Wegen Gibraltar: Unsichtbare Mauer zwischen europäischen Königshäusern fällt nach 100 Jahren
Stand: 20.07.2026, 12:56 Uhr
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Der Abriss des Gibraltar-Zauns beendet nicht nur eine Grenzkontroverse – er fällt auch die unsichtbare Mauer, die König Felipe und die Windsors über Generationen trennte.
Madrid – Es ist ein historischer Sommer für zwei der ältesten Monarchien Europas. Am 15. Juli 2026 beginnen Bagger, den berühmten Grenzzaun von Gibraltar abzutragen – und mit ihm fällt, zumindest symbolisch, auch jene unsichtbare Schranke, die König Felipe (58) und die britische Königsfamilie Windsor über mehr als ein Jahrhundert hinweg immer wieder auf Distanz hielt. Der Abriss folgt auf ein wegweisendes Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich, das die Zukunft des Felsens (im Original: El Peñón) ordnet.
Dabei verbindet König Felipe und König Charles III. (77) weit mehr als diplomatische Pflicht: Die Häuser Borbón und Windsor sind gleich doppelt miteinander verwandt. Die erste Linie führt über die legendäre britische Königin Victoria: Deren Enkelin, Königin Victoria Eugenia (81, † 1969), heiratete nach Spanien, wurde zur Großmutter von Altkönig Juan Carlos I. (88) und übernahm später die Patenschaft für den heutigen König Felipe. Die zweite Verbindung verläuft über das griechische Königshaus: Da Prinz Philip (99, † 2021) ein Cousin ersten Grades von Altkönigin Sofías (87) Vater war, sind König Charles III. und König Felipe Cousins dritten Grades.
König Felipe und die Windsors: Wie Gibraltar jahrzehntelang royale Familientreffen verhinderte
Doch so eng die Familienbande auch waren – Gibraltar warf seinen langen Schatten auf jede Begegnung. Den wohl peinlichsten Moment erlebten die Königshäuser 1981: Juan Carlos I. und Altkönigin Sofía hatten ihre Teilnahme an der Hochzeit von Prinz Charles mit Lady Diana Spencer (36, † 1997) bereits bestätigt, mussten aber kurzfristig absagen. Der Grund: Der Buckingham-Palast hatte Gibraltar als erste Etappe der Hochzeitsreise an Bord der königlichen Yacht Britannia eingeplant – für Madrid ein politisch untragbares Signal. Die spanische Tageszeitung El País beschrieb den Vorfall damals als den absoluten Tiefpunkt der modernen anglo-spanischen Beziehungen.

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Gibraltar gehört zum Vereinigten Königreich, weil es 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg erobert und 1713 im Frieden von Utrecht offiziell von Spanien an die britische Krone abgetreten wurde – eine strategisch wichtige Lage, die dem Land bis heute den Zugang zum Mittelmeer sichert. Auch 2012 musste Königin Sofía auf die Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum Elizabeths II. (96, † 2022) verzichten, nachdem die Royal Navy in der Bucht von Algeciras Zwischenfälle mit spanischen Fischern provoziert und Prinz Edward (62) einen Besuch auf dem Felsen angekündigt hatte.
Trotz dieser Rückschläge rissen die diplomatischen Bande nie vollständig. 1986 reiste Juan Carlos I. als erster spanischer Monarch nach dem Bürgerkrieg zu einem Staatsbesuch nach London und sprach vor dem britischen Parlament. Zwei Jahre später erwiderte Elizabeth II. den Besuch in Madrid – der erste Staatsbesuch einer britischen Monarchin in Spanien überhaupt. Das spanische Portal Vanitatis berichtet, dass König Felipe und Königin Letizia (53) 2017 ebenfalls zu einem Staatsbesuch nach London reisten und dabei die Gelegenheit nutzten, die gemeinsame Geschichte zu würdigen.
Nun, im Sommer 2026, scheint die Bühne endgültig frei für einen Neuanfang. Laut dem spanischen Portal Vanitatis soll König Charles III. gemeinsam mit Königin Camilla (77) im zweiten Halbjahr 2027 zu einem Staatsbesuch nach Spanien reisen – ein Besuch, dem König Felipe einst in London den Weg bereitet hatte, als er versicherte: „Ich bin überzeugt, dass die Entschlossenheit unserer Regierungen, Differenzen zu überwinden, im Fall von Gibraltar noch stärker werden wird, und ich vertraue voll darauf, dass der notwendige Dialog und die Anstrengungen unserer Regierungen dazu beitragen werden, für alle zufriedenstellende Lösungen zu finden.“ Übrigens: Auch beim Deutschland-Staatsbesuch bei König Charles kam es zu einem historischen Ereignis nach 27 Jahren Pause. Verwendete Quellen: vanitatis.elconfidencial.com, elpais.com, lamoncloa.gob.es, parliament.uk