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Staudenmann jubelt bei Gäste-Hattrick auf der Rigi

Skurrile Situation zum Schluss

Staudenmann jubelt bei Gäste-Hattrick auf der Rigi

Auf der Königin der Berge jubelt am Ende des Tages ein Berner. Fabian Staudenmann holt sich den prestigeträchtigen Sieg bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere.

Publiziert: 17:30 Uhr

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Aktualisiert: vor 2 Minuten

Der Schlussgang

Fabian Staudenmann reicht im Berner Duell mit Lars Zaugg ein Gestellter, um den Rigi-Schwinget zum zweiten Mal zu gewinnen. Entsprechend geht er zurückhaltend in den Kampf, während Zaugg in der Startphase eher versucht, offensive Akzente zu setzen. Letztlich ist es ein innerer Haken, der Staudenmann den Erfolg bringt. Damit gewinnt er nach 2024 zum zweiten Mal auf der Rigi, insgesamt ist es der 23. Kranzfestsieg des Berners.

Die skurrile Situation

Beim entscheidenden Angriff von Fabian Staudenmann kann sich Lars Zaugg im Schlussgang vermeintlich noch an den Platzrand retten. Das zumindest zeigt der Kampfrichter im Sägemehl an. Deswegen werden bei SRF Wiederholungen eingespielt. Nur: So verpassen die TV-Zuschauer die Entscheidung. Denn in der Zwischenzeit intervenieren die beiden Kampfrichter am Tischchen und geben Staudenmann das Resultat. So verpassen die TV-Zuschauer den ersten Jubel des nun zweifachen Rigi-Siegers. Eine skurrile Situation. 

Die Siegerstimme

Fabian Staudenmann: «Als ich es von aussen gehört habe, hab ich realisiert, dass ich gewonnen habe. Im ersten Moment dachte ich, es geht weiter, obwohl ich das Gefühl hatte, es sei gut. Der Sieg hat einen grossen Stellenwert. Jedes Bergfest ist eine riesige, sportliche Challenge. Darum ist es sehr schön, hier zum zweiten Mal zu gewinnen.»

Die Schlussrangliste

Der Titelverteidiger

Letztes Jahr hat Samuel Giger auf der Rigi triumphiert. Seit dem Luzerner Kantonalen Ende Mai hat der Thurgauer kein Schwingfest mehr bestritten, da er sich kurz darauf im Training an der Schulter verletzt hat. Zur Titelverteidigung hätte er aber so oder so nicht antreten können, da die Nordostschweizer in diesem Jahr nicht auf der Rigi zu Gast sind.

Der Gäste-Hattrick

Die Innerschweizer und die Rigi – das ist in den letzten Jahren nicht immer Liebe. Joel Wicki (2022) und Pirmin Reichmuth (2023) sind die letzten, die einen Heimsieg feierten. Seither haben es keine Innerschweizer mehr in den Schlussgang geschafft. 2024 bodigte Fabian Staudenmann seinen Berner Kollegen Adrian Walther und letztes Jahr hat sich im Nordostschweizer Duell Samuel Giger gegen Mario Schneider durchgesetzt. Nun schaffen die Gäste den Hattrick, zum dritten Mal in Folge stellt ein Gästeverband beide Schlussgangteilnehmer und den Festsieger. Am Ende bleiben vier der 14 Kränze in der Innerschweiz – Lukas Bissig wird Zweiter, Marcel Bieri Dritter und Michael Gwerder und Fredi Bruhin belegen gemeinsam den 5. Platz.

Der Überraschungsmann

25 Eidgenossen steigen auf der Rigi in die Zwilchhosen. Nur einer von ihnen schafft es letztlich in den Schlussgang. Dort trifft Fabian Staudenmann auf Lars Zaugg. Drei Tage nach seinem 24. Geburtstag macht er sich mit der ersten Schlussgang-Teilnahme bei einem Bergfest ein verspätetes Geschenk. Dieses verdient sich Zaugg mit vier Siegen – er bodigt unter anderem den Eidgenossen Lukas Bissig – und einer Niederlage. Diese kassiert er im 3. Gang gegen Sinisha Lüscher. Im letzten Duell des Tages trifft er ausgerechnet auf einen Teamkollegen. «Das ist super», meint Zaugg gegenüber SRF. «Da gewinnt sicher ein Berner.» Taktik hat er keine spezielle: «Voll drauf los und geniessen, denn zu verlieren habe ich gar nichts.» Auch wenn Zaugg am Ende auf dem Rücken landet, erlebt er den bisher grössten Erfolg seiner Karriere.

Die kurzfristigen Absagen

Adrian Walther hätte eigentlich auch Teil des starken Berner Teams auf der Rigi sein sollen. Doch der Schlussgänger von 2024 sagt seine Teilnahme kurzfristig ab. Ohne den genauen Grund zu nennen, teilt er dies am Freitag via Instagram mit. Dort meldet sich am Samstagabend auch Marc Lustenberger. Er ist an einer Grippe erkrankt, «weshalb ich mich schweren Herzens vom Rigi-Schwinget abmelden muss».

Das volle Dutzend

Vor zwei Wochen hat Marcel Bieri im 5. Gang des Innerschweizer Schwing- und Älplerfests mit einem missglückten Schlungg den Einzug in den Schlussgang verpasst. Auch auf der Rigi setzt er zu diesem spektakulären Schwung an – im 6. Gang gegen Adrian Odermatt. Dieses Mal gehts auf, Bieri gewinnt. Und holt sich damit den zweiten Rigi-Kranz, es ist sein Zwölfter bei einem Bergfest.

