Stand: 25.07.2026, 21:00 Uhr
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Verfolgten die Präsentationen im Pfarrheim in Rieden am Forggensee: (v.l.) David Schamper (Kinsau), Manfred Schmid (Schwabsoien), Silvia Richter (Schwabbruck), Andreas Haug (Rieden), Thomas Pihusch (Manager ILE-Schwammregion) und Christoph Kaufmann (Roßhaupten). © MühlbauerStudierende der TU München haben für Gemeinden im Auerbergland Konzepte entwickelt – von der Dorfplatz-Umgestaltung bis zum Hochwasserschutz. Burggens Jugendbeauftragter will den geplanten Jugendraum mit Chillecke und Kinoabenden nun im Gemeinderat vorstellen.
Landkreis – Die jungen Frauen und Männer studieren am Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung an der Technischen Universität München (TUM) und wurden dort von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Christian Forstner und Sara-Duana Meyer betreut. Die Untersuchungsfelder waren zuvor mit den Bürgermeistern abgesprochen worden. Die Ergebnisse wurden nun im Pfarrheim in Rieden vorgestellt. Einige Bürgermeister und Gemeinderäte verfolgten die Präsentationen.
Die Themengebiete waren vielfältig. In den Ostallgäuer Gemeinden Rieden beschäftigten sich die Studierenden mit der Umgestaltung des Dorfplatzes, in Roßhaupten mit der Umnutzung des Skilifts und in Lechbruck entwickelten sie Ideen zur Nachnutzung des Feuerwehrhauses.
In Bernbeuren ging es um das Rückstaugebiet an der Ach zur Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit und Biodiversität. Vorgestellt wurden ein künstlicher Biberdamm und Störsteine, also gezielt eingebrachte größere Steine im Bachbett. „Sie erhöhen die Rauigkeit der Flusssohle, bremsen die Strömung und unterstützen natürliche Rückhalteprozesse“, erklärten die Studierenden. In die gleiche Richtung denke man im Zuge der Entwicklung der Schwammregion Auerbergland, sagte Julia Riedle, Umsetzungsbegleiterin für die ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung).
Mit Interesse verfolgt wurde auch die Vorstellung, wie ein Jugendraum an der Grundschule in Burggen gestaltet werden könnte. Dazu hatten die Studierenden eine Umfrage unter Jugendlichen gemacht. Gewünscht werden eine Chillecke, Spiele, Disco- und Kinoabende. Die Studierenden hatten eine Grundausstattung des Raumes ausgearbeitet, inklusive Kostenvoranschlag. Burggens Jugendbeauftragter Gunnar Bakker hörte gespannt zu und stellte einige Rückfragen, unter anderem zum Brandschutz. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das Projekt auf die Beine stellen können“, sagte er. Nun werde man im Gemeinderat darüber sprechen.
Ebenfalls seinen Weg in die Gemeinderäte findet die Idee, die beiden Sportstätten in Schwabsoien und Schwabbruck durch einen Weg zu verbinden und entlang dessen vielleicht noch eine Calisthenics-Anlage aufzustellen. Die beiden Rathauschefs, Manfred Schmid und Silvia Richter, verfolgten ebenfalls mit Interesse die Präsentation. Freilich: Grundstücksfragen mit den Eigentümern hatten die Studenten nicht geklärt. Aber sie konnten belegen, dass zwischen den Sportfans keine Rivalitäten mehr herrschen.
Kinsaus Dritter Bürgermeister David Schamper hatte für „seine“ Studenten sogar kleine Geschenke dabei. Sie beschäftigten sich mit dem Starkregen-Wasserstau in Dorf- und Herzogstraße, ein technisch anspruchsvolles Thema. Auch hier wird nun im Gemeinderat darüber gesprochen. Ein weiteres Projekt drehte sich ILE-übergreifend um die Themen Wertschöpfung und Tourismus – eine umfangreiche Untersuchung. Die Studierenden hatten als Maskottchen „Arno das Auerhuhn“ entwickelt. „Wir würden ja gerne mehr Besucher in die Dorfkerne bringen, aber oft fehlt es an Parkmöglichkeiten“, sagte Riedens Bürgermeister Andreas Haug. Auch ein gemeinsames Buchungsportal sei schwer zu verwirklichen, da die Landkreise auf unterschiedliche Portale setzten, erklärte Riedle. „Und außerdem ist die ILE auch nicht rein touristisch ausgelegt.“