Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger im zentralen Mittelfeld auf einen strategisch wichtigen Führungsspieler verzichtet. „Auch deshalb ist Deutschland so früh ausgeschieden. Tuchel nahm seinen Strategen (Declan) Rice raus. Das macht man nicht, es sei denn, er ist verletzt. Das sind dann die überschlauen Trainer, die unbedingt etwas Besonderes machen wollen“, sagte der einstige Nationaltrainer von Ungarn und Bulgarien.
England habe ein starkes Turnier gespielt und sei auch gegen Argentinien leicht besser gewesen. „Bis Taktiker Tuchel diesen taktischen Fehler machte. Rice ist wichtig für die Statik. Mit seinen Wechseln hat Tuchel die gesamte Struktur des Spiels verändert und den Argentiniern gezeigt, dass er nur noch defensiv spielen will“, meinte der Weltmeister von 1990.
Trumps WM-Debüt im Finale: Kein Entgehen für den Weltmeister
Zum WM-Finale mit Lionel Messi und Lamine Yamal taucht Donald Trump dann doch noch auf. Mit Ausnahme seiner Einmischung im Rote-Karten-Skandal um US-Profi Folarin Balogun hat sich der US-Präsident beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko bislang komplett rausgehalten und nicht ein Spiel besucht.
Die Befürchtungen, dass die WM von Trump überschattet werde, haben sich nicht bestätigt. Am Sonntag beim Finale zwischen Spanien und Argentinien (21 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) führt aber kein Weg am mächtigsten Mann der Welt vorbei - zumindest nicht für den neuen Weltmeister.
Denn Trump wird bei der Siegerehrung nicht nur in einer Reihe stehen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino und gemeinsam mit weiteren Repräsentanten des Weltfußballs Hände schütteln und Glückwünsche aussprechen, wie das in der Vergangenheit üblich war. Gut einen Monat nach seinem 80. Geburtstag will der er den goldenen Pokal an den Kapitän der Weltmeistermannschaft, entweder Argentiniens Messi oder Spaniens Rodri, übergeben. So hat es Infantino angekündigt.

Donald Trump mit dem WM-Pokal vor dem Turnier. Am Sonntag wird er ihn an den Sieger übergeben. dpa
Falkland-Provokation: London erwartet von Fifa eine Untersuchung
Die britische Regierung erwartet vom Fußball-Weltverband Fifa eine Untersuchung zu der Provokation mit einem politischen Banner nach dem Halbfinal-Aus der englischen Nationalelf gegen Argentinien. Die Spieler des südamerikanischen Landes hatten nach ihrem 2:1-Triumph über die „Three Lions“ in der US-Metropole Atlanta ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falkland-Inseln sind argentinisch“) auf dem Platz gezeigt.
„Wir erwarten von der Fifa, dass sie das untersuchen“, sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle im BBC-Fernsehen. Politik müsse aus dem Fußball herausgehalten werden, so der Minister weiter. Der Sprecher des britischen Premiers Keir Starmer sagte zu der Provokation: „Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv.“
Die Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen. Bislang äußerte sich die Fifa nicht zu dem Vorfall.
Großbritannien und Argentinien hatten im Falkland-Krieg 1982 einen bewaffneten Konflikt über die Kontrolle der Inselgruppe im Südatlantik ausgetragen mit Hunderten Toten. Dem britischen Militär gelang es damals, die argentinischen Angreifer von dem dünn besiedelten Überseegebiet zu vertreiben. Die Niederlage beschleunigte den Fall der Militärregierung in dem Land. Doch bis heute hat Buenos Aires hat seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben.
„Moment des Stolzes“: WM-Finale wird zum Marketing-Triumph für Adidas
Für den Sportartikelhersteller Adidas wird das Finale der Fußball-WM zu einem Triumph im Duell der Ausrüster. Im Endspiel am Sonntag stehen sich mit Argentinien und Spanien zwei von dem fränkischen Konzern ausgerüstete Nationalmannschaften gegenüber. Der große Rivale Nike geht dagegen ausgerechnet bei der WM im eigenen Land leer aus, nachdem seine letzten Hoffnungen mit der Niederlage Englands im Halbfinale am Mittwoch zerschlagen wurden. Für Adidas bedeutet das rein von der Marke mit den drei Streifen dominierte Finale eine enorme Steigerung der Sichtbarkeit.
