Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij: Grundsatzeinigung mit USA über Produktion von „Patriot“-Raketen
Russland verhängt Exportverbot für Diesel
Trump will Ukraine Lizenz für Patriot -Raketen erteilen
Nato-Staaten versprechen Ukraine Milliardenbetrag
Erneut russischer Angriff mit ballistischen Raketen auf Kiew
Selenskij will Militärs nach Einschlägen in Munitionslager bei Kiew bestrafen
Bei einem russischen Raketenangriff explodierten vor einigen Tagen nahe Kiew Munitionslager – nun will der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, „doch all diese Vorschriften wurden missachtet“, klagte Selenskij in seiner abendlichen Videobotschaft. Dabei gebe es genügend Plätze in der Ukraine, um solche Depots in sicherer Entfernung von Wohnhäusern aufzubauen. Laut Selenskij waren für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften Leiter zweier Staatsbetriebe verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt.
Das russische Militär hatte in der Nacht zum 6. Juli einen massiven Angriff mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern auf die Ukraine gestartet. Ziel war neben Kiew auch die Stadt Wyschnewe unmittelbar westlich der ukrainischen Hauptstadt. Durch den Einschlag und die Folgeexplosionen kamen in Wyschnewe nach Behördenangaben neun Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Wegen der andauernden Explosionsgefahr mussten die Behörden Hunderte Anwohner in Sicherheit bringen. Tagelang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Tote und Verletzte in Sumy nach russischem Gleitbombenangriff
Das russische Militär hat durch den Abwurf von Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy offenbar mindestens vier Menschen getötet. „Darunter ist auch ein Mädchen“, sagte der Bürgermeister von Sumy, Artem Kobsar, in einem auf seinem Telegramkanal geteilten Video. Der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, teilte später mit, dass die Zahl der Verletzten auf 17 gestiegen sei. Eine Bushaltestelle sei getroffen worden. Auf dem Video von Bürgermeister Kobsar sind ein Bombenkrater im Asphalt und ein zerfetzter Kleinbus in einem Wohngebiet zu sehen. Die örtlichen Behörden warnten vor weiteren Angriffen.
Russland setzt gegen die Ukraine häufig Gleitbomben ein. Sie werden von Flugzeugen noch weit von der Front entfernt abgeworfen und schweben dann über eine Entfernung von mehreren Kilometern in Richtung Ziel. Obwohl die Waffen gelenkt sind, gelten sie als nicht besonders zielsicher. Immer wieder treffen sie zivile Objekte.
Russland: Ein Toter bei Angriffen auf russische Tanker
21 russische Tanker hat das ukrainische Militär nach eigenen Angaben in der vergangenen Nacht auf dem Asowschen Meer angegriffen. Die russische Seite meldet nun, dass dabei ein Mensch gestorben sei. „Ein Seemann auf einem technischen Versorgungsschiff ist ums Leben gekommen“, schrieb Juri Sljusar, Gouverneur der südrussischen Region Rostow, auf Telegram. Verletzte habe es keine gegeben. Eines der in der Bucht von Taganrog angegriffenen Schiffe sei ein Methanol-Tanker.
Die Angriffe auf die russischen Schiffe sind Teil der ukrainischen Strategie, der russischen Armee in der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen, so die ukrainischen Streitkräfte. Außer den Tankern seien vier Schlepper, zwei Frachtschiffe und ein Baggerschiff getroffen worden. Am Freitag waren bereits mit Drohnen Treibstofflager in der südrussischen Region angegriffen worden.
Luzia Geier

Verletzte bei Raketenangriff auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut unter Raketenbeschuss geraten. Der Feind habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohnerinnen und Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von mehreren Angriffswellen. Mindestens zehn Menschen wurden bei den Angriffen verletzt. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte der Katastrophenschutz mit. Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen.
Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kiews brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.
Luzia Geier

US-Senator fordert von China Druck auf Russland
Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch Washington, Kiew oder Moskau, sagte Graham vor Reportern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. China habe einen übergroßen Einfluss und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen. Zuvor hatte sich Graham mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij getroffen, um unter anderem über den dringenden Bedarf an Luftverteidigung zu sprechen.
Graham sagte zudem, die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstütze nun ein seit Monaten geplantes Sanktionsgesetz gegen Russland. Dieses zielt darauf ab, die Finanzierungsquellen für Russlands Militäroperationen abzuschneiden. Eine Stärkung der militärischen Fähigkeiten der Ukraine in Verbindung mit einem diplomatischen Vorstoß könne Moskau zu Gesprächen zwingen, erklärte Graham. Selenskij hatte seinerseits nach dem Nato-Gipfel erklärt, er habe die Rolle Chinas auch mit Trump und europäischen Staats- und Regierungschefs besprochen.
Mehr zu den Beziehungen zwischen Peking und Moskau lesen Sie hier:
Luzia Geier

