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Verwundete US-Soldaten im Iran-Krieg: Pentagon soll die eigenen Verluste kleinrechnen

Die Angriffe Irans auf amerikanische Basen in der Golfregion haben der US-Streitmacht schmerzhafte Verluste beschert. Drei Soldaten starben in der vergangenen Woche bei einem Raketenangriff auf einen Stützpunkt in Jordanien, es gab mehrere Verletzte. Im Nordirak starb ein US-Soldat beim Entschärfen einer abgeschossenen iranischen Drohne, ein weiterer wurde verwundet.

Die offizielle Zahl der Verluste seit Kriegsbeginn stieg damit laut Pentagon auf 427, darunter 14 Tote. Das US-Portal „The Intercept“ berichtet jedoch unter Berufung auf einen Regierungsbeamten, dass bei den jüngsten Angriffen weit mehr Menschen verwundet wurden, als sich in den offiziellen Daten widerspiegelt. Demnach hätten „Dutzende“ Armeeangehörige medizinisch versorgt werden müssen, wie der Insider sagte. Offenbar wurden bei den Angriffen unter anderem Wohnunterkünfte von Soldaten getroffen.

Auch die „New York Times“ berichtet über Unregelmäßigkeiten in der Opferstatistik. Zugleich weist die Zeitung darauf hin, dass das US-Regionalkommando für den Nahen Osten nicht verpflichtet sei, Informationen über verwundete Truppen zu veröffentlichen. Laut eines Vertreters des US-Militärs ist die Befürchtung groß, Iran andernfalls zu weiteren Attacken auf Stützpunkte zu ermutigen. Das Regionalkommando habe zudem aufgehört, die Zahl der getroffenen Basen zu nennen.

Das Pentagon weist die Vorwürfe zurück

Unterdessen wies der Pentagon-Sprecher Sean Parnell die Darstellung zurück, dass das Militär Informationen über US-Verluste zurückhält. „Die Vorwürfe der Vertuschung sind Erfindungen, die darauf abzielen, die amerikanische Bevölkerung nach dem Tod von drei im Einsatz gefallenen Soldaten noch weiter zu verunsichern“, schrieb Parnell am Montag auf der Plattform X. Später am Tag räumte er schließlich ein, dass die Zahl der Verluste durch Attacken Irans seit dem Ende der Waffenruhe am 7. Juli fast 100 betrage.

Laut „The Intercept“ geschah dies nicht zum ersten Mal. Nachdem Iran am vorvergangenen Sonntag verkündete, drei US-Soldaten bei einem Angriff auf Kuwait getötet zu haben, dementierte das US-Regionalkommando zunächst. Es gebe „keinerlei Berichte über Todesfälle oder Verwundungen von US-Soldaten in der Region“, hieß es. Einen Tag später wurde die offizielle Statistik kommentarlos nach oben korrigiert – ein getöteter Soldat kam hinzu. (Tsp)