Der Erfolg auf dem Spielfeld spiegelt sich auch in der jüngsten Geschäftsentwicklung wider. Der Anteil von Adidas am Schuhmarkt stieg Daten des Analysehauses M Science zufolge im Juni auf 19,2 Prozent von 16 Prozent im Vorjahr. Nike verlor im selben Zeitraum Marktanteile. Adidas sei der „klare Gewinner“, erklärte ein Analyst von M Science. Der Konzern aus Herzogenaurach, ein offizieller WM-Sponsor, rechnete allein für das zweite Quartal mit Bestellungen für WM-Produkte im Wert von rund 250 Millionen Euro. Adidas bezeichnete das WM-Finale als „Moment des Stolzes“ für das Unternehmen, wollte sich jedoch nicht zu Umsatzprognosen äußern.

Jubel des Algeriers Riyad Mahrez vor dem Adidas-Logo auf der Bande gegen Österreich: Adidas war nicht nur als Ausrüster zahlreicher Teams, sondern auch als offizieller Werbepartner der Fifa unter anderem am Spielfeldrand sehr präsent. Imago
Nike hatte ebenfalls stark in das Turnier investiert, unter anderem mit einer aufwendigen Werbekampagne. Einem Analysten von Morningstar zufolge sind die Probleme des US-Konzerns jedoch grundlegender. „Es gibt wichtigere Themen wie Innovation bei Schuhen, Lagerkontrolle und die Stabilisierung von Umsatz und Margen in China“, sagte David Swartz. Die Nike-Aktie hat in diesem Jahr fast ein Drittel an Wert verloren, da Anleger mit dem Fortgang der Sanierungsstrategie unzufrieden sind.
Ein Nike-Sprecher sagte, die Vision des Unternehmens für den Fußball sei „nie an einen einzigen Moment gebunden“ gewesen. Neben dem Sponsoring von Nationalmannschaften hatte Nike vor der WM zwei neue „Mercurial“-Fußballschuhe vorgestellt, Partnerschaften mit lokalen Streetwear-Designern geschlossen und das Fußball-Merchandise in weltweit mehr als 5000 Nike- und Einzelhandelsgeschäften aktualisiert. Die WM-Kampagne „Rip the Script“ – deren Herzstück ein Film mit Fußballikonen und Prominenten wie dem französischen Stürmer Kylian Mbappe und dem Reality-TV-Star Kim Kardashian ist – erzielte laut Nike in der ersten Turnierwoche 1,5 Milliarden Aufrufe. Bis zum Anpfiff verkauften sich die Trikots der Nationalmannschaften 2,5-mal häufiger als im vergleichbaren Zeitraum der WM 2022 in Katar.

Werbung mit dem Slogan „Rip the Script“ rund um eine Nike-Filiale in London mit Englands Marcus Rashford und dem Brasilianer Vini Jr. (re.). Bloomberg
Rooney und Lineker attackieren Tuchel: „Unbegreiflich“
Nach Englands WM-Aus gegen Argentinien prasselt heftige Kritik auf Nationaltrainer Thomas Tuchel ein. Auslöser sind seine taktischen Umstellungen nach dem Führungstreffer. „Wenn man Messi und Argentinien erlaubt, dass sie auf einen zustürmen, dann sucht man förmlich nach Ärger. Die Wechsel, die wir vorgenommen haben, haben uns nicht geholfen. Ich bin am Boden zerstört“, äußerte etwa der frühere Nationalspieler Wayne Rooney.
Für den 80-maligen Nationalspieler Gary Lineker ist es „absolut unbegreiflich, dass man ausgerechnet gegen den besten Fußballspieler aller Zeiten die Taktik verfolgt, seine Spieler tief stehenzulassen“. Auch Michael Owen hatte keine positiven Worte für Tuchel übrig. „Welche Botschaft sendet das aus?“, fragte der Ballon-d'Or-Gewinner von 2001 auf der Plattform X. „Solange wir nicht verstehen, dass Mut und Courage bedeuten, unter Druck den Ball in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren – statt den Ball einfach 40 Meter nach vorn zu schlagen oder zu köpfen –, wird das Ergebnis immer dasselbe sein.“
Argentinien lacht über Pickfords Spickzettel
Jordan Pickford war auf alles vorbereitet – nur nicht darauf, dass sein Elfmeter-Spickzettel nach dem WM-Aus ausgerechnet die Argentinier zum Lachen bringen würde. Statt im Elfmeterschießen zum Einsatz zu kommen, landete der geheime Matchplan des englischen Nationaltorhüters in den Händen des Finalisten - und wurde zum Hit in den sozialen Medien.
