Krieg in Nahost
US-Militär: Seeblockade gegen iranische Häfen gestartet
US-Präsident Donald Trump droht mit der Zerstörung der zivilen Infrastruktur des Iran
Washington – Das US-Militär blockiert erneut iranische Häfen und Küstengebiete. Die Seeblockade sei um 22.00 Uhr MESZ (16.00 Uhr US-Ostküstenzeit) aufgenommen worden, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Schiffe werden so daran gehindert, dass sie iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren können. Das US-Militär flog in der Nacht auch eine neue Angriffswelle auf iranische Ziele.
Mit den neuen Angriffen sollen laut US-Angaben iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verhindert werden.
Trump hatte die Wiederaufnahme am Montag angekündigt und in Aussicht gestellt, dass anderen Ländern ein "fairer und offener" Zugang zur Straße von Hormus möglich sein soll. Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine solche Seeblockade durchgesetzt, diese im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran dann Mitte Juni aufgehoben.
Angriffe "bis ich sage, dass es genug ist"
Trump drohte dem Iran indes mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe für diese Nacht und die Folgenächte an. Die Kämpfe würden weitergehen, "bis ich sage, dass es genug ist".
Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus zu öffnen.
Neue Angriffswelle beendet
Das US-Militär begann am Dienstagabend (Ortszeit) eine neue Angriffswelle auf iranische Ziele. Nach sieben Stunden sei die Angriffswelle dann am Mittwoch in der Früh (MESZ) beendet worden, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Dutzende militärische Ziele – darunter Raketenstellungen und Verteidigungssysteme – in der Nähe der Straße von Hormus sowie in iranischen Küstengebieten seien getroffen worden. Schon in den vorherigen Nächten hatte es ähnliche Attacken gegeben.
Das US-Militär begann am Dienstagabend eine neue Angriffswelle auf iranische Ziele.
Iranische Medien berichteten in der Nacht auf Mittwoch von mehreren Explosionen in unterschiedlichen Orten des Landes. So sei etwa die Insel Hengam von US-Geschossen getroffen worden. Mit den neuen Angriffen sollen laut US-Angaben iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verhindert werden. Das US-Militär wirft dem Iran vor, in der zurückliegenden Woche sieben Handelsschiffe angegriffen zu haben. Demnach wurden knapp ein Dutzend Crewmitglieder getötet, verletzt oder vermisst gemeldet.
Wie schon in den vergangenen Nächten gab es auch wieder Vergeltungsangriffe des Iran. So meldete der US-Verbündete Kuwait Drohnenattacken, die zu einer Aktivierung der Flugabwehr geführt hätten. Auch im ebenfalls mit den USA verbündeten Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. In beiden Ländern wurde die Bevölkerung aufgerufen, Schutz zu suchen. Nähere Details gab es zunächst nicht.
Trump hatte die seit April geltende – aber ohnehin etliche Male gebrochene – Waffenruhe mit dem Iran vergangene Woche für beendet erklärt und danach weitere harte Angriffe auf den Iran angekündigt. Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar gemeinsam begonnen. Mitte Juni einigten sich Washington und Teheran dann im Bemühen um ein Kriegsende auf ein Rahmenabkommen, das Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen sein sollte. Die Gespräche gerieten jedoch schon vor den jüngsten Angriffen ins Stocken. (APA, 15.7.2026)
Forum: 32 Postings
Ihre Meinung zählt.
Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen,
den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen
(siehe ausführliche Forenregeln),
zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen.
Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche
geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.