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Wie alte Gebäude neu aufgeputzt werden

Bauruinen in Brandenburg an der Havel

Wie alte Gebäude neu aufgeputzt werden

Renovierung des ehemaligen Elektrizitätswerks in Brandenburg (Havel). (Quelle: rbb)
Renovierung des ehemaligen Elektrizitätswerks in Brandenburg (Havel). (Quelle: rbb)

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Claudia Baradoy

Es ist eines der wichtigsten aktuellen Bauprojekte in Brandenburg an der Havel: das ehemalige Elektrizitätswerk. Jahrzehntelang war es eine Ruine, doch das ist kaum noch zu erkennen. Die ehemalige Maschinenhalle des kastenförmigen Ziegelbaus wurde durch Aufbauten aus Stahl und Glas erweitert, die einen hellen Innenhof schaffen.

"In alten Kästen sehe ich sehr schnell das Potenzial", sagt Architekt und Projektentwickler Florian Grotmann. "Und es ist meine Leidenschaft, Historisches zu bewahren und die Herausforderung anzunehmen, das, was man eigentlich nicht vorausplanen kann, mit sehr viel Improvisation wieder zum Leben zu erwecken und wieder in die Moderne zu überführen".

Im ehemaligen Elektrizitätswerk entsteht eine Zahnklinik

Einzelne Elemente sollen an die vorherige Bestimmung des Gebäudes erinnern. Im ehemaligen Elektrizitätswerk wurde etwa die Kranbahn in der Maschinenhalle gerettet. Früher zur Schwerstarbeit bei der Energieerzeugung genutzt, wurde sie für die neue Nutzung des Gebäudes zu einer Brücke umfunktioniert.

Im August soll hier die neue Zahnklinik der Medizinischen Hochschule Brandenburg eröffnen – mit 40 Behandlungsplätzen. In den Behandlungszimmern werden schon die Zahnarzt-Stühle aufgebaut. Künftig werden die Studenten dort, unter Aufsicht, Patienten behandeln.

Dass die expandierende Medizinische Hochschule das historische, denkmalgeschützte Gebäude nutzt, ist ein großes Glück, auf das das Alte Stadtbad – nur wenige hundert Meter entfernt – noch vergeblich wartet. 2016 hat Grotmann auch dieses Gebäude von der Stadt erworben. Doch bis dato herrscht hier Stillstand.

Das Stadtbad wurde 1930 als Teil des AOK-Wohlfahrtsforums eingeweiht. Der markante Bau im Bauhausstil war bis zum Jahr 2000 in Betrieb. Die Brandenburger lernten hier schwimmen und wünschen sich, dass es aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Für das alte Schwimmbad gibt es noch kein Konzept

"Es war das einzige Schwimmbad", sagt etwa Dennis Richter. "Mit einer Sprunganlage, mit Wettkämpfen, die wir als Kinder dort erlebt haben, damit sind wir groß geworden". Auch Lutz Buntins wünscht sich neues Leben für das alte Stadtbad. "Ringsherum blüht die Stadt auf. Es wird immer schöner. Alle Gebäude werden gemacht. Und mittendrin ist hier so ein kleiner, verlorener Schandfleck, der darauf wartet, erlöst zu werden".

Doch bisher scheiterten alle Nutzungskonzepte, wie etwa die Idee, das Stadtmuseum hier unterzubringen. Das führte zu politischem Streit: Einige Stadtverordnete forderten zwischenzeitlich sogar die Rückübertragung. Das führte laut Grotmann jedoch zunächst zu einer anderen Idee: "Das war einer der Gründe, um zu sagen: Privater Wohnungsbau geht immer".

Damit könnten sie sofort anfangen, sagt Grotmann. Doch dann sei das Stadtbad nicht mehr öffentlich zugänglich. Inzwischen arbeiten sie an einem anderen Konzept: "Wir haben eine Idee, um Kultur, Kunst und Werkstätten hier nach Brandenburg zu bekommen". Diesbezüglich seien Gespräche mit der neuen Stadtspitze angelaufen.

Ein Baugutachten, das der Projektleiter hat anfertigen lassen, komme zudem zu dem Schluss, dass das Gebäude aktuell nicht weiter zerfalle. "Wir können uns ein bisschen Zeit lassen". Zeit, die Stadt von der neuen Idee zu überzeugen. Damit auch das Stadtbad bald für die Zukunft, statt für den Leerstand steht.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 20.07.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg aktuell, 20.07.2026, Claudia Baradoy

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