Auf seiner Trinkflasche klebte ein Zettel mit Notizen, in welche Ecke die einzelnen argentinischen Schützen bevorzugt schießen - und wohin Pickford entsprechend springen wollte. Lionel Messi und mehrere Mitspieler studierten neugierig den umsonst geschriebenen Spickzettel, lachten und reichten die Flasche untereinander weiter. Der Fitnesstrainer der Argentinier, Luis Martin, teilte ein entsprechendes Bild auf Instagram und schrieb spöttisch: „Schade, dass wir nicht denselben Plan hatten.“ Später löschte er den Beitrag.
Kane über weitere WM mit England: Noch zu früh
Stürmerstar Harry Kane hat offen gelassen, ob er in vier Jahren einen weiteren Anlauf auf den WM-Titel mit dem englischen Fußball-Nationalteam starten will. Es sei zu früh, um darüber zu sprechen, sagte der Profi des FC Bayern München nach dem 1:2 gegen Argentinien im WM-Halbfinale. Er betrachte die Situation Jahr für Jahr und schaue, wie er sich fühle. Er spiele stets mit Stolz und Freude für das Nationalteam.
Kane verwies darauf, dass er in diesem Sommer 33 Jahre alt werde. Gleichzeitig erwähnte er allerdings auch Lionel Messi, der auch mit 39 Jahren für Argentinien noch auf dem höchsten Niveau spiele. „Ich will mir keine Grenzen setzen“, betonte Kane in Atlanta. „Ich werde mich um die Situation kümmern, sobald sie auftritt. Aber im Moment geht es erst einmal darum, diese schwere Niederlage zu verarbeiten.“
Alternative zu Klopp? Schweinsteiger hat spektakuläre Idee
Der frühere Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger kann sich seinen ehemaligen Bayern-Chefcoach Louis van Gaal als Bundestrainer vorstellen. Der 74 Jahre alte Niederländer sei für ihn eine echte Option, sollte der geplante Deal mit Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann doch nicht zustande kommen, sagte Schweinsteiger nach dem WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England (2:1) in der ARD.
„Also wenn Louis van Gaal gesundheitlich die Energie hat, ja, hundertprozentig. Der würde auch gut passen. Das ist einer, der kann etwas Neues aufbauen und hat eine Struktur“, erklärte Schweinsteiger. Der langjährige Weltklasse-Profi und Weltmeister von 2014 arbeitete beim FC Bayern mit van Gaal zusammen und wurde von dem Niederländer unter anderem ins zentrale Mittelfeld versetzt.
Prinz William: Enttäuscht und stolz
Der britische Thronfolger Prinz William hat sich nach dem englischen Scheitern mit aufmunternden Sätzen an das Nationalteam gewandt. „Extrem enttäuscht. England, ihr habt alles gegeben, und wir sind alle so stolz auf euch“, schrieb der 44 Jahre alte Präsident des englischen Fußballverbands bei X. William bedankte sich bei allen Beteiligten „auf und neben dem Platz für ein unglaubliches Turnier“. „Der Kampfgeist und der Glaube, den ihr gezeigt habt, haben uns alle inspiriert“, schrieb er.
Tuchel in der Kritik
Der frühere Bundesligatrainer Tuchel soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge trotz des Scheiterns weiter das Vertrauen des englischen Verbands FA haben. Es werde erwartet, dass der deutsche Coach das Team auch zur Heim-EM 2028 führen werde, schrieb unter anderem die BBC kurz nach der Niederlage. Tuchel werde wahrscheinlich Trainer bleiben, schrieb die „Times“.
Tuchel steht nach der Niederlage gegen Argentinien in der Kritik mehrerer Experten. Sie werfen dem früheren Bundesligatrainer vor, nach der 1:0-Führung auf eine zu defensive Taktik gesetzt zu haben. Ex-Stürmer Chris Sutton unterstellte Tuchel eine „Coaching-Katastrophe“.