Nach Skandal: Selenskij kündigt Reform der Sturmtruppen an
Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. In einer Videoansprache sagte der Staatschef:
„Es gibt viele Fragen, Probleme, die gelöst werden müssen. Vor allem im Umgang mit den Leuten.“
Wolodimir Selenskij
Es werde neben strafrechtlichen Ermittlungen auch Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben. Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nachdem beim Sturmregiment „Skelja“ innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Derartige Praktiken sind Berichten zufolge auch in anderen Einheiten vor allem in Bezug auf Zwangsrekrutierte verbreitet.
Luzia Geier

Insider: Russland riegelt wichtigen Kanal ab
Russland stoppt Insidern zufolge vorübergehend den Schiffsverkehr durch den Don-Asow-Kanal. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf Tanker im Asowschen Meer, heißt es aus zwei Quellen der Getreideexportbranche. Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen. Wie lange sie andauern soll, ist den Angaben zufolge unklar.
Luzia Geier

Ukraine: Wieder russische Tanker im Asowschen Meer attackiert
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Infrastruktur fortgesetzt. Im Asowschen Meer seien zehn Tanker attackiert worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Damit seien insgesamt in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden. Zudem seien in der Nacht fünf Umspannwerke auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim getroffen worden.
Dem ukrainischen Generalstab zufolge griff die Armee in der Nacht auch erneut die Ilski-Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Region Krasnodar sowie den Ölverarbeitungskomplex Ust-Luga an der Ostsee in der Region Leningrad an. Zudem seien ein Ölterminal und ein Öllager in der Grenzregion Rostow am Asowschen Meer ins Visier genommen worden. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Russland und auf der Krim in den vergangenen Wochen verstärkt. Dies führte in Russland zu Treibstoffengpässen und auf der Krim sogar zur Ausrufung des Ausnahmezustands.
Gouverneur: Vier Tote bei russischem Bombenangriff auf Kramatorsk
Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Frontstadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben vier Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei auch ein Jugendlicher, teilt der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Mindestens neun weitere Menschen seien verletzt worden. Die russischen Streitkräfte hätten sieben Bomben auf die Stadt abgeworfen. Filaschkin warf Russland vor, Zivilisten ins Visier zu nehmen. Bei dem Angriff wurden demnach ein Wohnblock, ein Geschäft und mehrere Privathäuser beschädigt. Der Gouverneur veröffentlichte Fotos von brennenden Wohnungen.
Lorenz Zeck
Selenskij und Rutte bei Treffen der "Koalition der Willigen" am Montag
Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij nehmen am Montag am Treffen der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine in Paris teil. Dies teilte das französische Präsidialamt mit. Dem Élysée-Palast zufolge laufen Planungen für Sicherheitsgarantien für den Fall einer Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa werden zu den Beratungen erwartet.
IEA senkt Prognose für Russlands Ölförderung
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) senkt ihre Prognose für Russlands Ölförderung wegen der ukrainischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur. „Anhaltende Angriffe auf Raffinerien, Lager und Transportinfrastruktur untermauern einen schwächeren Produktionsausblick“, teilt die IEA in ihrem Monatsbericht mit. „Wir haben unsere Prognose für das russische Angebot für dieses und nächstes Jahr entsprechend um 85 000 Barrel pro Tag beziehungsweise 150 000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 8,8 Millionen Barrel pro Tag im Prognosezeitraum gesenkt.“
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Russlands Energieanlagen verstärkt. Die Folge ist ein Anstieg der russischen Rohölexporte. Sie beliefen sich laut IEA im Juni auf 5,8 Millionen Barrel pro Tag – ein Anstieg um 620 000 Barrel pro Tag gegenüber Mai. Die Exporte von Ölprodukten sanken dagegen im Juni um 230 000 Barrel auf 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Um Engpässen auf dem heimischen Markt entgegenzuwirken, hat Russland in dieser Woche ein Exportverbot für Diesel verhängt. Dieses ergänzt bereits bestehende Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Kerosin ins Ausland.
Russland meldet Brände in Energieanlagen
Aus dem Süden Russlands werden mehrere Brände in Energieanlagen gemeldet. In Krasnodar sei nach einem Drohnenangriff ein Feuer in der Ölraffinerie Ilski ausgebrochen, teilen die Behörden der Region mit. In der Region Rostow wiederum ist die Feuerwehr nach Angaben der dortigen Behörden dabei, Brände in zwei Treibstofflagern sowie im Seehafen von Taganrog zu löschen. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, die Luftverteidigung habe in der Nacht 376 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Luzia Geier

