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Nur vier EU-Länder zahlen genug Rente – und Deutschland gehört nicht dazu

Rente deckt nur in vier EU-Ländern die Ausgaben im Alter – doch vielerorts greift das „Renten-Paradoxon“

Stand: 24.07.2026, 14:05 Uhr

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Eine Datenanalyse zeigt: Nur vier EU-Länder schneiden im Rentenvergleich positiv ab. Warum trotzdem nicht überall Altersarmut droht.

Berlin – Die Rente wird zum absoluten Dauerthema in Deutschland. Und auch in anderen Ländern ist die Altersvorsorge im Fokus. Das große Damoklesschwert hier wie dort: die drohende Altersarmut. Eine Datenanalyse zeigt jetzt: Nur in wenigen Ländern der EU reicht die ausbezahlte monatliche Durchschnittsrente wirklich, um den Lebensunterhalt zu bezahlen. Doch Altersarmut droht deshalb dennoch nicht überall.

Ein älteres Paar geht im Stadtzentrum spazieren. (Symbolbild)

Ein älteres Paar geht im Stadtzentrum spazieren. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Für viele in Deutschland ein absoluter Albtraum: Die staatliche Rente, auf die man sich jahrzehntelang verlassen hatte, reicht am Ende nicht zum Leben. Einer Datenanalyse des unabhängigen Research-Centers DataPulse zufolge droht genau das in 26 von 30 EU-Ländern. Die Forscher haben die staatliche Altersrente mit den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten älterer Menschen im jeweiligen Land abgeglichen – und kommen zu einem ernüchternden Fazit.

Rente reicht nicht für Lebenshaltungskosten? Der EU-Vergleich

So liegt die ausbezahlte durchschnittliche staatliche Rente nur in Spanien, Polen, Tschechien und Rumänien über den typischen Ausgaben von Menschen über 60 Jahren. Andernorts reicht die Rente den nackten Zahlen nach nicht. Besonders drastisch ist es demnach in Kroatien, Slowenien und besonders überraschend im Ölland Norwegen. Hier liegt die staatliche Rente demnach mehr als ein Drittel unter den realen Kosten.

Doch echte Altersarmut droht allein wegen dieses Ergebnisses nicht. Denn ein anderer Output der Analyse ist das sogenannte „Renten-Paradoxon“: „Ein hohes Rentendefizit führt nicht zwangsläufig zu Altersamut“, wie die Autoren es selbst formulieren. So haben Rentner in Norwegen und Luxemburg zwar rechnerisch ein Defizit, laufen aber gleichzeitig wenig Gefahr, im Alter wirklich arm zu sein.

Der Hintergrund ist recht schnell erklärt: Die Länder unterscheiden sich massiv im Aufbau ihres Rentensystems. Die Autoren des Papers sprechen vom „Drei-Säulen-Prinzip“, das auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuletzt des Öfteren ähnlich als Zukunftsvision genannt hatte. Betriebliche Vorsorge, private Ersparnisse und eine hohe Wohneigentumsquote gleichen die zu geringe staatliche Rente etwa in Norwegen aus. In Süd- und Osteuropa müssen sich die Menschen laut Analyse dagegen oft ausschließlich auf die staatliche Rente verlassen.

Analyse offenbart erschreckende Zahlen: So ist die Lage in Deutschland

Und was sagen die Zahlen für Deutschland? Hier liegen die durchschnittlichen Ausgaben der Analyse nach bei 28.700 Euro. Gleichzeitig erhält man im Schnitt aber nur 19.100 Euro Rente – ein Minus von 33 Prozent. Damit rangiert die Bundesrepublik auf dem siebtletzten Platz hinter Zypern und der Slowakei. Österreich hat mit Ausgaben von 31.000 Euro und Rentenzahlungen von 25.900 Euro immerhin nur ein Minus von 17 Prozent.

Zur Datenerhebung:

Die Analyse von DataPulse Research basiert auf einer Modellierung von Eurostat-Daten zu Renten, Preisen und Konsumausgaben in 27 EU-Ländern sowie Norwegen, Montenegro und Serbien (Renten, HICP-Preise und Konsumausgaben).

Daneben zeigen sich extreme Unterschiede im Wohlstand zwischen den EU-Staaten. So geben Menschen über 60 Jahren in Bulgarien und Rumänien demnach knapp 4500 Euro im Jahr aus. In Luxemburg dagegen liegt derselbe Wert bei 52.000 Euro. In Deutschland, Italien und Frankreich geben ältere Menschen zwischen 24.000 und 29.000 Euro aus. (Verwendete Quellen: Studie Datapulse Research) (rjs)