Die umstrittenste Einteilung

Im 5. Gang kommts zu einem verbandsinternen Gäste-Duell – etwas, das normalerweise möglichst vermieden wird. Die Einteilung lässt Fabian Staudenmann und Michael Moser aufeinander los. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die beiden Berner mitunter dem Fest den Stempel aufgedrückt. Ein Blick auf die Rangliste zeigt aber, dass ihr Aufeinandertreffen keinesfalls zwingend war. Trotzdem wird die Einteilung dafür ihre Argumente gehabt haben. SRF-Experte und König Adrian Käser sagt: «Es ist sicher nicht das, was sie sich gewünscht haben, dass sie sich im fünften Gang um den Schlussgang duellieren – insofern es auch noch die eine oder andere Möglichkeit gegeben hätte.» Um das ganze abschliessend beurteilen zu können, müsste man allerdings die Argumente der Einteilung kennen.

Der Eidgenossen-Schreck

Um einen Viertelpunkt hat Samuel Schwyzer letztes Jahr am ESAF den Kranz verpasst. In dieser Saison verkommt der Innerschweizer Defensivkünstler zum Eidgenossen-Schreck. Samuel Giger, Philipp Roth, Nick Alpiger oder Marc Lustenberger – ihnen allen hat er schon einen Gestellten abgetrotzt. Marcel Bieri und Silvan Appert hat er bezwungen. Auf der Rigi soll er die starken Berner Gäste ausbremsen. Das gelingt. Im 1. Gang stellt er gegen Fabian Staudenmann, im 4. Gang gegen Michael Moser (schon zum zweiten Mal in diesem Jahr). Schöne Erfolge für Schwyzer, die letztlich nichts daran ändern, dass sich Staudenmann und Moser im 5. Gang ums Schlussgang-Ticket duellieren. Und Schwyzer? Der beendet das Fest mit einem Gestellten gegen Sinisha Lüscher – einem weiteren Eidgenossen.

Die Premiere

Vier Kranzfeste hat Nick Alpiger in dieser Saison schon gewonnen – unter anderem triumphierte er letztes Wochenende auf dem Weissenstein. Der Rigi-Schwinget ist inklusive Regionalfeste sein 17. Wettkampf in diesem Jahr. Auf der Königin der Berge läufts dem Aargauer allerdings für einmal alles andere als rund. Alpiger startet mit einer Blitzniederlage. Mit dem ersten Zug befördert ihn Michael Gwerder platt auf den Rücken. Für Alpiger ist das eine Premiere, denn davor hat er bei einem Kranzfest in diesem Jahr noch nie verloren. Anders bei Regionalfesten, dort ist er insgesamt dreimal bezwungen worden. Auf der Rigi landet Alpiger indes noch ein weiteres Mal auf dem Rücken, im 3. Gang unterliegt er Christian Gerber.

Der Alpaufzug

Das gehört zum Rigi-Schwinget wie das Sägemehl – der Alpaufzug. Immer zwischen dem 4. und 5. Gang findet dieser statt. Die Älpler und ihre Familien führen ihre Tiere wie Kühe, Ziegen und Esel durch die Arena. Dass diese nicht immer Lust dazu haben, zeigt sich an diesem Nachmittag. Eine Kuh zeigt ihre wilde Seite, bricht aus der Reihe aus. Dem Griff des Bauern kann sie aber nicht entwischen, mit viel Kraft zwingt er sie zurück in die Formation.

Der Rücktritt

Mit 34 Jahren ist Schluss. Franz-Toni Kenel hängt auf der Rigi die Zwilchhose an den Nagel. Dass er dafür dieses Fest wählt, ist kein Zufall. Er war auf diesem Berg einst Älpler und hat schon als Täfelibueb das Fest hautnah miterlebt. Vom Schwingsport verabschiedet er sich mit einem Plattwurf gegen Marco Thierstein. Für den Rigi-Kranz reicht seine Leistung nicht. Zwölfmal hat er Eichenlaub geholt – jedes an einem Innerschweizer Kantonalfest, das erste im Alter von 17 Jahren.

Die Pechvögel

Nach einer halben Minute setzt Matthieu Burger im 1. Gang zum Übersprung an und legt Tim Roth auf den Rücken. Dabei verletzt sich der Aargauer Eidgenosse am linken Knie. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und gestützt von Burger humpelt Roth aus dem Sägemehl, sofort kümmern sich Sanitäter um ihn. Für ihn endet das Fest bevor es so richtig angefangen hat. Roth ist allerdings nicht der einzige Pechvogel. Auch Sven Lang muss seinen Einsatz nach einem Gang bereits wieder abbrechen.

Die Bedingungen

Leichter Regen und neblig bei 12 Grad – so präsentiert sich das Wetter am Morgen auf der Rigi. Das haben die Schwinger so schon länger nicht mehr erlebt, war es zuletzt doch jeweils schon am Morgen früh ziemlich warm. Der Regen hört zum Glück schnell auf, auch der Nebel verzieht sich. Noch im Verlauf des Morgens zeigt sich die Sonne. Allzu warm wirds dennoch nicht – davon zeugen auch die Zuschauer, die selbst nach der Mittagspause noch mehrheitlich eine Jacke tragen. 

So geht es weiter

Am kommenden Wochenende steht das nächste Bergfest auf dem Programm. Auf dem Brünig steigen die Bösen in die Zwilchhosen. Parallel findet am Sonntag auch noch das Südwestschweizer Schwingfest statt.

Der Festticker

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