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Wegen „unzivilisierter“ Touristen: Urlaubsregion verschärft Kontrollen

Steile Felswände, dichte Wälder und wunderschöne Wanderwege: Ferien im norditalienischen Cortina d‘ Ampezzo, das klingt nach Traumurlaub. Allerdings sieht die Realität oft anders aus. Immer häufiger, so beklagen Behörden, wird die unberührte Natur von rücksichtslosen Touristen verschmutzt. Vor allem beim illegalen Camping oder bei den vielen unerlaubten Picknicks entstehe reichlich Müll, der dann in der Landschaft zurückbleibt. Damit es so nicht weitergeht, ist nun die Polizei in den Bergen unterwegs.

Es sei einfach ein Unding, was sich mittlerweile in den Dolomiten abspiele, heißt es von den Behörden. Statt über die Naturschönheiten zu staunen, dröhne man sich mit lauter Musik zu. Verbote würden schlichtweg ignoriert. Und so seien geschützte Bergseen längst kein Grund mehr, nicht einfach mal mit vollem Hallo hineinzuspringen. Auch das Sicherheitsrisiko werde dabei einfach ignoriert. Ebenso verhalte es sich bei unzähligen Italien-Touristen, die trotz aller Warnungen immer noch auf Flipflops durch die Bergwelt laufen.

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Doch damit soll jetzt Schluss sein. Künftig unterstützt die Provinzpolizei die örtliche Gemeindepolizei bei Patrouillen in besonders stark frequentierten Gebieten. Der Einsatz beginnt in dieser Woche und ist zunächst bis September angesetzt. Geplant sind rund zehn zusätzliche Streifendienste pro Monat. Grundlage der Maßnahme ist eine Vereinbarung zwischen der Region Venetien, der Provinz Belluno und der Gemeinde Cortina.

Empörung über Italien-Urlauber: Sie nutzten Heli-Landezone zum Sonnen

Ein Ereignis hatte die Behörden kürzlich in Alarmstimmung versetzt: Ein Rettungshubschrauber musste in der Provinz Belluno seinen Landeanflug abbrechen, nachdem eine Gruppe von Urlaubern eine ausgewiesene Notfall-Landezone als Liegefläche zum Sonnen genutzt hatte. Der Hubschrauber war auf dem Weg zu einer der zahlreichen Schutzhütten in den Dolomiten, um einer Person in Not zu helfen. Man bereitete sich darauf vor, auf der Notlandefläche zu landen, die an dem großen „H“ auf dem Boden zu erkennen ist. Allerdings befanden sich etwa ein Dutzend Touristen dort, die sich sonnten und sich im Übrigen keinen Millimeter bewegten, als sich „Leone“ näherte, wie es hieß.

Cortina D'Ampezzo town and Pomagagnon mount in Dolomites, South Tyrol, Italy

Steile Felswände und Idylle pur: Ferien im norditalienischen Cortina d‘ Ampezzo, das klingt nach Traumurlaub. Doch der Ansturm der Urlauber hat das Paradies verändert.© Getty Images | jimfeng

Der Hubschrauber musste daher seine Route ändern und verlor wertvolle Minuten. Der Bergrettungsdienst nahm das skandalöse Verhalten zum Anlass, die Hüttenbetreiber „zurechtzuweisen“: „Wir wissen, dass Sie beschäftigt sind, aber wir bitten Sie höflich, die Landeflächen zu kontrollieren und eventuell Personen aufzufordern, sie freizumachen.“

Kommune in Italien will Kontrollen verschärfen

Der Vorfall löste auch in der Regionalpolitik scharfe Reaktionen aus. „Wir haben es mit einem Verhalten zu tun, das als unzivilisiert zu bezeichnen untertrieben ist: Es ist inakzeptabel, dass es Menschen gibt, die nicht verstehen, dass die Landeplätze keine ‚Zementstrände‘ sind. Für diejenigen, die die Gesundheit anderer gefährden und damit auch unsere Berge missachten, sind sehr hohe Strafen erforderlich“, sagte Dario Bond, Regionalrat für die Berge Venetiens, der seit jeher kämpferisch gegen „ungezogene Touristen“ vorgeht. 

Hauptursache des Dilemmas sei der Anstieg der Besucherzahlen. Nach Angaben der Behörden kamen im Jahr 2025 rund 1,12 Millionen Menschen in das Berggebiet der Provinz Belluno – elf Prozent mehr als im Vorjahr. Nach den Olympischen Winterspielen in Cortina im vergangenen Februar ist die Popularität der Bergortschaft weltweit rasant gestiegen. Vor allem auf stark frequentierten Routen, etwa der zum Sorapis-See, komme es regelmäßig zu Überlastungen. Die Gemeinde warnt vor gefährlichen Situationen durch Gedränge, unzureichende Ausrüstung und fehlende Erfahrung vieler Besucher.

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Bei den Maßnahmen gehe es nicht vorrangig um Strafen, heißt es. Vielmehr solle die verstärkte Präsenz dazu dienen, Besucher zu sensibilisieren und riskantes Verhalten frühzeitig zu verhindern. Geldbußen seien zwar möglich, stünden jedoch nicht im Vordergrund. So werde darauf verwiesen, dass selbst organische Abfälle wie Obstschalen nicht im Wald entsorgt werden dürfen. Sie locken Wildtiere an und können deren Verhalten nachhaltig verändern.

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Auch das Wildcampen bleibt verboten. Wer in den Bergen übernachten möchte, soll dafür Berghütten nutzen. Für das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt stellt die Kommune rund 20.000 Euro bereit. Sollte sich das Konzept bewähren, könnte es später auf weitere touristisch stark belastete Regionen der Provinz Belluno ausgeweitet werden.