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70-Mio.-USD-Spiel gescheitert: Dead-Space-Schöpfer setzt auf KI

Glen Schofield dürfte zu den bekannteren Entwicklern großer Action- und Horrorspiele gehören. Er gilt als Schöpfer von Dead Space, war Mitgründer von Sledgehammer Games und arbeitete unter anderem an Call of Duty: Modern Warfare 3, Advanced Warfare sowie The Callisto Protocol. Für eine neue Spieleidee fand der Branchenveteran zuletzt jedoch keinen Geldgeber.

Das Projekt hätte nach Schofields Angaben ein Budget von rund 70 Millionen US-Dollar benötigt. Wie er in einem Interview mit Eldorado.gg berichtet, sei er Ende 2023 gemeinsam mit einer Risikokapitalgesellschaft und seinem Agenten auf die Suche nach einem Publisher gegangen. Rund fünf Monate lang habe er die Idee verschiedenen Unternehmen vorgestellt. Ein möglicher Partner sei sogar fünfmal zu weiteren Gesprächen zurückgekehrt.

Am Ende sei das Projekt dennoch an der Finanzierung gescheitert. Nach Schofields Darstellung hätten die angesprochenen Unternehmen zunächst verlangt, das Budget auf weniger als 20 Millionen US-Dollar zu reduzieren. Anschließend sei die Grenze auf 15 Millionen und später auf weniger als 10 Millionen US-Dollar gefallen. Für den Entwickler sei das keine realistische Grundlage gewesen. Das vorgestellte Spiel lasse sich mit einem solchen Budget nicht umsetzen.

Kein Hinweis auf ein neues Dead Space

Wer an dieser Stelle an ein Dead Space 4 gedacht hat, dürfte enttäuscht sein. Schofield spricht im Zusammenhang mit seinem Plan lediglich von einem Pitch und umfangreichen visuellen Entwürfen. Weder das Genre noch der Name des Projekts werden genannt. Auch eine Verbindung zur Dead-Space-Marke stellt er nicht her.

Neben dem teuren, aber nicht näher beschriebenen Projekt soll Schofield gemeinsam mit seiner Tochter noch eine weitere Spieleidee entwickelt haben. Diese sei von Beginn an für ein Budget von weniger als 10 Millionen US-Dollar vorgesehen gewesen. Allerdings habe sich auch dafür zunächst kein Partner finden lassen. Nachdem seine Tochter eine andere Stelle angenommen habe, sei das Vorhaben vorerst nicht weiterverfolgt worden.

Rund 50.000 Dateien mit Midjourney erstellt

Vollständig von kreativer Arbeit zurückgezogen hat sich Schofield allerdings nicht. Der Entwickler beschäftigt sich inzwischen wieder verstärkt mit seiner ursprünglichen Tätigkeit als Künstler. Nach eigenen Angaben habe er bereits während seiner rund 35-jährigen Karriere in der Spielebranche fast jeden Abend gemalt. Die Arbeit habe ihm dabei geholfen, abzuschalten und gleichzeitig über seine aktuellen Projekte nachzudenken.

Seit rund vier Jahren setzt Schofield zudem auf generative KI. Dabei nutzt er unter anderem Midjourney und hat nach eigener Schätzung inzwischen Zehntausende Dateien erstellt. Insgesamt könnten es mittlerweile rund 50.000 Entwürfe sein.

Die Sammlung soll Kreaturen, Spielwelten, Gegenstände und vollständige Umgebungen umfassen. Auch seine Pitches für neue Spiele bestünden teilweise fast vollständig aus solchen Grafiken. Die Dateien dürften damit vor allem dazu dienen, Ideen schnell sichtbar zu machen und mögliche Stilrichtungen für ein Projekt auszuarbeiten.


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Quelle: Eldorado, Game Developer, CD Projekt