FA-Geschäftsführer Mark Bullingham äußerte sich direkt nach dem Schlusspfiff nicht konkret zur Vertragssituation Tuchels. „Die Spieler und Thomas haben heute alles gegeben und das Team, die Trainer und der Staff hätten nicht härter während des Turniers arbeiten können“, sagte der Funktionär.
Argentinien droht Strafe durch die Fifa
Schon vor der Partie war das Halbfinal-Duell in Atlanta aufgrund der politischen Vergangenheit mächtig aufgeladen gewesen. Inmitten der Siegesfeier zeigten argentinische Spieler dann ein Plakat mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malvinas sind argentinisch“). Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf die sogenannten Malvinas, wie die Falklandinseln in Argentinien heißen, erklären.
Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Inseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Der Weltverband Fifa verbietet rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit eine Strafe drohen.

Argentinische
Spieler mit einem Plakat mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die
Malvinas sind argentinisch“). IMAGO/Jose Hernandez
Argentinien nach Sieg über England wieder im WM-Finale
Titelverteidiger Argentinien steht angeführt von Superstar Lionel Messi erneut im Endspiel der Fußball-WM. Die Südamerikaner bezwangen im Halbfinale von Atlanta England unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel mit 2:1 (0:0) und treffen im Kampf um den vierten WM-Titel auf Europameister Spanien.
Nach WM-Aus: Ausschreitungen in 183 französischen Städten
Nach Frankreichs Niederlage im Halbfinale der Fußball-WM gegen Spanien ist es in zahlreichen Städten zu Gewalt gekommen, ohne dass es aber nach einer Bewertung des Innenministeriums zu schwerwiegenden Vorfällen kam.
In 183 Städten, darunter insbesondere in Paris und Lyon, kam es zu Konfrontationen mit der Polizei, wie das Ministerium in Paris mitteilte. 342 Menschen wurden festgenommen, wovon 250 in Polizeigewahrsam kamen. In 688 Fällen wurden Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beschossen, 1128 Böller wurden beschlagnahmt. In Grenoble wurde ein 49 Jahre alter Mann von Angreifern verfolgt und in einer Seitenstraße erschossen, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Verweis auf die Polizei. Als Hintergrund wird ein Bandenkrieg vermutet. Das Opfer sei bei der Justiz in Zusammenhang mit kriminellen Abrechnungen bekannt gewesen.
Das Halbfinalspiel fiel in Frankreich auf den Nationalfeiertag, den 14. Juli, rund um den es traditionell häufig ohnehin zu Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen kommt.
Allen Regeln zum Trotz: Fifa verlängert laut Medienberichten Halbzeitpause im WM-Finale deutlich
Die Halbzeitpause im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft soll Medienberichten zufolge wegen einer großen Show länger als die üblichen 15 Minuten dauern. Wie lange die Unterbrechung des Endspiels in East Rutherford bei New York am Sonntag (21.00 Uhr/MagentaTV und ZDF) genau sein wird, darüber gibt unterschiedliche Angaben. So ist von 20, aber auch von bis zu 30 Minuten Pause die Rede.
In der Halbzeitshow, die an jene im Super Bowl erinnert, sollen Mega-Prominente wie die Pop-Ikonen Shakira und Madonna sowie der kanadische Superstar Justin Bieber auftreten. Die südkoreanische Band BTS ist ebenfalls dabei – genau wie der nigerianische Musiker Burna Boy, der gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auftritt.

Chris Martin von Coldplay: Teil der Halbzeitshow. dpa
Regeln besagen eigentlich nur 15-Minuten-Pause
Der Fußball-Weltverband Fifa war angefragt. Zu den Berichten unter anderem der BBC und von „The Times“ äußerte er sich zunächst nicht. Von den Regelhütern des International Football Association Board (Ifab) ist eigentlich festgelegt, dass den Spielern eine Halbzeitpause von maximal 15 Minuten zusteht. Demnach darf die Dauer der Pause ausschließlich mit der Erlaubnis des Schiedsrichters geändert werden.
Das ZDF und MagentaTV als übertragende Sender in Deutschland haben bereits angekündigt, die Show zu zeigen.
