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Longrun-Schock: Antonelli zerlegt Ferrari in Ungarn!

(Motorsport-Total.com) - Ferrari hat auf den ersten Blick einen beeindruckenden Trainingstag beim Großen Preis von Ungarn hingelegt. Die Scuderia dominierte beide Freitagssessions mit einem Vorsprung von rund einer halben Sekunde auf die ersten Verfolger. Doch der Eindruck täuscht, denn tatsächlich scheint das Kräfteverhältnis deutlich enger zu sein, als es das Klassement vermuten lässt.

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© LAT Images

Andrea Kimi Antonelli hatte die Ferraris im Longrun klar im Griff Zoom

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Die Longruns mit hoher Spritmenge am Ende des zweiten Freien Trainings zeichneten nämlich ein völlig anderes Bild. WM-Leader Kimi Antonelli, der nach einer roten Flagge und einem Fehler bei seinem zweiten Versuch seine Soft-Qualifyingsimulation abbrechen musste, absolvierte mit deutlichem Abstand die stärksten Longruns im gesamten Feld.

Bereinigt um unterschiedliche Stintlängen und Reifenmischungen lag der Italiener im Durchschnitt 0,46 Sekunden pro Runde vor Charles Leclerc im Ferrari, dessen Rennsimulation alles andere als konstant verlief.

Wo ist Ferraris Rennpace geblieben?

Die große Frage lautet nun: Warum präsentierte sich Ferrari über eine schnelle Runde derart stark, während im Longrun kaum etwas zusammenlief? Genau dieser Frage wird die Scuderia in den Nachbesprechungen nachgehen, um das Set-up für den weiteren Verlauf des Rennwochenendes bestmöglich anzupassen.

Denn auch der Longrun von Lewis Hamilton (+0,67) war keineswegs überzeugend. Sowohl McLaren-Pilot Lando Norris (+0,52) als auch George Russell im zweiten Mercedes (+0,61) waren über die Distanz schneller.

Das Bild sah im ersten Freien Training noch etwas anders aus: Dort war Hamiltons Longrun rund vier Zehntelsekunden pro Runde schneller als jener von George Russell. Die eigentliche Mercedes-Referenz scheint in Ungarn jedoch erneut Kimi Antonelli zu sein, der das erste Training ausließ und Frederik Vesti das Cockpit überließ.

Wie Ferrari: Ist der Red Bull nur auf eine Runde schnell?

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei Red Bull. Max Verstappen belegte im ersten Training Rang zwei und im zweiten Training Platz vier, doch mit viel Gewicht im Tank lief bei den Bullen ebenfalls nicht mehr viel zusammen.

Isack Hadjar verlor im Longrun durchschnittlich 0,79 Sekunden pro Runde auf Antonelli, Teamkollege Max Verstappen sogar 0,82 Sekunden. Anders als bei Ferrari machten allerdings auch die Longruns im ersten Training kaum Hoffnung auf eine starke Rennpace.

Damit könnte auch Red Bull gezwungen sein, das Set-up ab Samstag stärker auf die Rennperformance auszurichten - obwohl der Hungaroring als äußerst überholfeindlich gilt und dem Qualifying traditionell eine besonders große Bedeutung zukommt.

Wie viel bringt das Update von Aston Martin?

Ein besonderer Fokus lag am Freitag zudem auf Aston Martin. Das Team war mit einem umfangreichen Update-Paket nach Ungarn gereist - in der Hoffnung, zumindest die rote Laterne abzugeben und den Anschluss an das Mittelfeld wiederherzustellen.

Nach den ersten Erkenntnissen scheint der erhoffte große Schritt nach vorne allerdings ausgeblieben zu sein. Das liegt auch daran, dass der Rückstand auf die Konkurrenz zuvor bereits enorm war. In den Longruns des zweiten Trainings war Fernando Alonso mit einem Defizit von 3,42 Sekunden pro Runde der zweitschwächste Fahrer im Feld.

Immerhin konnte er Valtteri Bottas (+3,93) hinter sich lassen. Auf das vordere Mittelfeld fehlen jedoch weiterhin mehrere Sekunden. Das größte Problem bleibt der Topspeed: Vor allem im ersten Sektor verliert Aston Martin auf den längeren Geraden zu viel Zeit gegenüber der Konkurrenz.

Mittelfeld: Audi, Racing Bulls und dann lange nichts?

Nico Hülkenberg (+1,25) überzeugte am Freitag erneut mit einer starken Longrun-Pace - wie bereits an den vergangenen Rennwochenenden. Punkte sprangen für den Deutschen bislang allerdings noch nicht heraus.

Der wichtigste Konkurrent dürfte auch in Budapest Racing Bulls (+1,46) sein. Alpine (+2,16) hingegen scheint im Entwicklungsrennen zunehmend den Anschluss zu verlieren.

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Haas (+1,94) präsentierte sich mit einer soliden, wenn auch nicht herausragenden Longrun-Performance. Deutlich schwieriger verlief der Freitag für Williams (+3,01): Das Traditionsteam liegt aktuell wesentlich näher an Cadillac und Aston Martin als in Schlagdistanz zu den Top 10.