Stand: 22.07.2026, 06:00 Uhr
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Hand in Hand für die Digitalisierung: Die neue Vier-Felder-Halle im Sportpark Oberlinden hat im September schon mal einen Glasfaseranschluss bekommen. (Archivfoto) © Manuel SchubertDie Stadtverordnetenversammlung hat ein neues Gremium beschlossen. Es soll Fördermittel akquirieren und die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben.
Langen – Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. In Langen soll sich künftig ein neues Gremium mit diesem wichtigen Thema beschäftigen: Mit deutlicher Mehrheit hat die Stadtverordnetenversammlung die Einführung einer Digitalkommission beschlossen.
Der Antrag stammt von den Grünen. „Wir halten das Thema Digitalisierung für sehr wesentlich“, sagt Fraktionsmitglied Olaf Hermann. „Langen ist nicht schlecht aufgestellt, aber da kann durchaus noch mehr passieren.“ Die Kommission solle ein beratendes Gremium sein, in dem man alle „Stakeholder“ (Personen, die von einem Thema betroffen sind, Anm. d. Red.) aus der Stadtgesellschaft zusammenbringen könne, um gemeinsam die Digitalisierung in Langen voranzubringen, so Hermann.
Langen ist nicht schlecht aufgestellt, aber da kann durchaus noch mehr passieren.
Bei Ablehnung der AfD und einer Enthaltung aus den Reihen der FWG-NEV wird der Antrag von allen übrigen Stadtverordneten angenommen. Nach Vorstellung der Grünen soll die Kommission durch den Bürgermeister einberufen werden und neben Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung, der Stadtverwaltung, des Ausländerbeirats und des Jugendforums möglichst auch aus fachkundigen Personen, zum Beispiel von der Ekom21 (einem Softwareanbieter und Dienstleister für Kommunalverwaltungen), bestehen.
Als mögliche Aufgaben des Gremiums nennt der Antrag die strategische Weiterentwicklung und Steuerung der Digitalisierung in der Stadtverwaltung, Vorschläge zur Beschleunigung digitaler Verwaltungsleistungen (insbesondere im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes) und Beratung bei der Akquise von Fördermitteln im Bereich der Digitalisierung.
AfD-Wunsch nach Ausschuss abgelehnt
Die AfD-Fraktion wirft der Öko-Partei auf Facebook vor, den Antrag von ihr „abgekupfert“ zu haben. Die Rechtspopulisten hatten nämlich zuvor die Einführung eines eigenen Fachausschusses mit dem Namen „Langen digital & innovativ“ gefordert. „Die Einrichtung eines spezialisierten Fachgremiums ist die notwendige parlamentarische Antwort auf die gesetzlichen Verpflichtungen des Onlinezugangsgesetzes und den rasanten technologischen Wandel. Durch die Bündelung digitaler Kompetenzen schaffen wir eine zentrale Plattform, um die Verwaltung effizient zu modernisieren, Routineprozesse zu automatisieren und die IT-Sicherheit der Stadt langfristig zu stärken“, schreibt die AfD.
Die anderen sieben Fraktionen halten die drei bestehenden Ausschüsse (Umwelt, Bau und Verkehr; Soziales, Kultur und Sport; Haupt- und Finanzausschuss) jedoch für ausreichend und weisen den AfD-Antrag ab. „Die Einberufung einer Kommission zu diesem umfangreichen und wichtigen Themenkomplex erscheint sinnvoller als ein Ausschuss“, argumentieren die Grünen. „In einer Kommission können Themen und Ideen kontinuierlicher und unabhängig von Sitzungsrunden behandelt werden.“