Spanien-Sieg bringt beste TV-Quote für WM-Spiel ohne DFB-Team
Das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft hat für einen TV-Bestwert gesorgt. Durchschnittlich 12,688 Millionen Menschen sahen im ZDF den 2:0-Sieg der Spanier gegen Frankreich - das waren so viele Zuschauer wie bei keinem anderen Spiel ohne deutsche Beteiligung. Die Partie erreichte nach Angaben der AGF Videoforschung einen Marktanteil von 53,1 Prozent.
Das bisher erfolgreichste Spiel der WM war das 7:1 der deutschen Mannschaft in ihrem ersten Spiel gegen Curaçao mit im Schnitt 23,427 Millionen in der ARD. Der Marktanteil hatte bei 70,2 Prozent gelegen. Die Telekom, die die WM ebenfalls überträgt, veröffentlicht für ihren Streamingdienst MagentaTV keine Einschaltquoten zu einzelnen Spielen.
Messi in Manndeckung? Tuchels Taktikpläne gegen Argentinien
Für die Chance auf das erste englische WM-Finale seit 1966 greift Trainer Thomas Tuchel womöglich in die taktische Mottenkiste. „Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, für ihn auf die gute alte Manndeckung zu setzen“, sagte der 52-Jährige über Argentiniens Superstar Lionel Messi. Die beiden Rivalen treffen heute (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Atlanta im zweiten Halbfinale aufeinander. Im Endspiel wartet Europameister Spanien.
Der 39 Jahre alte Messi bringt Tuchel besonders ins Grübeln. „Jeder kennt die Räume, die er mag. Aber er sieht Dinge früher als andere. Dann hat er die zwei Meter, die er für seinen unglaublichen linken Fuß braucht“, sagte Englands Nationaltrainer. Er habe aber einige Muster im Spiel der Argentinier ausgemacht.

Messi beim Training: Manndeckung der Engländer gegen den Superstar Aregntiniens? Imago
Spanien nach Sieg gegen Frankreich im WM-Finale
Spanien hat das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Der Europameister besiegte im Halbfinale in Arlington Frankreich mit 2:0 (1:0) und spielt am Sonntag in East Rutherford gegen den Sieger der Partie England gegen Argentinien um den Titel.
Der Europameister hat mit gnadenloser Kontrolle die französischen Offensiv-Künstler gestoppt und erstmals seit seinem Weltmeistertitel vor 16 Jahren wieder ein WM-Endspiel erreicht. Die Spanier um Lamine Yamal setzten sich im Halbfinale verdient mit 2:0 (1:0) durch und stehen als erstes Team im Endspiel von East Rutherford.
„Jetzt haben wir diesen letzten Schritt gemacht und wollen diesen Titel holen“, sagte Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente. „Diese Spieler haben es einfach verdient, weil sie Leidenschaft auf den Platz bringen und solidarisch spielen und ein extrem großes Talent haben. Das, was schwer erscheint, haben sie mit Leichtigkeit bewältigt.“
Mikel Oyarzabal in der 22. Minute per Foulelfmeter und Pedro Porro (58.) erzielten vor 70.176 Zuschauern im überraschend nicht ausverkauften Stadion in Arlington die Tore. „Das hätte ich mir nicht erträumen können“, sagte Porro. Man habe das Spiel gegen einen „großartigen Gegner“ beherrscht und freue sich auf das Endspiel am Sonntag. „Da bekomme selbst ich Gänsehaut, wenn ich darüber spreche.“
Die Defensivstärke erwies sich mal wieder als der große Trumpf der Iberer, die im laufenden Turnier erst ein Gegentor zugelassen haben. Ihren Final-Gegner ermitteln Titelverteidiger Argentinien und England mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Atlanta.
26 WM-Spiele: Deschamps löst Schön als Rekordtrainer ab
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat den ehemaligen Bundestrainer Helmut Schön als Rekord-Trainer bei Fußball-Weltmeisterschaften abgelöst. Das Halbfinale gegen Spanien im Dallas-Stadion war Deschamps 26. WM-Spiel als Cheftrainer. Der 57-Jährige übernahm die Bestmarke von Schön – der seinen letzten Einsatz vor 48 Jahren bei der WM 1978 hatte – am Nationalfeiertag der Franzosen.
