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Außer Kontrolle: Brand bei Madrid verwüstet 29.000 Hektar

Das Feuer nordöstlich von Madrid wütet unkontrolliert weiter. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte der spanischen Region Kastilien-La Mancha. Den Flammen im Norden der Provinz Guadalajara sind am Dienstag schon mehr als 30.000 Hektar in einem Umkreis von 120 Kilometern zum Opfer gefallen. Das Feuer war am vergangenen Donnerstag in der Nähe der Gemeinde La Mierla ausgebrochen.

Die Behörden sprechen von einem „extremen Risiko“ wegen eines „aggressiven Verhaltens“ der Flammen, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu vier Kilometern pro Stunde ausbreiten, wie der Sender RTVE berichtet. Sie überwanden auch die Brandschneisen, die die Feuerwehrleute geschlagen hatten. Gut 1200 Personen aus mehr als 30 Ortschaften mussten ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden, einige von ihnen auch in der Nachbarprovinz Soria. Hundert Kinder mussten aus einem Sommerlager geholt werden.

Fast 400 Rettungskräfte und 29 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Als Ursache vermutet man den Einsatz eines Mähdreschers bei der Getreideernte. Bis zum Rand von Madrid war der Rauch zu riechen, der sich in einer riesigen flachen Wolke ausbreitete.

Bleiben jetzt die Touristen im Naturpark aus?

Der Brand trifft die entlegene Gegend hart, denn viele Einwohner leben dort von der Viehzucht. Sie kämpfen seit Tagen darum, ihre Tiere rechtzeitig aus dem Katastrophengebiet zu holen und mit Wasser zu versorgen. Ein Großteil des Weidelands ist verbrannt. Die Einwohner fürchten zudem um den Tourismus im Naturpark in der nördlichen Sierra von Guadalajara, der nicht weit von Madrid entfernt liegt; dort leben gefährdete Arten von Adlern, Wölfen und Schmetterlingen. Zur totalen Sonnenfinsternis in diesem Jahr im August werden dort besonders viele Besucher erwartet. Damit übertrifft der Brand in Kastilien-La Mancha den von 2005 in La Riba de Saelices, der 13.000 Hektar Land zerstörte und elf Menschenleben forderte.

Die dritte Hitzewelle des Sommers, die gerade in Spanien mit Temperaturen von bis zu 45 Grad sowie mit starken Winden beginnt, erschwert die Löscharbeiten auch bei schweren Bränden, die in Kastilien-León und Aragón wüten. In diesem Jahr wurden in Spanien schon 15 größere Waldbrände mit einer Ausdehnung von mehr als 500 Hektar gezählt, der verheerendste davon in Los Gallardos. In der Provinz Almería waren vor knapp zwei Wochen oberhalb der Mittelmeerküste 13 Personen ums Leben gekommen. Insgesamt verbrannten mehr als 60.000 Hektar in diesem Sommer – etwa doppelt so viel wie bis zu diesem Zeitpunkt im vergangenen Jahr.