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Brand an Gleisen: Sabotageverdacht an Bahnstrecke bei Köln

Brand an Gleisen

In Deutschland hat ein Brand am Freitag die Hauptverbindungsstrecke der Deutschen Bahn (DB) zwischen Düsseldorf und Köln lahmgelegt. Am Samstag erhärtete sich der Verdacht auf einen mutmaßlichen Sabotageakt, nachdem ein Bekennerschreiben aufgetaucht war. Die Gruppe dahinter trat bereits mehrfach mit Anschlägen auf das Bahnnetz in Erscheinung.

Online seit gestern, 21.42 Uhr

Der Brand war Freitagnachmittag an einer Böschung entlang der Strecke im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ausgebrochen. Er konnte von der Feuerwehr relativ rasch gelöscht werden, allerdings mussten ICE-Züge im Fernverkehr umgeleitet werden, es kam zu Verspätungen und Zugsausfällen.

Die Strecke blieb bis Samstag gesperrt und wurde am Abend wieder freigegeben. Die Deutsche Bahn (DB) sprach von „immensen Schäden“, durch den Brand wurden mehrere Signalkabel beschädigt. Laut DB brannte es an zwei Stellen gleichzeitig. Ein technischer Defekt als Ursache für das Feuer wurde weitgehend ausgeschlossen, der Kölner Staatsschutz nahm Ermittlungen auf – zumal der Brand nicht der erste am deutschen Bahnnetz in den letzten Jahren war.

„Kommando Angry Birds“ bekennt sich zu Brandanschlag

Am Samstag fiel der Verdacht schließlich auf Brandstiftung, dann tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben im Internet auf, das die deutschen Behörden als authentisch einstuften. Darin übernahm ein „Kommando Angry Birds“ die Verantwortung für den Brand, eine linksextremistische Gruppe, die bereits wiederholt Sabotageakte am Bahnnetz verübt haben soll.

Überfüllter Bahnsteig am Hauptbahnhof Köln
Passagiere und Passagierinnen strandeten nach zahlreichen Zugsausfällen auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Köln

In dem Bekennerschreiben übernimmt die Gruppe laut einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) die Verantwortung auch für diesen Brandanschlag, „für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" und schildert Details. Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden. Als Motiv für den Anschlag nannte sie ein „Massensterben“ durch die „technologische Eskalation“, das aufgehalten werden müsse.

Nicht der erste Sabotageakt

Laut WDR stellt sich die Gruppe „selbst als Industriegegner und Anti-Tech-Bewegung dar, die für den Schutz der Natur die ‚vollständige Zerschlagung des technologisch-industriellen Systems‘“ anstrebe. Die Kölner Polizei bestätigte die Existenz des Bekennerschreibens. Es werde auch geprüft, ob gegebenenfalls Zusammenhänge zu anderen Delikten bestünden.

Die linksextremistische Gruppe hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg (ebenfalls in Nordrhein-Westfalen) für sich reklamiert. Auch dort waren im Juli 2025 Brandsätze gezündet worden. Die Hauptverbindungsstrecke war für mehrere Tage gesperrt. Anfang Jänner hatte sich die Gruppe zudem zu einem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf bekannt. Dieser schlug allerdings fehl.

Missglückter Anschlag auf Umspannwerk

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), hatte bereits vor einem Jahr vor dem „Kommando Angry Birds“ gewarnt. „Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert“, hatte er Anfang August 2025 gesagt. Es seien Anschläge auf Telekommunikationsmasten im Ort Langenfeld/Erkrath und ein Tunnelbrand an der Autobahn 46 auf das Konto der Gruppe gegangen.

Schwierige Ermittlungen

Die Ermittlungen würden mit hohem Aufwand geführt, seien aber nicht ganz einfach, weil es sich nicht um eine fest gefügte Gruppe handle. Die Ermittlungen zum aktuellen Fall liefen nach Angaben der DB am Samstag weiter. Expertinnen und Experten der Bahn „arbeiten mit voller Kraft an der Reparatur der immensen Schäden“, hieß es in einer Mitteilung. Als Grund war unter anderem von „Vandalismus“ die Rede. Laut dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurden auch Gleisanlagen beschädigt.

Totalausfall Ende Juni

Erst Ende Juni hatte ein Fehler im Kommunikationsnetz zu einem Totalausfall bei der DB geführt. Züge blieben in den Bahnhöfen stehen, Zehntausende Passagierinnen und Passagiere saßen fest. Ursache war eine Panne im Bahnfunksystem GSM-R, die dazu geführt hatte, dass für etwa zwei Stunden keine Züge fahren konnten, ausgelöst wahrscheinlich durch ein fehlerhaftes Software-Update. Ein Cyberangriff wurde als Grund ausgeschlossen.