everyschematic.com

Alican Uludag: Journalist der Deutschen Welle erneut in der Türkei festgenommen

Der türkische DW-Journalist Alican Uludağ saß zuletzt drei Monate wegen Präsidentenbeleidigung im Gefängnis. Weswegen er erneut festgenommen wurde, ist unbekannt.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

ale

  1. Juli 2026, 17:37 Uhr

Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/cae53356-162b-45a9-b032-ebd8c326c07b/full_33a8c6afbaccad11f55c8b6b965c8427572d02d1b90e9e922337f8bcdec8c444ea370abd1861b6785767cca5b06da1c8.mp3

29 Kommentare
Alican Uludag Festnahme Türkei Deutsche Welle
Alican Uludag vor dem Justizpalast in Ankara (Archivbild) © Batu Bozkürk/​dpa

Der türkische Journalist Alican Uludağ, der für die Deutsche Welle (DW) arbeitet, ist in der Türkei erneut festgenommen worden – nur zwei Monate, nachdem er infolge einer früheren Verhaftung in Untersuchungshaft gewesen ist. »Ich werde festgenommen«, schrieb der in Ankara ansässige Journalist auf X.

Nach Angaben von Uludağs Anwalt wurde der Journalist am Nachmittag in Gewahrsam genommen und sei zur Staatsanwaltschaft in Ankara gebracht worden. Der Grund für die Festnahme sei nicht bekannt. Uludag ist auf die Berichterstattung zum türkischen Justizsystem spezialisiert.

Im Februar wurde Uludağ bereits verhaftet und anschließend wegen Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in mehreren Fällen angeklagt. Hintergrund sind unter anderem seine Äußerungen auf X. Offenbar gingen die Vorwürfe auf einen Beitrag zurück, in dem Uludağ die Freilassung mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) kritisiert hatte. Zudem warf er der türkischen Regierung Korruption vor.

Prozess gegen Uludağ läuft im September weiter

Nach 90 Tagen in Untersuchungshaft in einem Gefängnis nahe Istanbul wurde Uludağ am ersten Prozesstag im Mai aus der Haft entlassen. Der Prozess gegen ihn soll am 18. September fortgesetzt werden. Uludağ weist die Vorwürfe ab. Auch die Bundesregierung und Menschenrechtsorganisationen hatten zuvor seine Freilassung gefordert. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die Vorwürfe gegen den Journalisten als »haltlos« bezeichnet.

Der Deutschen Welle zufolge ist Uludağ seit mehreren Jahren in der Türkei für den Sender tätig. Als Gerichtsreporter berichtete er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft sagte Uludağ laut einer DW-Mitteilung, er wolle weiterhin als Journalist tätig sein.