Stand: 23.07.2026 • 18:43 Uhr
Die Außenminister von USA und Russland haben sich in Manila am Rande des ASEAN-Treffens getroffen. Dabei ging es auch um den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Doch wirklich näher kam man sich dabei offenbar nicht.
Der Kreml geht nicht davon aus, dass es bald zu einem diplomatischen Ende des Krieges gegen die Ukraine kommt. Nach einem Treffen der Außenminister Russlands und der USA in der philippinischen Hauptstadt Manila äußerte sich Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wenig optimistisch. "In dieser Situation würde ich mich nicht übermäßig optimistisch zeigen. Es finden tatsächlich Kontakte statt, und das ist immer positiv. Aber es ist nicht angebracht, von einer neuen Dynamik oder einer neuen Beschleunigung zu sprechen."
Auch die Erklärung des Außenministeriums in Moskau dürfte Optimisten ernüchtern: Der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow habe seinen US-Kollegen über die Lage an der Front informiert - und betont, weitere Waffenlieferungen an die Ukraine seien "unzulässig". Genau wie die - seiner Ansicht nach - insgesamt "destabilisierende Politik europäischer Länder".
Kein Wort zu den "Patriot"-Raketen
Dass US-Präsident Donald Trump der Ukraine erst kürzlich einräumte, selbst "Patriot"-Raketen zu produzieren, also von den USA entwickelte Luftabwehrraketen, wurde nicht erwähnt. Kein Wort - in den Erklärungen von Kreml und Außenministerium.
"Wir setzen unseren Dialog mit den Amerikanern über die bestehenden Arbeitskanäle fort", sagte Kreml-Sprecher Peskow. "Und wir hoffen, dass, sobald die amerikanischen Verhandlungsdelegierten mehr Zeit haben, wir unsere persönlichen Gespräche fortsetzen können, sie können nach Moskau kommen und unseren Dialog fortsetzen."
"Geist von Anchorage"
Seit Wochen ist aus Moskau zu hören, dass die US-Sondervermittler Steve Witkoff und Jared Kushner bald Moskau besuchen könnten. Allein: Sie sind bisher nicht gekommen. Außenminister Lawrow jedenfalls - so heißt es aus Moskau - habe erneut die Bereitschaft seines Landes bekundet, den Konflikt mit der Ukraine - also den Krieg - diplomatisch-politisch zu beenden. Im Sinne des Geistes von Anchorage.
Dort, in Alaska, hatte US-Präsident Trump Kreml-Chef Wladimir Putin vor fast einem Jahr empfangen. Seither beschwört das politische Moskau diesen "Geist von Anchorage". Der hat allerdings nie Form angenommen; jedenfalls keine schriftliche, die öffentlich geworden wäre.
Aus dem Kreml wird nur immer wieder suggeriert, Trump und Putin hätten sich in Anchorage darauf geeinigt, dass die Ukraine von Russland völkerrechtswidrig beanspruchte Gebiete offiziell an Moskau abtreten müsse.
"Nicht übermäßig optimistisch"
Ansonsten, so betonte Kreml-Sprecher Peskow nun noch einmal, gehe der Krieg weiter. "Unter der Voraussetzung, dass das Kiewer Regime weiterhin von europäischen Hauptstädten zu einer Fortsetzung des Krieges angestiftet wird, setzen wir unsere spezielle Militäroperation fort, in der wir eine gute Dynamik für uns verzeichnen."
Gut und offen sei das Treffen Rubio/Lawrow verlaufen, sagte nach dem Treffen die US-Seite; die russische bewertete sie nicht. In russischen Nachrichtenagenturen heißt es nur, das Gespräch habe etwa 35 Minuten gedauert.
Das klingt nach Tiefpunkt der US-amerikanisch-russischen Beziehungen seit Trumps zweitem Amtsantritt - oder mit anderen Worten: "nicht übermäßig optimistisch".