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Kann auch Klopp das? Die Demut des Luis de la Fuente sollte Deutschland ein Vorbild sein

Stand: 20.07.2026, 13:30 Uhr

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Spaniens Nationaltrainer bleibt gerade im Moment des größten Triumphs bescheiden. Das ist bezeichnend für den Erfolg der Iberer. Und sollte den DFB hellhörig werden lassen. Ein Kommentar.

Angst? Wovor sollte sich Luis de la Fuente denn vor einem WM-Finale fürchten? Diese Frage im Vorlauf des grandios überzeichneten Endspiels gegen Argentinien irritierte Spaniens Nationaltrainer sichtlich. Dann sagte er, den Flug mit dem Helikopter möge er nicht, bloß um zu einer Pressekonferenz in ein Kongresszentrum von New York zu kommen.

Hat er sich verdient: Luis de la Fuente mit dem WM-Pokal.

Hat er sich verdient: Luis de la Fuente mit dem WM-Pokal. © Franck Fife/AFP

Zwei Tage später, Ortswechsel: andere Seite des Hudson River, nach dem Endspiel in New Jersey. Wieder lauschte die Weltpresse. Wie hatte es der Fußballlehrer denn geschafft, Lionel Messi an die Kette zu legen? Der frischgebackene Weltmeistercoach zählte sodann fünf Vornamen auf, alles Trainer aus seinem Staff. Die hätten den Matchplan gemacht. Dankeschön, meine Kollegen. Zwei Sequenzen, die alles sagen.

Weltmeister-Trainer Luis de la Fuente ist der Charakter heilig

Und die sich auch der deutsche Fußball mitsamt seinem neuen Heilsbringer zu Gemüte führen sollte, wenn jetzt bald Jürgen Klopp als Bundestrainer übernimmt. Die Spanier zeigen, dass vielleicht derjenige die beste Lösung ist, der die Scheinwerfer wegdreht, wenn zu viel Licht auf ihn fällt. Der die Elogen weitergibt, wenn das Lob zu viel wird. Der seinen Redeanteil runterfährt, wenn drumherum zu viel gequatscht wird. Und der, auch das gehört zwingend zum Werdegang, sehr lange die Jugend des Verbands gefördert, die gesamte DNA aufgesogen, angenommen und gelehrt hat, um mit 65 Jahren den Gipfel im Trainermetier zu erklimmen.

Wer nacheinander Nations-League-Sieger, Europameister und Weltmeister wird, der hat auch die richtigen Charaktere im Kader. Ja, Spanien bildet besser aus als Deutschland, aber sie haben einen Frontmann, der nach klaren Prinzipien diese Auswahl zusammenstellt. Ein guter Charakter ist dem gläubigen Christen heilig. Und: Diese Mannschaft hat sich unabhängig von Namen gemacht.

Unter de la Fuente wird geduldig nach vorne kombiniert, bis sich eine Lücke auftut. Nach hinten bauen die Iberer ein Spinnennetz, um sich mit fairen Mitteln wieder den Ball zu erobern. Der spanische Verzicht aufs Foulspiel kann gegenüber dem argentinischen Vorgehen nicht hoch genug bewertet werden. Das Einzige, wovor man bei „La Furia Roja“ wirklich Angst haben muss: dass ihr Trainer noch länger weitermacht. Bislang ist der titelhungrige Entwickler bis zur EM 2028 gebunden. Doch die WM 2030 wäre auch noch ein schönes Ziel, mit Spanien als Titelverteidiger – und Gastgeber.