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Ölpreis sinkt spürbar - Märkte spielen die Karte "Hoffnung" im Iran-Krieg

Öltanker
Foto: A_Mededkov-Freepik.com

Der Ölpreis fällt zum Wochenstart ruckartig. Brent fällt um 5 % auf 87,08 Dollar. Man sieht es gut im Chart: Den ganzen Juli hindurch stiegen die Kurse kräftig an, von unter 72 auf über 100 Dollar, weil der Krieg zwischen Iran und USA wieder eskalierte, ohne Hoffnung auf echte Verhandlungen. Jetzt gibt es zumindest oberflächlich wieder etwas Hoffnung, und der Markt reagiert sofort erfreut!

Ölpreis-Verlauf im Juni und Juli

Ölpreis sinkt – Entspannung in Nahost aus dem Nichts?

Die USA haben ihre Angriffe auf den Iran seit Freitag eingestellt, ohne Gründe dafür zu nennen. Und der Iran hat erklärt, er werde keine weiteren Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus springt aber nicht wieder an. Und die Huthis im Jemen sollen am Samstag angeblich Anlagen von Saudi Aramco angegriffen haben.

Chaos pur bei Trump, wie immer. Noch am Freitag meldete das Portal Axios, Trump erwäge einen massiven Angriff gegen den Iran. Aber nun geschah das Gegenteil. Was soll man davon halten? Der nun deutlich fallende Ölpreis zeigt (so meine Interpretation): Der Markt will an das Kriegsende, an echte Verhandlungen glauben.

Auf die Frage in der NBC-Sendung Meet the Press am Wochenende, ob sich der US-Präsident gegen eine Eskalation entschieden habe, antwortete der Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, er wolle „den Gesprächen etwas Raum geben“, so Bloomberg News.

„Die Unterbrechung der Angriffe und Berichte über Fortschritte bei den Gesprächen haben die Erwartungen geweckt, dass sich wieder ein Weg zur Deeskalation abzeichnet, was zu einer Erholung der Lieferströme führen könnte“, sagte Saul Kavonic, leitender Energieanalyst bei MST Marquee. „Allerdings bleiben alle Kernfragen, darunter die Kontrolle des Iran über die Meerenge sowie sein Raketen- und Atomprogramm, ungelöst, und es besteht ein hohes Risiko, dass sich ein Waffenstillstand als lediglich vorübergehend erweist“, fügte Kavonic hinzu.

Weniger Schiffsverkehr und Verknappung aus Russland

Das iranische Staatsfernsehen berichtete laut Bloomberg, dass sechs Schiffe, die versucht hatten, eine südliche Route durch Hormus zu nehmen – eine Route entlang der omanischen Küste – am Montag umgedreht worden seien. Hormus verbindet den Persischen Golf mit den globalen Märkten.

Im Bab el-Mandeb, dem Tor zum Roten Meer, passierten am Sonntag insgesamt nur 14 Schiffe in beide Richtungen – laut Kpler die niedrigste Tageszahl in diesem Jahr. Die Zahlen können revidiert werden, sobald weitere Informationen vorliegen.

Auch an anderen Orten halten die Störungen der Warenströme an. Der größte russische Ölhafen am Schwarzen Meer stellte die Verladungen für mehrere Tage ein, nachdem die ukrainischen Drohnenangriffe stark zugenommen hatten. Das Sheskharis-Terminal in Noworossijsk hat laut einem Bericht von Bloomberg News vom 25. Juli seit dem 21. Juli keine Verladungen mehr durchgeführt.

Fazit

Hin und Her rund um den Iran-Krieg. Eine klare Tendenz ist nicht erkennbar, ob es nun neue Verhandlungen gibt oder weiterhin Krieg. Der Ölpreis setzt auf den Faktor Hoffnung, sonst würde man heute früh nicht diese fallenden Preise sehen. Die deutlich niedrigeren Frachtraten in den Meerengen in der Region und vor allem die Exportbremse in russischen Häfen aufgrund ukrainischer Angriffe sind aber Faktoren, die für geringere Ölmengen auf dem Weltmarkt und daher eher für Preisauftrieb sprechen.

FMW/Bloomberg

Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Capital Markets Redakteur

Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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