Stand: 21.07.2026, 14:13 Uhr
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Der Beschuldigte des Sechsfachmordes von Stade ist tot. In der JVA Bremervörde beging der Mann laut Justizministerium Suizid.
Stade – Drei Wochen nach dem Sechsfachmord in einer Stader Jugendhilfeeinrichtung ist der mutmaßliche Täter tot. Der 45-Jährige, der am 29. Juni 2026 sechs Menschen erschossen haben soll, hat sich laut Niedersächsischem Justizministerium in der Justizvollzugsanstalt das Leben genommen. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nach aktuellem Erkenntnisstand nicht vor.

In der Justizvollzugsanstalt Bremervörde wurde der mutmaßliche Täter des Schusswaffenangriffs tot aufgefunden. (Archivbild) © Ingo Wagner/picture alliance/dpaUm 6:05 Uhr fanden Mitarbeiter der JVA den Mann tot in seinem Einzelhaftraum auf. Zu diesem Zeitpunkt habe er bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen. „Durch den herbeigerufenen Notarzt wurde um 06.29 Uhr der Tod des Gefangenen durch Strangulation festgestellt“, berichtet das Ministerium weiter. Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes seien bereits eingeleitet worden.
Tot in Einzelhaftraum aufgefunden: Mutmaßlicher Täter des Sechsfachmordes von Stade tot
Am 29. Juni 2026 erschien der in Deutschland geborene türkische Staatsangehörige zu einem Hilfeplangespräch in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Dann soll er eine Waffe gezogen haben – eine Beretta Modell 70, die er laut dem NDR rund eine Woche zuvor illegal am Berliner Kurfürstendamm für etwa 4000 Euro gekauft hatte – und erschoss sechs Mitarbeitende der Jugendhilfe und des Jugendamts der Region Hannover. Die Mutter seines Säuglings und das Kind selbst blieben unverletzt.
Hintergrund war ein eskalierter Sorgerechtsstreit: Das Baby war im April 2026 wegen eines möglichen Schütteltraumas notfallmäßig in der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt worden. Das Jugendamt leitete daraufhin die Inobhutnahme des Kindes ein. Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte auf die Tat mit den Worten: „Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark.“
Das Amtsgericht Stade hatte Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes erlassen. Die Staatsanwaltschaft sah die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an. Der 45-Jährige kam in Untersuchungshaft – einen Prozess wird es nun nicht mehr geben.
Ermittlungen laufen laut Staatsanwaltschaft weiterhin gegen zwei Frauen: die 65-jährige Fahrerin des Fluchtwagens – die Schwiegermutter eines niedersächsischen SPD-Politikers – sowie gegen die Kindsmutter. Beide stehen unter Mordverdacht, wurden aber mangels dringendem Tatverdacht nicht in Haft genommen.
Rund 700 Menschen hatten sich bereits am 30. Juni 2026 zu einer Trauerandacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade versammelt. Die Ermittlungen zu den genauen Tatumständen und zur Rolle der weiteren Beschuldigten gehen weiter. (Quellen: Niedersächsisches Justizministerium, NDR) (kiba)