everyschematic.com

Städel Sunday Sessions: Hunderte Menschen picknicken bei 34 Grad

Stand: 13.07.2026, 17:06 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Mehrere Hundert Menschen lauschen dem Ensemble Horst Session.

Mehrere Hundert Menschen lauschen dem Ensemble Horst Session. © Dirk Meyer-Bosse

Im Garten des Städel-Museums lassen mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher zwischen Live-Musik und Gegenwartskunst das Wochenende ausklingen.

Im beschaulichen Garten des Frankfurter Städel-Museums herrscht am Sonntagnachmittag reges Treiben. Hunderte Menschen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 60 sitzen auf der grünen Wiese auf Picknickdecken und nippen bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 34 Grad an hausgemachter Limonade, Cocktails und Weißweinschorle. Es wird gelacht, parliert und dem Ensemble Horst Session gelauscht, das mit wechselnden Musikerinnen und Musikern sehr gekonnt ein improvisiertes Programm von Avantgarde und Bebop über Soul und R&B bis zu UK-Jazz darbietet.

Zum ersten und gleichzeitig vorletzten Mal in diesem Sommer finden hier die „Städel Sunday Sessions“ statt. Dafür hat sich der Außenbereich des Museums für vier Stunden in einen Begegnungsort mit Musik, Kunst und Kulinarik verwandelt – zum sommerlichen Wochenendausklang in entspannter Atmosphäre. „Die Idee ist, ein zugängliches, niedrigschwelliges Programm für jeden zu schaffen“, sagt Kerstin Schultheis, Leiterin Veranstaltungsmanagement des Städels und des Liebieghauses, die das Konzept vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Und dieses Programm wird augenscheinlich sehr gut angenommen, denn die Veranstaltung ist mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besuchern ausverkauft.

„Der Mix macht es aus“

Auf einer der am Rande des Gartens aufgestellten Bierbänke sitzt Lilly, die erst vor einem Monat nach Frankfurt gezogen ist. „Ich bin aus Neugier gekommen und um interessante Menschen kennenzulernen“, erzählt die Endzwanzigerin, die im medizinischen Bereich tätig ist. Auch die Möglichkeit, zwischendurch mal durch die Ausstellungsräumlichkeiten des Museums schlendern zu können, empfinde sie als bereichernd.

Dort kann sie, wie viele Gäste an diesem Nachmittag, an einer Kurzführung durch die Sammlung Gegenwartskunst und die Ausstellung „Elmgreen & Dragset. Stillleben mit Gemüse“ teilnehmen. Junge Kunstvermittler:innen eröffnen in rund 20 Minuten in deutscher und englischer Sprache neue Zugänge zur Gegenwartskunst und greifen gesellschaftliche Themen wie Globalisierung, Emanzipation, Demokratie und Social Media auf. Auch die Möglichkeit, in neuen Workshops im Open-Air-Atelier selbst kreativ zu werden und eigene Ideen umzusetzen, stößt auf gute Resonanz.

Draußen hat es sich inzwischen rechts neben den Musikern der Horst Session eine Gruppe von annähernd 40 Leuten auf ihren Picknickdecken gemütlich gemacht. Zusammengestrommelt wurde sie von der 39-jährigen Bisi, die schon im ersten Jahr bei den „Städel Sunday Sessions“ dabei war. „Bei der Musik ist für jeden etwas dabei, zwischendurch geht man mal in die Ausstellung, und ansonsten tauscht man sich untereinander aus – der Mix macht es aus“, sagt die Büroangestellte aus dem Frankfurter Stadtteil Zeilsheim.

Zur Gruppe gehört auch Nataschau aus Friedberg, die an diesem Tag kinderfrei hat. „Ich treffe hier Leute wieder und mag die chillige Atmosphäre, um gemeinsam das Wochenende ausklingen zu lassen“, sagt die Mittvierzigerin, die heute zum ersten Mal hier ist, aber schon an der Städel Night teilgenommen hat.

Die „Städel Sunday Sessions“ sind in diesem Jahr Teil des Programms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und stehen unter dem Leitgedanken „Design for Democracy“. Das Städel verfolgt damit das Ziel, sich weiter für ein gemischtes und diverses Publikum zu öffnen.

Die Veranstaltung gibt es in diesem Sommer noch einmal: Am Sonntag, 23. August, finden die „Städel Sunday Sessions“ erneut von 16 Uhr bis 20 Uhr statt. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt: 5 Euro).

Mehr Informationen dazu gibt es online unter: staedelmuseum.de/de/programm/sunday-sessions.