Die Grillkohle liegt bereit, die Getränke sind gekühlt. Eigentlich könnte es an der Duisburger Sechs-Seen-Platte sofort losgehen. Doch bevor die Gäste kommen, muss der Förster zurückgelassene Abfälle wegräumen.
Besonders an warmen Wochenenden sind die Mülleimer schnell voll, quellen über, berichtet er. Noch mehr Behälter aufzustellen, könne das Problem aus seiner Sicht nicht lösen. "Es ist einfach unverständlich, warum man seinen Müll nicht einfach wieder mit nach Hause nimmt", sagt Schepers.
Bochum zieht Konsequenzen
Auch im Stadtpark, im Stadtgarten Wattenscheid und auf der Schmechtingwiese gilt inzwischen ein Grillverbot. Die Stadt Bochum verweist dabei auf Abfall, Brandgefahr und die Belastung für Anwohner.
Fünf Städte, fünf unterschiedliche Regelungen
Einheitliche Grillregeln gibt es im Ruhrgebiet nicht. In Duisburg ist Grillen nur auf ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt. Ab Graslandfeuerindex Stufe 4 gilt dort ein Grillverbot im gesamten öffentlichen Raum - auch auf den Grillplätzen.
Der Graslandfeuerindex
- Der Graslandfeuerindex zeigt die Gefahr von Bränden auf Wiesen, Weiden und Feldern.
- Er wird aus Wetterdaten wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Wind berechnet.
- Die Skala reicht von 1 (sehr geringe) bis 5 (sehr hohe Brandgefahr).
Vergleich im Ruhrgebiet
- In Mülheim an der Ruhr darf ausschließlich auf angemieteten Grillplätzen am Ruhrstrand in Saarn gegrillt werden.
- Essen erlaubt Grillen nur in ausgewiesenen Grillzonen zwischen 10 und 21 Uhr. Im Hallopark, Schlosspark Borbeck und Krupp-Park gilt ein generelles Grillverbot.
- In Bochum ist Grillen in öffentlichen Grünanlagen erlaubt - allerdings nur dort, wo es kein ausdrückliches Grillverbot gilt. Ab Graslandfeuerindex Stufe 3 ist Grillen im gesamten öffentlichen Raum verboten.
- Dortmund verzichtet auf ein generelles Grillverbot. Verboten ist Grillen dort unter anderem in Wäldern, am Phoenix-See und im Westfalenpark. Im Fredenbaumpark und im Westpark ist es nur auf ausgewiesenen Flächen bis 22 Uhr erlaubt.
Duisburg kontrolliert an beliebten Grill-Hotspots
Neben Verstößen gegen das Grillverbot ahndeten sie auch Falschparker und führten zahlreiche Informationsgespräche. Die Stadt Duisburg kündigte Weitere Kontrollen in diesem Sommer an.
Verstöße können teuer werden
Wer in Duisburg gegen die Grillregeln verstößt, muss zunächst mit einem Verwarngeld von 50 Euro rechnen. Je nach Schwere des Verstoßes können Bußgelder bis zu 1.000 Euro, im Wald sogar bis zu 5.000 Euro fällig werden.
Ob am See, im Park oder am Ruhrufer: Wer grillen möchte, sollte sich vorher über die Regeln vor Ort informieren. Denn schon in der nächsten Stadt können andere Vorschriften gelten. Beim Müll sind sich dagegen alle Kommunen einig: Er gehört nach dem Grillen wieder mit nach Hause.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Michael Schepers, Förster & Betreuer öffentlicher Grillplätze in Duisburg
- Schriftliche Auskünfte der Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum und Dortmund
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 20.07.2026, 19:30 Uhr