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Kubanischer Regierungskritiker Alcántara in den USA im Exil

Der kubanische Regierungskritiker und Künstler Luis Manuel Otero Alcántara ist nach fünf Jahren Haft aus Kuba ausgereist und in den USA eingetroffen. "Heute will Luis wieder leben, seine Projekte wieder aufnehmen und die Zeit zurückgewinnen, die ihm genommen wurde", hieß es auf seiner Facebook-Seite. Demnach möchte er sich auch weiterhin für ein freies Kuba einsetzen.

Otero Alcántara hatte im Jahr 2020 Demonstrationen des Künstlerkollektivs San Isidro (MSI) angeführt, das sich für freie Meinungsäußerung und andere Rechte in Kuba einsetzte. Der Dissident wurde am 11. Juli 2021 festgenommen, als er versuchte, sich regierungskritischen Massenprotesten anzuschließen. Er wurde später wegen "Beleidigung der Symbole des Vaterlandes" und Störung der öffentlichen Ordnung im Zusammenhang mit einer früheren Performance zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Luis Manuel Otero Alcántara in Havanna, 2018
Luis Manuel Otero Alcántara bei einem Interview in der kubanischen Hauptstadt Havanna, 2018Bild: Alexandre Meneghini/REUTERS

Nach der vollständigen Verbüßung seiner Strafe hätte der 38-Jährige eigentlich in der vergangenen Woche freikommen sollen. Laut der Organisation Justicia 11J wurde er jedoch bereits zwei Tage vorher aus einem Hochsicherheitsgefängnis abgeholt. Sein Verbleib war seither unbekannt.

Künstler soll Kuba für immer verlassen

Nach Angaben aus seinem Umfeld wurde Otero Alcántara zwar freigelassen, eine Bedingung war aber, dass er Kuba für immer verlässt. Die Regierung in Havanna wirft dem Künstler vor, im Auftrag der USA versucht zu haben, den kommunistisch regierten Inselstaat zu destabilisieren. Für Otero Alcántara war zuvor in den USA ein humanitäres Aufnahmeprogramm beantragt worden.

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Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Otero Alcántara am Flughafen in Miami von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde. Dabei legten Unterstützer ihm eine kubanische Flagge mit der Aufschrift "Patria y Vida" ("Vaterland und Leben") um - dem Titel eines Latin-Grammy-prämierten Liedes, das als Symbol der kubanischen Protestbewegung gilt.

Rubio fordert Freilassung politischer Gefangener

US-Außenminister Marco Rubio begrüßte die Ankunft des Künstlers in den Vereinigten Staaten. Otero Alcántaras einziges "Verbrechen" sei gewesen, "sich zu weigern zu schweigen und mit seiner Kunst die grundlegenden Freiheiten einzufordern, die den Kubanern seit fast sieben Jahrzehnten verweigert werden", erklärte Rubio. Die internationale Gemeinschaft müsse aufhören, "die Menschenrechtsverletzungen des kubanischen Regimes zu ignorieren," so der Minister.

Frau kocht auf offenem Feuer nach Zusammenbruch des Stromnetzes
Die Menschen leiden unter den dauernden Stromausfällen, hier kocht eine Frau in Havanna auf offenem Feuer (Archivfoto)Bild: Norlys Perez/REUTERS

Zugleich forderte Rubio die Freilassung von Hunderten politischen Gefangenen in Kuba. Die Menschenrechtsorganisation Prisoners Defenders hatte erst vergangene Woche von mehr als 1300 politischen Gefangenen auf der Karibikinsel gesprochen.

Viele Aktivisten in Haft oder im Exil

Die Massenproteste vom 11. Juli 2021 waren die größten in Kuba seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro. Seit der damaligen Festnahmewelle hat es keine vergleichbaren landesweiten Demonstrationen mehr gegeben, zuletzt jedoch immer wieder kleinere Proteste gegen die anhaltenden Stromausfälle. Viele Aktivisten und Regierungskritiker befinden sich inzwischen in Haft oder leben im Exil.

pg/wa (dpa, afp)

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