Selenskij: Grundsatzeinigung mit USA über Produktion von „Patriot“-Raketen
Die Ukraine und die USA machen auf politischer Ebene den Weg für Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen frei. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zufolge sollen Lieferungen der PAC-3-Raketen in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem liefen Gespräche mit der Regierung in Washington über die gemeinsame Produktion von Drohnen, sagt der Präsident nach seiner Rückkehr vom Nato-Gipfel in der Türkei.
Selenskij äußerte sich nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über die künftige Zusammenarbeit. Zudem plane die Ukraine mit europäischen Verbündeten die Entwicklung eines eigenen, kostengünstigeren Raketenabwehrsystems, wozu in Kürze ein Treffen in Frankreich stattfinden solle, fügt Selenskij hinzu.
Die Herstellung von Patriot-Raketen des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin in der Ukraine wäre vor allem in größerem Maßstab eine massive Herausforderung. Wie schwierig dies wäre, hängt davon ab, welchen Raketentyp eine neue Produktionslinie herstellen soll. Die Variante PAC-3 kann ballistische Raketen abfangen, kostet rund 5 Millionen Dollar pro Stück und zählt zu den weltweit modernsten Luftverteidigungswaffen. Sie wird derzeit nur an zwei Standorten produziert: in den USA und in Japan.
„Der Bau einer Patriot-Rakete dauert Jahre. Das bedeutet, dass eine ukrainische Produktion dieser Raketen nicht innerhalb der kurzfristigen Zeiträume zustande kommen wird, in denen sie benötigt werden“, sagte Becca Wasser, Expertin für den Rüstungssektor bei Bloomberg Economics. „Außerdem lässt sich die Fähigkeit der Ukraine, Drohnen und Raketen schnell zu produzieren, wegen der strengen US-Technologiekontrollen möglicherweise nicht auf die Produktion von Patriot-Raketen übertragen.“ Die Lieferketten für die laufende Produktion stehen bereits unter Druck. Der Aufbau einer neuen Produktionslinie würde zudem spezielle Ausrüstung und Schulungen erfordern. Beides würde das Vorhaben zusätzlich verzögern.
Warum Patriot-Raketen für die Ukraine so wichtig sind, lesen Sie hier:
Russische Saratow-Raffinerie stoppt nach Drohnenangriff offenbar Betrieb
Die russische Ölraffinerie Saratow stellt Insidern zufolge nach Schäden durch einen Drohnenangriff die Verarbeitung ein. Die Drohnen hätten die einzige Rohöldestillationsanlage des Werks getroffen, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das ukrainische Militär erklärt, es habe die Raffinerie angegriffen. Eine Stellungnahme des Eigentümers Rosneft liegt zunächst nicht vor. Das Werk machte im Jahr 2024 mit 5,8 Millionen Tonnen verarbeitetem Öl 2,2 Prozent der gesamten russischen Verarbeitungsmenge aus. Dabei produzierte es 1,2 Millionen Tonnen Benzin, 1,9 Millionen Tonnen Diesel und eine Million Tonnen Heizöl.
Ukrainische Ermittler: Keine Hinweise für staatliche Beteiligung an Nord-Stream-Anschlägen
Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines hat die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew deutsche Mutmaßungen über eine Beteiligung staatlicher Stellen in der Ukraine zurückgewiesen. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Ukraine, ihre Behörden oder einzelne Amtsträger an den Explosionen in der Ostsee im September 2022 beteiligt gewesen seien oder entsprechende Anweisungen erteilt hätten, erklärte die Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag. Für weitere Untersuchungen schlug sie die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit Deutschland vor. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, und Erkenntnisse würden weiterhin gesammelt und geprüft.
Die Bundesanwaltschaft in Deutschland vermutet staatliche ukrainische Stellen hinter den Anschlägen. Sie hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen den ehemaligen ukrainischen Offizier Serhij K. unter anderem wegen Mittäterschaft an einem Kriegsverbrechen erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, im Auftrag nicht näher genannter ukrainischer Staatsorgane gehandelt zu haben. Ziel sei es gewesen, die Gaslieferungen dauerhaft zu unterbinden und so die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine zu schwächen.
Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier:
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