Seit 2012 ist der Ex-Profi als französischer Nationaltrainer im Amt. Nach dieser WM wird er es abgeben – dem Vernehmen nach an Zinédine Zidane. 1998 holte Deschamps den WM-Titel als Spieler, 2018 als Trainer. Lediglich Franz Beckenbauer und Mário Zagallo gelang ebenfalls ein solches Double. Gleich zwei WM-Titel als Coach holte bisher nur Vittorio Pozzo: 1934 und 1938 mit Italien.
In Deschamps' 26 WM-Partien ist auch das Gruppenspiel gegen Norwegen mitgerechnet. Der Franzose stand bei dieser Partie allerdings nicht an der Seitenlinie, weil er nach dem Tod seiner Mutter in die Heimat geflogen war. Von der Fifa wird die Begegnung (4:1) dennoch in Deschamps' offizieller WM-Statistik aufgeführt.
Von Cruise bis Hudson: Mega-Schlussfeier für XXL-WM
Eine Reihe von Weltstars werden bei der Schlussfeier der bislang größten Fußball-Weltmeisterschaft auftreten. Im Met-Life-Stadium in East Rutherford werden am Sonntag (19.30 Uhr/MagentaTV und ZDF) unter anderem die Sängerinnen Laura Pausini und Nicole Scherzinger, Pop-Star Robbie Williams und Youtuber IShowSpeed dabei sein.
US-Schauspieler Tom Cruise wird einen Gastauftritt haben. Emmy-, Grammy und Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson wird nach Angaben des Fußball-Weltverbands Fifa die US-Nationalhymne singen. Im Mittelpunkt der anderthalbstündigen Show steht der Rückblick auf die seit dem 11. Juni laufende WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Auch in der Halbzeitpause Auftritt von Mega-Stars
Im Anschluss an die Schlussfeier wird das Finale angepfiffen (21.00 Uhr/MagentaTV und ZDF). In der Halbzeitshow wird der kanadische Popstar Justin Bieber erwartet. Ferner tritt der nigerianische Musiker Burna Boy gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auf, teilte die Hilfsbewegung Global Citizen mit.
Global Citizen produziert die Show gemeinsam mit der Fifa und will damit auch Geld für die Unterstützung der Bildung von Kindern weltweit sammeln. Bereits vor ein paar Wochen war angekündigt worden, dass die Pop-Ikonen Shakira und Madonna sowie die südkoreanische Band BTS in der elfminütigen Halbzeitshow dabei sein werden. Es ist das erste Mal, dass es in einem WM-Finale eine Halbzeitshow gibt, ähnlich dem Super Bowl, dem Endspiel der amerikanischen Football-Liga NFL. Dort treten stets Mega-Stars auf.

Nicole Scherzinger: Bei der Schlussfeier dabei. dpa
Hat Gianni Infantino den IOC-Eid gebrochen? Organisation FairSquare sieht fünf klare Verstöße und reicht Beschwerde ein
Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat nach eigenen Angaben gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingelegt. Sie wirft dem mächtigsten Funktionär des Fußball-Weltverbands vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Der Hauptvorwurf: Infantino soll US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung angeboten haben.
Insgesamt gebe es fünf eindeutige Verstöße, für die es auch „überzeugende Beweise“ gebe, teilte FairSquare mit. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, der trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nicht für das Achtelfinale gegen Belgien aussetzen musste. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt. Der Fifa-Chef soll laut FairSquare aber auch Werbung für eine Fanseite betrieben haben, die mit der Trump-Administration zusammenhängen soll. Dabei sei es um das Sammeln von Daten gegangen.
Bei seiner Aufnahme in das IOC habe Infantino einen Eid abgelegt, die Olympische Charta zu achten und den IOC-Ethikkodex uneingeschränkt einzuhalten, hieß es in der Mitteilung von FairSquare. Demnach könne das IOC Mitglieder ausschließen, die nicht entsprechend handeln würden. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte bereits in der vergangenen Woche mit Blick auf eine mögliche Beschwerde gesagt, dass man sich dann „natürlich“ damit befassen werde.
Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige 
remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige 
ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln
Anzeige 
FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg
Anzeige 
Presseportal Direkt hier lesen!
Anzeige 
STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige 
Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt